Ein Hoch auf das Bier mit Sternen: Märkischer Freundeskreis der Bierkultur gegründet

Hagen/Iserlohn. (as) „Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s.“ Dieses Motto haben sich die Männer und Frauen aus Iserlohn und Hagen auf die Fahnen geschrieben, die sich am Dienstag zum allerersten Mal trafen. In der Hagener Gaststätte „Crocodile“ im Herzen der Fußgängerzone riefen sie den Märkischen Freundeskreis der Bierkultur ins Leben.
Es ist nicht alles Bier, was in Flaschen daherkommt. Jedenfalls nicht das Bier, für das sich Marius Jäger, Axel Günther Friedrich und Jochen Ebert stark machen. Sie lieben Craft-Bier. Dabei handelt es sich um das hochwertige Produkt aus kleinen Brauereien, das unter besonderen Qualitätsmaßstäben und Produktionsmethoden handwerklich erzeugt wird. „Die meisten Brauereien heute sind Großküchenbetriebe, die Einheitsgeschmack servieren“, sagt Jochen Ebert. „Wir hingegen sind die Drei-Sterne-Gourmetküche.“ Wir, das ist in diesem konkreten Fall die Mäckinger Brau-Manufaktur, die Jochen Ebert und Axel Günther Friedrich im Hagener Freilichtmuseum betreiben. Marius Jäger gehört auch irgendwie dazu. „Als Maskottchen“, wie er selbst sagt. „Als ehrenamtlicher Brauhelfer“, wie es Jochen Ebert formuliert.
„Nicht nur im Netz austauschen“
Das Trio hat sich in den Kopf gesetzt, „die Wertschätzung rund um das Thema Bier bewusster“ zu machen. Mit dieser Einstellung liefen sie bei vielen Bierenthusiasten aus der Region offene Türen ein. Bei Stefan Nübel beispielsweise, der sich ohnehin – auch beruflich – für „Gutes aus der Region“ einsetzt. Oder bei Hans-Helmut von der Heyden, der seit vielen Jahren sein eigenes Bier braut. Oder bei Christian Maus aus Letmathe: „Ich bin froh, hier Leute zu treffen und mich nicht nur in Foren im Netz auszutauschen.“ Stefan Nübel grinst: „Im Internet ist es auch schlecht mit dem Anstoßen.“
All diesen Bierfreunden, die sich zum ersten Stammtisch des Märkischen Freundeskreises der Bierkultur zusammenfanden, ist eines gemeinsam: Sie möchten sich für gutes Handwerk stark machen. Für die Vielfalt des Bieres. Für die vielen kleinen Brauereien in Hagen, in Iserlohn, in Witten und darüber hinaus. Irgendwie auch für den guten Geschmack. Denn schon nach dem ersten Schlückchen aus dem Craft-Bier-Glas wird klar: Das, was die Freunde der Bierkultur zu schätzen wissen, hat nichts mit dem Einheitsgeschmack großer Brauereien zu tun.
Der Duft nach Beeren und Karamell
Das Bier duftet nach Honig, nach Beeren, Melone oder Karamell. Die Bitterstoffe lassen die Aromen im Gaumen aufblühen. „Wer so etwas bemerkt, ist auf dem besten Weg zum Bier-Gourmet“, sagt Marius Jäger. Auch er selbst experimentiert zu Hause als Hobbybrauer mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Manchmal verwendet er Beeren, um dem Aroma einen bestimmten Weg zu weisen. Manchmal kreiert er ein Winterbier, das die Herzen auch bei bitterkalten Temperaturen wärmt. Der Biergenuss, soviel wird schnell klar, kennt keine Grenzen.
Doch gutes, handgemachtes Bier hat seinen Preis. „Natürlich sind wir teurer als Großbrauereien“, sagt Jochen Ebert. „Aber bei uns steht das Handwerk im Vordergrund. Hier ist nichts automatisiert.“ Ein Kasten für zehn Euro oder sogar noch weniger ist so nicht drin.
Warum auch? „Beim Wein wissen die Genießer doch auch einen guten, oft teuren Tropfen zu schätzen“, sagt Jochen Ebert. Warum soll das beim Bier anders sein?
Sie wollen sich informieren über gutes Bier, über Malzqualitäten diskutieren, vielleicht die eine oder andere kleine Brauerei besichtigen. Und natürlich die unterschiedlichen Biere verkosten.
Bierfreunde willkommen
Die Frauen und Männer, die sich am Dienstag in Hagen erstmals getroffen haben, haben mit der Gründung des Märkischen Freundeskreises für Bierkultur ihre Werbung für den guten Geschmack begonnen. Wer sich anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Der Freundeskreis trifft sich an jedem zweiten Dienstag eines Monats in der Gaststätte „Crocodile“ in der Hagener Mittelstraße.
Wer nicht so lange warten möchte, kann auch elektronisch Kontakt aufnehmen: www.maerkischer-freundeskreis-der-bierkultur.de.