Eine eiserne Lady aus Iserlohn Verena Walter: Platz 27 beim Ironman auf Hawaii

Iserlohn/Kailua-Kona. (as/Red.) Sie ist wieder eine eiserne
Lady. Verena Walter hat die Ziellinie in Kailua-Kona beim Ironman-Triathlon auf
Hawaii am vergangenen Samstag als 27. weibliche Profi-Triathletin überquert.
Nach genau zehn Stunden, einer Minute und einer Sekunde war es geschafft. Nach
3,8 Kilometer schwimmen in der Bucht von Kailua-Kona, 180 Kilometer Rad fahren
auf dem Queen Kaahumanu Highway und 42,2 Kilometer laufen auf dem berüchtigen
Alii Drive konnte sich die Iserlohner Triathletin die Blumenkette als drittbeste
deutsche Teilnehmerin in dem internationalen Spitzenfeld um den Hals hängen.
Zugegeben, hinter dem grandiosen Sieg von Jan Frodeno, dem zweiten Platz für
Sebastian Kienle und dem Drittplatzierten Patrick Lange bei den Männern ging der
Erfolg der deutschen Frauen ein bisschen unter. Und dennoch: Die Iserlohnerin
schaffte ihre beste Platzierung bei ihrer fünften Hawaii-Ironman-Teilnahme seit
2007.
Der Ironman auf Hawaii, er ist und bleibt das Ziel aller Triathleten. Um im
Triathlon erfolgreich zu sein, sind vor allem Willenskraft und
Durchhaltevermögen gefragt. Verena Walter berichtet von ihren ersten
Wettkämpfen, Trainingsirr­tümern und prägenden Erfahrungen auf dem steinigen
Weg zum Ironman.
Verena Walter, 35 Jahre jung und deutsche Meisterin im 50-Kilometer-Lauf des
Jahres 2005, hatte sich die Fahrkarte nach Hawaii schon früh gesichert. Nach den
so genannten „Kona Points Ranking“ – es gibt Punkte für die Ergebnisse bei
Teilnahmen an Ironman-Rennen – gehörte Verena Walter zum Stichtag 24. Juli 2016
zu den 28 besten Profi-Langdistanztriathletinnen der Ironman-Rennserie. Eine
weitere Qualifikation für die Teilnahme war damit nicht nötig.
Doch bis zu diesem Erfolg war es ein weiter Weg: Im Bikini beim Schwimmen und
mit Sturmhaube auf dem ersten Rennrad – Verena Walter ging mit 20 Jahren relativ
unbedarft an ihren ersten Triathlon heran. Es ist zwar durchaus möglich mit
einfachsten Mitteln am ersten Volkstriathlon teilzunehmen, es empfiehlt sich
jedoch, sich auch da schon intensiv über die Wettkampfbedingungen zu
informieren. „Ich war nach dem Schwimmen mit meinem Bikini ganz schön
unterkühlt. Der Triathlon war im Mai und obwohl es die Sprintdistanz mit 500
Metern schwimmen war, wäre ein Neoprenanzug nötig gewesen“, erinnert sich Verena
Walter an ihre ersten Erfahrungen beim Volkstriathlon in Iserlohn. „Nach dem
Radfahren lief ich wie auf Eiern und musste ganz schön kämpfen“.
Die Idee, mit Triathlon zu beginnen, entsteht häufig aus der Leidenschaft für
eine oder mehrere der drei einzelnen Disziplinen. Viele Anfänger üben die
Wechsel zwischen den Disziplinen nicht im Training und erleben bei ihrem ersten
Wettkampf eine Überraschung, wenn die Beine nach dem Schwimmen schwerer sind als
sonst und man sich nach dem Radfahren erst wieder ans Laufen gewöhnen muss.
Mittlerweile kann die Iserlohnerin zahlreiche Erfolge in der Mittel- und
Langdistanz vorweisen. Zuletzt, im August, konnte sie den ersten
Ironman-Wettkampf in Otepää, Estland, gewinnen.