Eine Geschichte voller Trost und Hoffnung: Wolkenbahnhof von Mayte Hafenmayer

Hennen. (as) Wenn sie erzählt, gestikuliert sie gern. Ihre Hände, sogar die Arme sind in Bewegung, um all die Begeisterung auszudrücken. Mayte Hafenmayer hat ein Buch geschrieben. Das erste, eigene Buch. Erschienen ist es im Mönnig-Verlag. „Der Wolkenbahnhof“ heißt es. Wieder ein paar zarte Gesten. Es ist, als wolle sie einen imaginären Zugführer bewegen zu beschleunigen. Abfahrt. Los geht‘s vom Wolkenbahnhof – hinein in eine Geschichte voller Güte, Hoffnung und Gottvertrauen.
Mayte Hafenmayer ist 25 Jahre alt. Geschrieben hat sie, seit sie einen Stift in der Hand halten konnte. Schon in der Grundschule in Hennen wurde ihr Talent entdeckt. „Meiner Grundschullehrerin Frau Berthold musste ich versprechen, ihr das erste Buch zu geben, wenn ich eines schreibe“, sagt Mayte Hafenmayer. Das erste ist es nun nicht geworden. Aber eines der ersten wird Brigitte Berthold bald in den Händen halten.
„Früher“, sagt Mayte Hafenmayer, „hab ich gern Märchen geschrieben.“ Oder Liebesgeschichten, bei denen sich die Protagonisten irgendwann kriegen. „Mit Happy End eben“, sagt die 25-jährige Frau aus Hennen. Ein glückliches Ende hält sie auch diesmal für ihrer Leser bereit. Aber eines auf die andere Art. Denn: Es muss zuvor gestorben werden.
Auch wenn sie selbst gern Thriller wie „Die purpurnen Flüsse“ von Jean-Chistophe Grangé liest. Ein Krimi ist „Der Wolkenbahnhof“ wahrlich nicht geworden. Vielmehr eine Geschichte voller Hoffnung und Trost. Emma, eine alte Frau, ist gestorben. Sie wacht wieder auf am Wolkenbahnhof. Dort begegnet ihr Elisa, ein kleines Mädchen. Auch Elisa hat eine schwere Erkrankung nicht überlebt. Gemeinsam treten sie mit dem abfahrtbereiten Zug eine Reise ins „Jenseits ohne Wiederkehr“ an. Eine Reise zu Gott. An den verschiedenen Haltestationen werden sie mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konfrontiert. Mit den Menschen, die ihnen lieb und teuer waren.
„Rotz und Wasser geheult“
Als Mayte Hafenmayer hat das Buch geschrieben, als ihr Großvater gestorben war. „Ich hatte das Bild eines Wolkenbahnhofs vor Augen“, sagt sie. „Es gab mir Sicherheit, zu wissen,, dass da jemand ist, durch den ich meinem Opa trotzdem nah sein kann.“
Verlegerin Sylvia Mönnig war sofort beeindruckt von den Zeilen: „Ich hab Rotz und Wasser geheult. So sehr hat mich das Buch berührt“, sagt sie. Und: „Es ist nicht nötig, ein engagierter Christ zu sein, um in dem Buch Trost zu finden.“ Denn die Vorstellungen eines freundlichen Jenseits, von einer Ankunft beim Schöpfer, die gibt es auch in anderen Religionen. „Wenn man über den Tod auf diese Weise lesen kann, kann man vielleicht eher loslassen“, meint Sylvia Mönnig.
Trotz ihrer Begeisterung fürs Schreiben, hat sich Mayte Hafenmayer entschieden, einen anderen Berufsweg einzuschlagen. Sie ist Erzieherin geworden. Die Hennenerin arbeitet an der OGS der Grundschule Villigst. „Auch das ist eine Leidenschaft“, sagt sie. „Ich liebe die Arbeit mit Kindern. Sie geben so viel zurück.“
Wieder gestikuliert Mayte Hafenmayer. Auch sie kann viel geben. Geschichten beispielsweise, die dem Unfassbaren auch für Kinder ein wenig Zuversicht und Trost abringen.

„Der Wolkenbahnhof“ (80 Seiten) ist zum Preis von 12,80 Euro im Buchhandel, im Online-Shop oder direkt beim Mönnig-Verlag in Iserlohn, Rahmenstraße 17, zu erhalten.