Eine Rallye in Pink

Iserlohn. (Red.) Die beiden haben Abenteuer und viel Benzin im Blut. Erst jede auf ihrem eigenen Weg. Die Iserlohnerin Steffi Edelhoff in den Klassik-Rallyes wie der Monte Carlo, Sandra Wukovich im Expeditionsteam von Joachim Franz, wo sie zuletzt in einem Amarok-Pickup um die ganze Welt getourt ist. Viele Zufälle und genutzte Chancen haben Steffi Edelhoff und Sandra Wukovich ins gemeinsame Cockpit gebracht. Nun werben sie in und mit ihrem Sport für das Selbstbewusstsein von Frauen.

Der mehrfache Deutsche Rallye-Meister Peter Göbel hat die beiden Frauen zusammen gebracht. Die Frauenrallye „Aicha de Gazelles“ durch die Wüsten Marokkos und die dazugehörige Vorbereitung waren 2012 das erste gemeinsame Abenteuer, jetzt geht es in die Kälte und wird eine Spur härter, denn die „Le Jog 2013“ Anfang Dezember einmal längs durch ganz Großbritannien lockt selbst den Kennern der Klassik-Rallye-Szene ein leises Pusten aus beiden Backen. Kalt, nass, hart, herausfordernd, wenig Schlaf, hohe Konzentration – und das Ganze in Pink!

Sie fallen auf, die beiden – und das liegt nicht nur an ihrem rallyeerprobten VW Iltis aus dem Fundus von Volkswagen Classic, der 1980 die Paris-Dakar gewann. Sie sind in der Farbe Pink gekleidet – fast provozierend. Warum diese Farbe, da wird man doch sofort als Frau, als Mädchen, als „Püppi“ abgestempelt? Ja, genau deshalb! Sie fahren nicht für Gleichberechtigung, sie fahren für Selbstverständlichkeit. Sie fahren für eine neue Generation Mädchen und Frauen, sie fahren für den Verein „be your own hero“ (Sei dein eigener Held). Sie machen vor, was sie denken und weitergeben wollen.

Es geht nicht darum zu gewinnen, es geht auch nicht darum, in die „Männerwelt“ einzudringen. Es geht darum, jungen Menschen und vor allem Mädchen klar zu machen: Jeder Mensch entscheidet selbst, was ihn interessiert, was er gerne tun möchte und wozu er sich berufen fühlt.

Tage rund ums rosarote Benzin

Sie sammeln Spenden, natürlich nicht während der Fahrt – keine Zeit. Sie bitten durch Vorträge und Vereinsarbeit um Spenden. „be your own hero“ ist dabei der verwaltende, als gemeinnützig anerkannte Partnerverein.

Als Frauen in einem von Männern dominierten Sport wollen die beiden Fahrerinnen Vorbilder sein. Sie wollen anderen Frauen Lust auf Abenteuer machen. Auch dafür sind die Spenden gedacht. Im kommenden Jahr werden beide die ersten „Pink Petrol Days“ (Rosa-Benzin-Tage) veranstalten. Junge Frauen können sich dann bewerben, um mit den beiden ein Expeditions-Wochenende zu erleben. Zum Beispiel mit Geländewagen fahren, draußen schlafen und sich selbst und die Natur erfahren. Sie können Frauen sein, die auch in diesen Disziplinen ihre Frau stehen! Be your own hero!