Eintreten für mehr Miteinander – Politiker und Superintendentin im Gespräch

Politischer Tisch c mickein
Sie diskutierten die Herausforderungen unserer Zeit: (v.l.) Hubertus Mühling, Karin Nigbur-Martini, Superintendentin Martina Espelöer, Thomas Gemke, Dr. Peter Paul Ahrens, Martin Wächter und Michael Heilmann. (Foto: Ev. Kirchenkreis/M. Mickein)

Iserlohn. Die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts betonten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Region, die auf Einladung von Superintendentin Martina Espelöer im Haus des Kirchenkreises zum „Politischen Tisch“ zusammenkamen. An dem Treffen nahmen neben Landrat Thomas Gemke die Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens für Iserlohn, Michael Heilmann für Hemer, Karin Nigbur-Martini als stellvertretende Bezirksbürgermeisterin für Hohenlimburg, Hubertus Mühling für Balve und Martin Wächter für Menden teil.

Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen in den Themen Pflege und Populismus angehen, so die einhellige Meinung zwischen Politikern und Kirchenvertretern. „Wir stehen hier komplett beieinander“, sagte Superintendentin Martina Espelöer. Um der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken, brauche es in der Gesellschaft ein Bewusstsein auch für nachbarschaftliches Zusammenleben, so die Superintendentin. „Kirche und Kommunen müssen sich dafür gemeinsam einsetzen, dass Menschen am gesellschaftlichen Leben lange teilhaben können, und zwar noch bevor sie pflegebedürftig werden“, erklärte Michael Heilmann. Die Gemeindeschwester, die aus ihrer Kirchengemeinde heraus Besuchsdienste zu Hause oder in Krankenhäusern im Zusammenspiel mit vielen Ehrenamtlichen organisiert und koordiniert, geht hier in diese Richtung, berichtete Superintendentin Espelöer aus dem Evangelischen Kirchenkreis.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens brachte mit dem Iserlohner ehrenamtlichen Dienst „Continue“ von städtischer Seite ein Modell ins Gespräch, in dem Hauptamtliche das Engagement von Ehrenamtlichen fördern und strukturieren. Gerade in den heutigen Zeiten, wenn Menschen nur noch wenige Angehörige haben oder diese weit weg wohnen, brauche es umso mehr eine „gesellschaftliche Empathie“, ein „Mitgefühl für den Nächsten“, erklärte Hubertus Mühling.

In der Frage, wie man dem Populismus in der öffentlichen Debatte entgegentreten könne, sagte Martin Wächter aus Menden: „Auch in Zeiten von Social Media geht nichts über das persönliche Gespräch“. Michael Heilmann betonte: „Wir müssen wieder mehr zu den Menschen hingehen und mit ihnen sprechen.“ Für Karin Nigbur-Martini sind Uneinigkeiten im demokratischen Miteinander kein Gegensatz: „Aber man muss miteinander sprechen und diskutieren können. Populisten werden dabei vielleicht auf der Strecke bleiben.“ Und für Landrat Thomas Gemke ist es wichtig, „dass wir in einer Gesellschaft der Vielfalt, die immer komplexer wird, beieinanderbleiben und die unterschiedlichen Meinungen, die es gibt, auch aushalten.“ Und so bleibe es „im Wettstreit der Ideen immer wieder die Aufgabe, Frieden zu stiften und uns nicht auseinander dividieren zu lassen“, betonte Superintendentin Martina Espelöer zum Abschluss des Gesprächs.