Eishockeymuseum: Hemer bewirbt sich

Hemer. (Red.) Die „Hockey Hall of Fame“ ist nicht mehr. Das Eishockeymuseum, einst angesiedelt in Augsburg, darf nach einer Generalsanierung wegen der bayerischen Brandschutzbestimmungen nicht wieder im einstigen Domizil eröffnet werden. Doch was wäre, wenn die beeindruckende Sammlung einizgartiger Erinnerungen an die deutsche Eishockey-Geschichte demnächst in Hemer zu erleben wäre? Genauer: im Sauerlandpark. Die Stadt Hemer hat jetzt eine Anfrage an das Präsidium des deutschen Eishockeymuseums geschickt. Ein Bewerbungsschreiben, in dem ein Gebäude im Sauerlandpark empfohlen wird und in dem auch die eigene Eishockey-Geschichte eine Rolle spielt.

„Nachdem das Thema seitens der Politik angesprochen wurde, haben wir unsere verwaltungsinternen Kontakte gebeten, bei den verantwortlichen Stellen unser Interesse zu signalisieren, das Eishockeymuseum in einem Gebäude des Sauerlandparks zu beherbergen“, sagt Michael Esken, Bürgermeister der Stadt Hemer und Aufsichtsratsvorsitzender des Sauerlandparks. Martin Gropengießer, Vorsitzender der Hemeraner CDU-Fraktion, hatte dieses Ansinnen in einem Antrag an den Stadtrat formuliert.

Schließlich ist Hemer auf der großen deutschen Eishockey-Bühne keine Unbekannte: In Deilinghofen begründete eine Gruppe von Jugendlichen im Jahr 1959 die Eishockeytradition im Sauerland. Mit Unterstützung des ehemaligen Volksschullehrers Hanskarl Franke riefen sie den EC Deilinghofen ins Leben, der seine ersten Spiele auf der Eisfläche des kanadischen Camps „Deilinghofen“ machte. Heute spielt der Nachfolgeclub, die Iserlohn Roosters, seit mehr als zehn Jahren in der Deutschen Eishockey-Liga, ohne dabei seine Wurzeln vergessen zu haben. Noch heute singen die Fans über den kleinen Ortsteil Deilinghofen, der aus der Geschichte des Eishockeys in Südwestfalen nicht wegzudenken ist.

Ein großes Forum für eine Gala

Deshalb hat sich die Verwaltung in einem Schreiben an das Präsidium des Eishockeymuseums gewandt und eine großzügige Fläche in einem der Gebäude des Sauerlandparks als Standort angeboten. Der Sauerlandpark liegt nämlich genau zwischen Deilinghofen und der Eissporthalle am Seilersee. Auswärtige Fans brauchen mit dem Auto nur maximal zehn Minuten, um rund um die Heimspiele des Clubs auch das Museum zu besuchen. „Da das Eishockeymuseum in der Vergangenheit stets eine große Gala des deutschen Eishockeys in Zusammenarbeit mit der Deutschen Eishockey-Liga und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ausgerichtet hat, ist der Standort Hemer in doppelter Hinsicht ideal“, heißt es in dem Schreiben. Hemer und sein Sauerlandpark hätten zudem mit dem Grohe-Forum einen hervorragenden Ort, auch solche Rahmenevents zu organisieren.

Zwei weitere Bewerber

Neben der Stadt Hemer sind zwei weitere Standorte als neue Heimstädte des Eishockeymuseums im Gespräch. Michael Esken strotzt vor Selbstbewusstsein: „Wir haben angeboten, in den kommenden Wochen Hemer zu besuchen und den möglichen Standort im Detail in Augenschein zu nehmen. Wir freuen uns schon jetzt auf die Kommission.“