Eiskalte Abzocke bei heißer Liebe

Polizei warnt vor „Love Scamming“ im Internet

Abzocke im Internet
Ob alt, ob jung – es kann jeden treffen. Dreiste Betrügerinnen und Betrüger gaukeln ihren ahnungslosen Internet-Partnern die große Liebe vor. Anschließend werden die entflammten Menschen gehörig abgezockt. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Iserlohn. Weihnachten, das Fest der Liebe, steht vor der Tür. Genau jetzt warnt die Polizei vor einer Betrugsmasche, bei der Zuneigung und Liebe von Menschen ausgenutzt werden. „Love Scamming“, also Liebes-Betrügereien, nennt sich das. Ein Mann aus dem Märkischen Kreis ist kürzlich auf die Liebesschwüre einer vermeintlich in Not geratenen Frau hereingefallen.

„Das Internet öffnet auch Betrügern Tür, Tor und vor allem Geldquellen“, warnt die Polizei. Der Mann aus dem Kreis hatte über ein Dating-Portal Kontakt bekommen zu einer Frau, die angeblich im europäischen Ausland lebt. Sie sei im Militär-Einsatz, gaukelte die Dame vor. Und nicht nur das: Ständig gab es Notlagen in der Familie. Über verschiedene Wege transferierte der gutgläubige Portal-Nutzer binnen weniger Tage kleinere und größere Geldbeträge an verschiedene Personen rund um den Globus.

Der Trick ist nicht neu. Es gab ihn auch schon vor den Zeiten des Internets. Ermittler sprechen von „Love Scamming“. Heutzutage suchen die Täter ihre Opfer in Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken. Auf innigste Liebesbekundungen folgen schnell vermeintliche Hilferufe: Mal spiegeln die Betrüger eigene Notlagen vor, mal sollen enge Verwandte Hilfe benötigen.

Da wurden angeblich Koffer gestohlen oder das Kind braucht eine lebenswichtige, teure Operation. Auch die Behauptung, gerade im Militär-Einsatz zu stecken und deshalb nicht an das eigene Geld zu kommen, sei typisch. Deshalb bitten die Täter oder oftmals Täterinnen ihren vermeintlichen neuen Internet-Partner, Geld zu überweisen via Western Union oder „MoneyGram“. Die Täter setzen ihre verliebten Opfer einem hohen emotionalen Stress aus.
Die Polizei warnt: Telefonate oder Skype-Kontakte mit Bild bieten keine Gewähr, dass das Gegenüber „echt“ ist. Die Betrüger verwenden gerne Prepaidhandys, die eine Rückverfolgung fast unmöglich machen.

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt hat, kein Geld überweisen. Im Internet tummeln sich viele Betrüger, die ihr Geld mit der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen verdienen. Der Tipp: Seien Sie immer misstrauisch!