Endlich geht’s ins Schmuckkästchen

Iserlohn. (tg) „Nach dieser Halle leckt sich so mancher ProB- und auch ProA-Ligist die Finger“, sagt Matthias Grothe. Der Trainer der Regionalliga-Basketballer von NOMA Iserlohn muss es ja wissen – schließlich hat er als Aktiver bei Phoenix Hagen landauf, landab viele Hallen gesehen. Und entsprechend stolz sind die Korbjäger, heute um 19.30 Uhr gegen die SG Sechtem erstmals in ihrem „Schmuckkästchen“ zu spielen.

Die Vorfreude auf die Premiere hat in den letzten Tagen im NOMA-Lager etwas von den Unstimmigkeiten im Team abgelenkt, die nach der peinlichen Vorstellung in Dortmund an die Oberfläche brachen. Insbesondere die beiden US-Amerikaner Terry Horton und Tyler Kathan gerieten massiv in den Fokus der Kritik.

Beim Show-Training anlässlich der offiziellen Halleneröffnung am 28. Januar betraten die Iserlohner Korbjäger erstmals ihr neues Schmuckkästchen – und fiebern seitdem ihrem ersten Spiel entgegen. Heute gegen die SG Sechtem ist es nun endlich soweit. (Foto: Tim Graumann)

„Sie füllen ihre Rolle als Führungsspieler nicht aus“, brachte es Coach Grothe auf den Punkt. Er zog die Reißleine. Personelle Änderungen sind, da die Transferfrist schon vor Wochen abgelaufen ist, zwar nicht mehr möglich, doch innerhalb der Mannschaft werden die Aufgaben neu verteilt – und das Duo wird vorerst mit der Bank vorlieb nehmen dürfen.

Getreu dem Saison-Motto „Mut“ sollen nun die Youngster mehr in die Verantwortung genommen werden – und dies ausgerechnet gegen den Ligaprimus aus Sechtem. „Warum nicht?“ Grothe sieht angesichts des Gegners keinen Grund, von seiner Linie abzuweichen. „Das Spiel ist doch geradezu prädestiniert dafür.“ Zu verlieren haben seine Jungs schließlich nichts, und vielleicht sorgt ja gerade die neue Halle für den nötigen Kick, um eine Überraschung zu erreichen.

So jedenfalls die kleine Hoffnung der Teamverantwortlichen, die auf lange Sicht jedoch davon ausgehen, dass mit dem Umzug „ein riesiger Schritt in Richtung Professionalisierung getan“ wurde. Nicht nur, weil jetzt die Linienführung wieder regelkonform ist – „damit haben wir keinen Nachteil mehr, wenn wir auswärts antreten müssen“ – sondern auch, weil es auf Holzparkett einfach viel mehr Spaß mache, Basketball zu spielen. „Das ist einfach der beste Untergrund“, so Grothe.

Doch während die Rahmenbedingungen am neune Spielort nun keine Wünsche mehr offen lassen, ist die sportliche Situation alles andere als zufrieden stellend. Nach ausgeglichener erster Serie, wollten die Kangaroos nun durchstarten. Und nach dem Heimsieg über die BG Dorsten sowie dem hauchdünnen Pokal-Aus in Recklinghausen, sah es auch gut aus.

An dem folgenden spielfreien Wochenende muss der Fuß allerdings von Gaspedal gerutscht sein. War die Niederlage beim Abschied von der alten Halle noch im Rahmen, so war der Fall Dortmund das dunkelste Kapitel der Serie. „Und ich dachte, nach Salzkotten könnte es nicht schlimmer kommen“, waren Grothes erste Worte nach der peinlichen Vorstellung in Dortmund.

Die Folge: Das Ziel „Top-Five“ kann – bei vier Punkten Rückstand und nur noch acht Spielen – aufgrund der Punkteregelung im Grunde zu den Akten gelegt werden. In der Ablage werden zudem auch die Verträge von Terry Horton und Tyler Kathan bald landen, denn „für weiterführende Gespräche haben sich die beiden völlig disqualifiziert“, so Grothe.