"Entrüstet Euch!“

Iserlohn. Unter dem Motto „Entrüstet Euch!“ findet von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. Juli 2012, das 22. Friedensfestival Iserlohn auf dem Platz an der Bauernkirche statt.

Der Verein „Friedensfestival Iserlohn“ veranstaltet „umsonst und draußen“ ein bunt gemischtes Benefiz-Großereignis, das verschiedenen sozialen und politischen Projekten zu Gute kommt.

Muntere Mischung

Die Besucher erwartet im Herzen der Iserlohner Altstadt eine muntere Mischung. Dreizehn Bands und Einzelkünstler, lustige Sketche, vegane, afrikanische, arabische und deutsche Speisen, das Kinderprogramm mit Flohzirkus, Basteln, Schminken und Hüpfburg sowie Stände mit alternativer Literatur, Schmuck und Kleidung laden zum Verweilen und Mitmachen ein.

Welche Wirkung das Fest seit 1991 in kultureller, politischer und sozialer Hinsicht mittlerweile hat, verdeutlichen einige Zahlen: Über 250 Bands und Solisten haben bisher ohne Gage auf der Festival-Bühne aufgespielt. Etwa ein Drittel kam aus Iserlohn und den umliegenden Städten. Auf der Bühne standen mehr als 80 RednerInnen. Sie haben Missstände angeprangert, Kriege geächtet und alternative Lösungen vorgeschlagen. Etwa 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind jedes Jahr mit der Organisation und Durchführung des Festivals beschäftigt. Über 33.500 Euro an Überschüssen wurden in den vergangenen 21 Jahren durch das Fest erwirtschaftet. Diese Summe wurde komplett gespendet, und zwar vor allem an Flüchtlinge in Iserlohn und Umgebung.

Freitag, 6. Juli 2012

Laut und rockig startet das Festival am 6. Juli um 18 Uhr mit den Kings & Boozers. Die Arnsberger Band wurde 2008 von einigen Ex-Musikern der Irish-Folk-Punk-Legende Lady Godiva gegründet, die sich zwei Jahre zuvor nach zwölfjähriger Bühnen- und Festivalpräsenz aufgelöst hatte. Ergänzt wurde Kings & Boozers durch neue Gesichter an Bass, Gitarre und Tin Whistle.

Danach betritt um 19.30 Uhr Ruhrschrei aus Schwerte die Bühne. Geboten wird deutschsprachiger Punkrock, wobei die vier Jungs auf der Bühne mächtig Gas geben und dabei nicht nur gute Laune und Spaß verbreiten, sondern auch ernste Botschaften. Gespielt werden sowohl Lieder mit sozialkritischen Texten, als auch hymnenartige Songs.

Druckvoll geht es auch beim dritten Act des Abends ab 21 Uhr zur Sache. „New Ass Kicking Rock’n’Roll“ betiteln Lozasfuel ihren Stil und treffen damit voll ins Schwarze. Die Festivalgemeinde kann sich auf Songs voller Energie wie „Break the Silence“ oder „Starflyer“ freuen.

Mit The Idiots aus Dortmund haben sich die Friedensfestival-Organisatoren nicht nur eine legendäre Punk- und Metal-Band als Topact des Freitags auf die Bühne geholt: Ab 22.30 Uhr wird Sir Hannes auf dem Festival für Furore und denkwürdige Konzerterlebnisse sorgen.

Samstag, 7. Juli

Progressiv-Rock ist die Stilrichtung, der sich die Musik von Lightness am ehesten zuordnen lässt: Die fünfköpfige Band aus Lüdenscheid rund um Sänger Karsten Blank eröffnet den Festival-Samstag um 15.30 Uhr mit einer Mischung aus verschiedenen Stilelementen – über Soul und Psychodelic bis hin zum Heavy.

Um 17 Uhr kommen Rock’n’Doe. Über geballte Erfahrung in verschiedenen Bands verfügen auch die Musiker von Rock ‚N’Doe, die ab 17 Uhr mit perfektem Zusammenspiel, großer Spielfreude und satter Power ihrem melodiösen, handgemachten Hardrock Groove und Dynamik verleihen

Um 18:40 Uhr folgt „Stoff“. Es gibt Bands, die allein dadurch gute Laune verbreiten, indem sie einfach nur die Bühne betreten: Die Oldenburger Band Stoff will ab 18.40 Uhr unter der Parole „Steht auf, wenn Ihr Stoff wollt“ beweisen, dass sie dazu gehört und die Tanzbeine in Bewegung bringen kann. Dazu kredenzt die Kult-Chaos-Combo Kompositionen.

Fetter Off-Beat-Rock, große Melodien und jede Menge Action erwarten die Friedensfestival-Besucher ab 20.30 Uhr bei Piazumanju. Die fünf Jungs samt Banddame aus Hamburg haben es sich nach eigenem Bekunden zur Aufgabe gemacht, mit ihrer Mischung aus Reggae, Rock und Ska „jede Hütte in der Republik zu zerlegen“.

Nahtlos weiter feiern und tanzen lässt sich ab 22.30 Uhr mit Dubtari. Das achtköpfige Hamburger Offbeat-Kollektiv betätigt sich im Ska- und Reggae-Metier. Diese musikalische Basis wird durch Latin-, Hip-Hop-, Drum’n’Bass- und Rock-Elemente zu ihrem unverkennbaren Sound angereichert.

Sonntag, 8. Juli

Sascha Szillus (geb. Strack) beschäftigt sich mit Musik aus dem spanischen und südamerikanischen Sprachraum. Er stellt ab 15.30 Uhr sowohl eigene als auch bekannte Stücke mit der Gitarre vor. Sein Stil ist Flamenco-geprägt, kommt aber auch mit Funk-, Blues- und Cuba-Rhythmen in Berührung.

Alton Hugh Simpson, als Musiker unter dem Namen Ras Flabba bekannt, erblickte 1954 in Jamaika das Licht der Welt. Das Schicksal verschlug ihn später nach Iserlohn, wo er 1981 die legendäre Band Adisa gründete. Seine Texte sollen zum Nachdenken anregen. Seine Musik wird aber auf jeden Fall ab 17 Uhr für sonnige Vibes auf dem Friedensfestival sorgen.

Die Hemeraner Konsorten“ spielen ab 18.50 Uhr englischen und irischen Folkrock – durchsetzt von einzelnen, verfolkten Rocksongs aus den 70er Jahren. Sie präsentieren diese einzigartige Mischung mit spontanem Bühnenhumor, großer Authentizität und viel Spielfreude.

Dreizehn Musiker aus dem Ostwestfälischen bilden unter ihrem Bandnamen „Crystal Pasture“ den Top-Act des Sonntages und damit den Abschluss des Friedensfestivals. Ihr Sound ist irgendwo zwischen Polka, Kirmessounds, Ska, Indiefolk, Dorfmusik & Rock zu verorten und wird mit allerlei Schlag-, Blas-, Streich-, Tasten und Saiteninstrumentarium vorgetragen. Zur klassischen Bandbesetzung gesellen sich Geige, Akkordeon, Klarinette und ein halber Posaunenchor. Die Mission: Jeden Auftritt zu einem kleinen Spektakel der Spielfreude und Tanzbarkeit zu machen!