Erinnerungen an ein „Iserlohn vor 100 Jahren“

Iserlohn. (as/Red.) Allen Diskussionen um Mini- und sogar
Minus-Zinsen zum Trotz: Die Sparkasse Iserlohn hält am Weltspartag fest. Mehr
noch: „In Zeiten niedriger Zinsen gibt es am Weltspartag eine echte Belohnung“,
sagt Ingeborg Woywod, Direktorin des Vorstandssekretariats der Sparkasse. Weil
der 30. Oktober auf einen Sonntag fällt, findet der Weltspartag diesmal am
Freitag, 28. Oktober, statt.
Ganz junge Sparer können sich am kommenden Freitag über das Plüsch-Nashorn
Hardy freuen. Bei Jugendlichen belohnt die Sparkasse das Schlachten des
Sparschweins mit je einer Kinokarte für eine Vorstellung eigener Wahl. Trendige
Taschenlampen gibt‘s als Dankeschön für fleißiges Sparen. Für Erwachsene hält
die Sparkasse den historischen Kalender „Iserlohn vor 100 Jahren“ bereit. Er
entstand erneut in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Iserlohn. Unter dem Thema
„Iserlohn vor 100 Jahren auf historischen Bildern“ werden diesmal vor allem
Motive des Iserlohner Buchhändlers, Fotografen und Verlegers Gerd Bischoff
präsentiert.
„Die Familie Bischoff ist in Iserlohn nicht mehr so präsent in den
Erinnerungen“, sagt Rico Quaschny. „Dabei war sie 150 Jahre lang in Iserlohn
aktiv.“ Bei der Sichtung der Fotografien stand für den Leiter des Stadtarchivs
Iserlohn schnell fest: „Wir möchten mit den Bischoff-Fotografien eine
Ausstellung machen.“
Die Familie Bischoff war seit etwa 1830 in Iserlohn ansässig. Der Kaufmann
und Buchbinder Ernst Bischoff (1846-1890) übernahm das schon von Großvater und
Vater geführte Geschäft – eine Buch- und Schreibwarenhandlung – in der Unnaer
Straße 9. Schon in jungen Jahren begann sein Sohn Gerd Bischoff (1876-1943),
Motive aus Iserlohn und der näheren Umgebung fotografisch festzuhalten. So
entstanden etwa ab 1900 Fotoalben, Bildmappen und Postkarten mit Iserlohner
Stadtansichten, Ausflugslokalen in der Nähe Iserlohns, Ansichten der
Dechenhöhle, des Felsenmeers und des Hönnetals, die im „Verlag Ernst Bischoff,
Iserlohn“ herausgegeben und im Familiengeschäft verkauft wurden.
Die Buchhandlung Bischoff wurde noch bis 1977 von Käte Bischoff, einer
Tochter Gerd Bischoffs, fortgeführt. Jahrzehnte nach dem Tod Gerd Bischoffs
gelangten zahlreiche Negative, Fotoabzüge und Postkarten in das Stadtarchiv
Iserlohn.
Weil von der Familie Bischoff keine Fotografien von Letmathe ermittelt werden
konnten, sind in den Kalender zwei Abbildungen aus den im Stadtarchiv
aufbewahrten unveröffentlichten Lebenserinnerungen von Clara Deneke, geborene
Overweg (1847-1933), aufgenommen worden. Clara Deneke ist im Haus Letmathe
aufgewachsen.
Zurück zum Weltspartag: Trotz der Diskussion um so genannte Straf-, also
negative Zinsen hält die Sparkasse an der Bedeutung des Sparens fest. „Es ist
wichtig, Geld zurückzulegen für wichtige Anschaffungen – für den Urlaub, das
Auto, die eigene Wohnung“, sagt Ingeborg Woywod. Diese alten Werte sind immer
noch auf der Höhe der Zeit. Sie werden es auch bleiben. Genau wie der
Weltspartag.