Erstes Straßenfotografie-Festival in Iserlohn

[1/2] Straßenfotografie kann durchaus im Wasser stattfinden. Mit diesem Bild beispielsweise begeisterte Mary Cimetta. (Foto: Mary Cimetta/VIA!) Vorbesichtigung im Altstadtstollen: Mit-Organisator Michael May (v.l.)

[1/2] Straßenfotografie kann durchaus im Wasser stattfinden. Mit diesem Bild beispielsweise begeisterte Mary Cimetta. (Foto: Mary Cimetta/VIA!) Vorbesichtigung im Altstadtstollen: Mit-Organisator Michael May (v.l.), Museumsleiter Gerd Schäfer und Rainer D

Iserlohn. (as) Dunkel ist‘s. Und kühl. Gerade einmal neun Grad Celsius. Ganz in der Nähe klatschen Wassertropfen auf den Boden. Hunderte. Tausende. Im Schein der Taschenlampe sind kleine Stalaktiten zu erkennen. Von unten wachsen ihnen winzige Stalagmiten entgegen.

Nein, wir befinden uns nicht in der Dechenhöhle, sondern im Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz in Iserlohn (Eingang hinter dem Kinderspielplatz). Der Stollen ist einer der Schauplätze eines ungewöhnlichen Ausstellungsprojekts. „Observations 2017“ heißt es. Es handelt sich um das erste internationale Straßenfotografie-Festival in Iserlohn. Zu erleben ist es von Freitag, 14. Juli, bis Sonntag, 23. Juli, täglich von 16 bis 23 Uhr.
Doch von vorn: Auf Anregung und mit Unterstützung der internationalen Fotografenvereinigung „Observe Collective“, zu der auch der Iserlohner Bildjournalist Michael May gehört, haben städtische Galerie, Stadtmuseum und Volkshochschule das erste Straßenfotografie-Festival auf die Beine gestellt. „Ist das was für Iserlohn? In dieser Größenordnung?“, soll sich Museumsleiter Gerd Schäfer zunächst ein wenig skeptisch erkundigt haben. Michael May konnte nur müde grinsen. Fest steht jetzt schon, dass viele Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt nach Iserlohn strömen werden und das Festival zu zu einem internationalen Treffpunkt der Szene machen werden. Fest steht auch, dass Fotoenthusiasten, Kunstfreunde und all die, die sich von den mal skurrilen, mal atemberaubenden Momenten, die auf den Fotos abgebildet sind, berauschen lassen möchten, die Stadt Iserlohn zehn Tage lang in das Mekka der Straßenfotografie verwandeln werden.
In der städtischen Galerie, Theodor-Heuss-Ring 24, wird in Kooperation mit dem Goethe-Institut das Projekt „VIA! Von Hamburg bis Palermo“ gezeigt, das im vergangenen Jahr im Museo die Roma in Trastevere und an anderen Orten Italiens ein großer Publikumserfolg war und nun erstmals in Deutschland vorgestellt wird.
Im Luftschutzstollen Altstadt, dem wohl ungewöhnlichsten Ausstellungsort des Festivals, präsentieren sich die Fotografen-Kollektive „FullFrontalFlash“ und „Eyegobananas“. Um die Fotos betrachten zu können, werden am Eingang Taschenlampen verteilt.
Weil man im Luftschutzstollen natürlich keinen Nagel in die Wand schlagen darf, stellte sich zunächst die Frage, wie die Fotos überhaupt präsentiert werden können. Ein Sponsor bot seine Hilfe an und finanzierte Stellagen, die nun überall im Stollen verteilt werden. Die Fotos selbst wurden so behandelt, dass sie der extremen Witterung unter der Erde trotzen können.
Im Haus A in der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf stellt die Gruppe „Observe Collective“ aus.
In den Geschäftsräumen von Raumsilber am Theodor-Heuss-Ring 7 und im ehemaligen Gartenatelier des Iserlohner Künstlerpaares Wilhelm Wessel und Irmgart Wessel-Zumloh an der Gartenstraße werden Studenten und Lehrer der privaten Hochschule BTK aus Iserlohn ihre Festivalbeiträge zeigen.
Die Volkshochschule am Stadtbahnhof beteiligt sich mit einer Schau von Teilnehmerarbeiten am Ausstellungsreigen.
Open-Air-Präsentationen entlang der Lenne-Promenade und auf dem Fritz-Kühn-Platz mit Beiträgen internationaler Wettbewerbe zu den Themen „Down by the River“ und „Under Construction“ runden das Festival ab.
Aktionen zum Festival
Das Straßenfotografie-Festival hat noch mehr zu bieten als die unterschiedlichen Ausstellungen. Freuen können sich die Festival-Besucher auf eine Foto-Tauschbörse und eine Wohltätigkeits-Foto-Auktion am Sonntag, 16. Juli, ab 12 Uhr in der VHS im Stadtbahnhof. Zur Auktion wird auch Peter Nahum, ehemaliger Direktor von Sotheby‘s London, erwartet.
Ebenfalls in der VHS wird am Sonntag, 16. Juli, um 15 Uhr der Fotograf Fadi Boukaram vom Observe Collective einen Vortrag halten zum thema „Roadtrip to Lebanon USA“.
Eingestimmt auf das besondere Festival werden die Iserlohner und alle Besucher zudem von Walking Acts mit dem Schauspielensemble Iserlohn. Geplant ist Stand-up-Comedy rund um die Straßenfotografie.
Die MVG stellt einen Shuttle­bus für Festival-Fans. Als Fahrkarte gilt ein Button, den man an jedem Ausstellungsort oder in der Stadtinformation im Stadtbahnhof zum Preis von 2,50 Euro erwerben kann. Der Shuttle-Bus verkehrs zwischen 16 und 23 Uhr zwischen den einzelnen Ausstellungs-Stationen.
Als Erinnerung an das erste Straßenfotografie-Festival in Iserlohn verkauft die Stadt T-Shirts mit entsprechenden Aufdrucken und Plakate. Darunter auch eine limitierte Edition mit fünf Motiven, die von den Fotografen handsigniert wurden.