Es brennt bei der Feuerwehr

Mit solchen Motiven wirbt die Iserlohner Feuerwehr für Nachwuchs: Das Foto zeigt (v.l.) Christian Eichhorn (Leiter der Feuerwehr Iserlohn), Jonathan Eichhorn (Mitglied der Jugendfeuerwehr), Hans-Jürgen Pinkepank (Mitglied des Fördervereins Feuerwehr Iserlohn) und Michael Zihn (Vorsitzender des Fördervereins Feuerwehr Iserlohn und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Iserlohn). (Foto: Feuerwehr Iserlohn)

Iserlohn/Hemer. (as) Stellen Sie sich vor, es brennt, und keiner kommt, um zu löschen. Das kann nicht geschehen, meinen Sie? Hoffentlich behalten Sie Recht. Denn augenblicklich brennt es bei den Freiwilligen Feuerwehren in Hemer und und Iserlohn lichterloh. Es fehlen die Mitglieder und es mangelt ganz gewaltig an Nachwuchs. Um die riesigen Löcher in ihren Reihen stopfen zu können, haben sich die Blauröcke in beiden Städten für intensive Mitgliederwerbung entschieden.

Um es vorweg zu sagen: Es wird wohl auch weiterhin gelöscht, wenn’s brennt. Doch falls sich keine Freiwilligen finden, kann das künftig richtig teuer werden.

„Wir brauchen dringend neue Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr. Denn in fast allen Löschgruppen sind die Mitgliederzahlen eingebrochen, was zur Folge haben kann, das gerade tagsüber nicht mehr ausreichend Feuerwehrfrauen und -männer zur Ergänzung der Berufsfeuerwehr zu Verfügung stehen“, sagt Michael Zihn, Vorsitzender des Fördervereins Feuerwehr Iserlohn. Sollte sich dieser Trend nicht ändern, muss die Stadt Iserlohn die Dienste der Freiwilligen durch Berufspersonal gewährleisten. Denn die so genannte Hilfsfrist 2, die im Brandschutzbedarfsplan der Stadt Iserlohn mit 13 Minuten festgeschrieben ist, wird in Iserlohn durch die Freiwillige Feuerwehr abgedeckt. Das heißt: Die Berufsfeuerwehr muss nach spätestens acht Minuten am Einsatzort eintreffen (Hilfsfrist 1). Sie wird nach weiteren fünf Minuten durch die Freiwillige Feuerwehr verstärkt (Hilfsfrist 2).

Die Ausrüstung kann sich sehen lassen. Nun warten die Vertreter der Löschgruppen aus Westig, Sundwig und Hemer-Mitte auf Verstärkung. Wer wie einst der kleine Drache Grisu Feuerwehrmann oder -frau werden will, ist bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hemer willkommen. (Foto: Feuerwehr Hemer)

Fundierte Ausbildung, gutes Equipment

Diese Dienste haben sich bewährt. Und genau deshalb wirbt die Feuerwehr für neue Mitglieder, die sich neben ihrem Beruf ehrenamtlich engagieren und durch ihren Einsatz Menschenleben retten. „Dazu bieten wir eine fundierte Ausbildung im Bereich der Feuerwehr, gutes Equipment wie Fahrzeuge und persönliche Schutzausrüstung“, sagt Michael Zihn. Wer sich engagiert, erlebt zudem eine enge Kameradschaft.

Ein Mitmachen bei der Feuerwehr ist übrigens schon ab zwölf Jahren möglich. Die Stadt Iserlohn bietet nähere Informationen auf der Internetseite der Feuerwehr Iserlohn und auf Facebook! Außerdem sind in Iserlohn jetzt an mehreren Stellen Plakate zu sehen, mit denen die Feuerwehr auf ihre Misere aufmerksam macht. Die Plakatwände wurden von der Stadt kostenfrei zur Verfügung gestellt. In den kommenden Wochen sollen in Iserlohn darüber hinaus Info-Flyer verteilt werden.

Flyer sind auch das Informationsmittel der Löschgruppen aus Westig, Sundwig und der Stadtmitte von Hemer. Doch hier wird die Mitgliederwerbung hautnah praktiziert. Die Feuerwehrmänner und -frauen gehen am heutigen Samstag, 16. Februar 2013, von Tür zu Tür, um Menschen für eine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr zu interessieren. Durch eine möglichst großflächige Verteilung ihrer Info-Flyer möchten sie viele Menschen für den lebensrettenden Dienst begeistern. Den einen oder anderen können sie vielleicht sogar direkt am Gartenzaun für ihre Arbeit gewinnen.

„Die direkte Ansprache ist immer noch die beste Möglichkeit, neue Kameradinnen und Kameraden zu gewinnen“, sagt Feuerwehr-Chef Markus Heuel. „Fragen können bei Bedarf auch direkt an der Haustür beantwortet werden.“

„Ohne Mitstreiter nicht mehr einsatzfähig“

Besonders ernst ist es um die Löschgruppe Westig bestellt: Aktuell zählt die Einheit lediglich zwölf Aktive. „Ohne neue Mitstreiter ist die Löschgruppe nicht mehr einsatzfähig“, sagt Löschgruppen-Führer Volker Jaeger.

Helfende Hände fehlen auch in Sundwig. Thomas Averhage aus der dortigen Löschgruppe: „Es ist wichtig, sich in der Feuerwehr zu engagieren und es macht einfach Spaß.“ Dabei sollten sich nicht nur Männer angesprochen fühlen. Vanessa Reitz versieht seit 2009 ihren Dienst in der Löschgruppe Hemer: „Hoffentlich werden sich auch junge Frauen melden.“

Wer sich schon immer für die Feuerwehrarbeit interessiert hat und nicht warten will, bis der Feuerwehrmann zweimal klingelt, kann auch zum Telefonhörer greifen oder eine Mail schreiben:

  • Karl-Heinz Wilking
    Stadtmitte; Tel. 02372/ 5507-51; E-Mail: LG-Hemer@Hemer.de
  • Volker Jaeger
    Westig; Tel. 02372/ 5507-52; E-Mail: LG-Westig@Hemer.de
  • Frank Böckelmann
    Sundwig; Tel. 02372/ 5507-53; E-Mail: LG-Sundwig@Hemer.de
  • Sascha Fiefeck
    Jugendfeuerwehr; Tel. 02372/ 5507-0; E-Mail: Jugendfeuerwehr@Hemer.de