Fällt Ariannas Mauer?

Iserlohn. (clau) Die Delphine! Ihnen verdankt die siebenjährige Arianna schon so viel und sie hat sie ganz tief ins Herz geschlossen. Dank einer Therapie mit den sanften Meeressäugern hat die kleine Iserlohnerin, die unter frühkindlichem Autismus leidet, schon gewaltige Fortschritte gemacht. Sie kann jetzt zur Schule gehen – aber immer noch nicht sprechen. Ihre Familie hofft, dass eine weitere Delphin-Therapie ihr zum sprachlichen Durchbruch verhilft. Die hohen Kosten übernimmt aber keine Krankenkasse.

Bei der Delphin-Therapie blüht Arianna auf und macht große Fortschritte. Ihre Eltern würden ihr nun gern bald einen weiteren Besuch bei den sanften Meeressäugern ermöglichen. (Foto: privat)
Bei der Delphin-Therapie blüht Arianna auf und macht große Fortschritte. Ihre Eltern würden ihr nun gern bald einen weiteren Besuch bei den sanften Meeressäugern ermöglichen. (Foto: privat)

Unter dem Titel „Wut ohne Worte“ hatte der Wochenkurier schon vor drei Jahren über Ariannas Schicksal berichtet. Bei der jüngsten Tochter der Familie De Nardo war mit wenigen Lebensmonaten frühkindlicher Autismus festgestellt worden. Es folgte ein wahrer Marathon von Therapien, der dem kleinen Mädchen helfen sollte, aus ihrem inneren Gefängnis frei zu kommen. Arianna erlebte die Welt anders als andere und konnte sich nicht mitteilen. Sie reagierte mit Wut und mächtigen zornigen Anfällen, die sich auch gegen sich selbst richteten.

Den Delphinen sei Dank

Zwei Mal schon reichte – auch dank vieler Spenden – das Geld, damit Arianna mit ihrer Mutter zu einer Delphin-Therapie nach Belek in die Türkei reisen konnte.

„Sie hat jedes Mal unglaubliche Fortschritte gemacht“, sagt Teresa De Nardo. „Gleich nach der ersten Therapie sagte sie noch am Flughafen plötzlich ,Mama‘. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich habe nur noch geweint vor Freude.“ Mit fünf Jahren folgte die zweite Therapie, anschließend eine zweiwöchige Nachtherapie in Unna. „Seitdem ist sie ,da‘. Sie guckt ihrem Gegenüber in die Augen, hört zu und versteht“, so beschreibt es die Mutter. Sie, die vorher kaum den Blick fokussieren konnte und  abwesend wirkte, hört und versteht nun sogar ein Flüstern aus dem Nebenraum.

Die Mutter ist erleichtert: „Früher musste man ihr alles langsam sagen, mit deutlichen Gesten begleiten und bis zu zehn Mal wiederholen. Wenn ich jetzt sage ,Hol mal deine Jacke!‘, läuft sie schon los.“

Arianna besuchte den heilpädagogischen Kindergarten in Gerlingsen. Mitteilen konnte sie sich zunächst nur mithilfe ihrer Mappe voller Fotokarten. Ihr standen nur Bilder zur Verfügung, keine Worte.

Sprechen per „Talker“

Mittlerweile „spricht“ Arianna per Computer. Sie hat einen sogenannten „Talker“, ein Gerät, das per Tastendruck mitteilt, was sie viel lieber selbst sagen können möchte. Sie kann auch mit der Hand, mit den Fingern und durch Gesten ähnlich wie in der Gebärdensprache kommunizieren.

Ihre Fortschritte überraschen zurzeit sogar ihre Therapeutin: Arianna fängt an, ganze Sätze zu bilden. „Ich möchte“ – mit diesen zwei unscheinbaren Worten beginnen nun ihre Bitten. „Sie nimmt viel wahr, beobachtet und teilt sich mit“, sagt die Mutter. „Sie kann jetzt auch auf das zeigen, was sie meint. Vorher konnte sie das nicht und hat dann vor Zorn und Wut nur geschrien und alles auf den Boden geworfen.“

Christophorus tut gut

Nicht nur Arianna leidet unter dem Autismus. Die ganze Familie, die Umgebung, die Mutter besonders – alle leiden mit. Unruhe und Wein-Zeiten gibt es immer noch, aber seltener. Jede Veränderung bringt Arianna aus dem Gleichgewicht. Feiertage, Wochenenden, Ferien, sogar die Weihnachtsdekoration – all das behagt ihr gar nicht. „Sie braucht feste Zeiten, die gewohnten Rituale. Alles muss an seinem Platz sein“, hat Teresa De Nardo lernen müssen.

Arianna geht mittlerweile gern zur Schule. Sie besucht die erste Klasse der Christophorus-Schule in Dortmund-Holzen. Diese Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung arbeitet nach den Grundsätzen des Waldorf-Pädagogen Rudolf Steiner. Arianna, der eine Integrationskraft zur Seite steht, liebt vor allem das Lernen mit viel Musik und Rhythmus. Sie blüht richtig auf.
„Und nun schläft sie endlich auch ohne Medikamente gut ein und sogar durch“, freut sich die Mutter, die jahrelang Abend für Abend am Bett ihrer schlaflosen Jüngsten zugebracht hat.

Fällt die Mauer?

Dienstags geht es zur Autismus-Therapie nach Dortmund, freitags zum Reha-Schwimmen. Langsam geht es voran. „Der ,Talker‘ hat schon Wunder bewirkt. Was jetzt noch fehlt, ist einfach das Sprechen“, so Teresa De Nardo. „Wir sind überzeugt, dass eine weitere Delphin-Therapie Arianna helfen würde.“

Aber: Die Kosten sind hoch und mit einem Durchschnittseinkommen kaum zu stemmen. Die Familie De Nardo ist daher dankbar für wirklich jede Unterstützung.

Spendenkonto

Lucky Dolphins for lucky Children
Volksbank Westerkappeln
IBAN DE60403616270034623900,
BIC GENODEM1WKP
Verwendungszweck: Arianna – Therapie Nr. 21091