Iserlohn. Den Wenigsten dürfte bekannt sein, warum Forstmeister Karl Freiherr von Drais, leidenschaftlicher Erfinder, 1817 das Laufrad erfand. Die extremen Stauberuptionen des Vulkans Tambora auf Bali im Jahr 1815 hatten weltweit katastrophale Folgen, so auch in Drais‘ Heimat.

Der Himmel blieb grau, die Ernten fielen aus. In ihrer Not schlachteten viele ihre Pferde, die unter anderem auch für den Personentransport notwendig waren. So entwickelte Karl von Drais ein Fahrzeug, dass nicht auf Pferdekraft angewiesen war. Im Jahr 1817 lief der Mannheimer Erfinder schließlich seinen Zeitgenossen buchstäblich davon – mit der Laufmaschine. Sie gilt heute als die Urform des Fahrrads und bewegt im wahrsten Sinn des Wortes Millionen.

Unrundes Jubiläum 200 plus 1

2018 jährt sich die Erfindung des Laufrads also zum 201. Mal: 200 plus 1. Ein Grund zum Feiern, meinen die Museen der Stadt und der ADFC Iserlohn und laden am Sonntag, 29. April, von 11 bis 17 Uhr zum ersten Iserlohner Fahrrad-Familien-Fest in die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn ein.

Das Fabrikendorf aus dem frühen 19. Jahrhundert ist eines der bedeutendsten technischen Kulturdenkmäler Südwestfalens, Ankerpunkt des industriekulturellen Verbundes „WasserEisenLand“ sowie der Tälerroute innerhalb der Europäischen Route der Industriekultur.

Das Fest-Programm am 29. April lässt Radfahrerherzen höherschlagen: Aussteller aus der ganzen Region führen Neuheiten vor und zeigen aktuelle Fahrradtrends. Sie beraten zu Sicherheit und Diebstahlprävention, informieren über „Touristische Angebote nah & fern“ und demonstrieren die Vielfalt des Radsports – outdoor wie indoor.

Geschichte des Radsports

Ein Film und historische Dokumente informieren in Haus A über die Geschichte des Fahrrads und die Geschichte des Radfahrer-Club von 1894 Iserlohn. Vorträge zu den Themen GPS für Smartphone oder Navi schlagen die Brücke zwischen Drahtesel und modernster Technik.

Zahlreiche Aktionen auf dem Gelände der Fabrikanlage laden außerdem zum Mitmachen und Staunen ein. Die Festbesucher, Erwachsene wie Kinder, können sich beim Fotoshooting mit dem Nachbau eines historischen Laufrads ablichten lassen, eigene Drahtesel aus Draht biegen, Jux- und Spaßräder ausprobieren, die nur vorwärts laufen, wenn man rückwärts in die Pedale tritt, BMX-Akrobatik bestaunen, in Büchern und Zeitschriften blättern, mit Händlern sprechen und vieles mehr.

Mehr Infos

Das Programm des „200 plus 1“-Fahrrad-Familien-Festes wird durch allerlei kulinarische Angebote und zwischen 14 und 16.30 Uhr auch durch Musik der Gruppe Jazzmixx abgerundet. Der Eintritt ist frei.

Alle Infos gibt’s auch online unter www.dasfahrradfest.de.