Flüchtlinge in ehemalige Entsorger-Betriebsstätte

Iserlohn. (as) Die ehemalige Betriebsstätte der Firma Edelhoff mit ihren Büro-, Verwaltungs- und Werkstattflächen, Sanitäranlagen und diversen Hallen an der Friedrich-Kaiser-Straße 13 soll neue Notunterkunft für Flüchtlinge in Iserlohn werden. Das teilte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens am Donnerstag, 24. September 2015, mit. Für ihn ist dieses Angebot ein Glücksfall. „Ich gehe davon aus, dass die Verlegung der Notunterkunft für Flüchtlinge aus der Almelo-Sporthalle an den neuen Standort bereits Mitte Oktober stattfinden kann“, sagt er. Sobald die Almelo-Halle frei und hergerichtet ist, können wieder Schul- und Vereinssport stattfinden.

Auf dem ehemaligen Edelhoff-Gelände war zuletzt die Lobbe-Entsorgung West untergebracht. Das etwa 12.000 Quadratmeter große Grundstück verfügt über eine Nutzfläche von gut 4.400 Quadratmetern. Angela Schunke, Leiterin des Ordnungsamtes, betont, dass sich der Standort vor allem deshalb als Notunterkunft für Flüchtlinge eigne, weil dort anders als in der Almelo-Halle, Wohnen und Aufenthalt sehr gut voneinander getrennt werden können.

Raum für mehr Privatsphäre

Auch seien die bisherigen Büroflächen in größere und kleinere Einheiten unterteilt, sodass die Flüchtlinge künftig mehr Privatsphäre hätten. Dazu wären weitere eigene Bereiche für Mahlzeiten, Spielflächen für die Kinder oder auch für Sprachkursangebote vorhanden. Sehr positiv bewertet sie den großzügigen Außenbereich, der den Flüchtlingen dort zur Verfügung steht.

Die Herrichtung der Immobilie als Notunterkunft wäre aus Sicht der städtischen Fachleute mit relativ geringem Aufwand kurzfristig zu machen. Eine Bereitstellung der Liegenschaft ab Mitte Oktober als Ersatz für die Notunterkunft Almelo-Sporthalle ist möglich. Die Kosten für die Anmietung der Immobilie und für die Betreuung durch die Johanniter werden weiterhin von der Bezirksregierung übernommen.

Die zentrale Lage war für Dr. Peter Paul Ahrens einst ausschlaggebend, die Flüchtlinge in der Almelo-Halle unterzubringen. Die neue Immobilie liege zwar nicht zentral, aber es seien auch nur drei Kilometer bis zum Rathaus und 500 Meter bis zum Nahversorgungszentrum Schapker Platz.

Immer mehr Quoten-Flüchtlinge

Klaus Peter Knops, Leiter des Ressorts Sicherheit und Ordnung, wies auf Folgendes hin: Unabhängig von der Notunterkunft Almelo-Halle, in der aktuell 180 Personen untergebracht sind, steigt auch die Zahl der Flüchtlinge, die Iserlohn über Quote zugewiesen werden, kontinuierlich. Mitte Juli waren es rund 450 Personen, heute sind es bereits 600. Auch diese Menschen müssen untergebracht werden. Sollte die Immobilie an der Friedrich-Kaiser-Straße nicht mehr als Notunterkunft benötigt werden, wäre diese Liegenschaft auch sehr gut geeignet für die Unterbringung von zugewiesen Flüchtlingen.