Football in Iserlohn: Keine Spielstätte trotz großer Begeisterung

Iserlohn. (Red./hc) Selten hat eine Sportart die Herzen der Deutschen schneller im Sturm erobert: Football ist der Sport der Stunde. Woran das liegt? Im Gegensatz zum deutschen „Volkssport“ Fußball flimmern jeden Sonntag zwei Spiele der NFL live über die TV-Bildschirme.

Gepaart mit Fachwissen und erfrischendem Kommentaren hat sich längst eine große Fan-Gemeinde gebildet, die nicht nur auf der heimischen Couch dem neuen Lieblingssport frönen will, sondern auch auf dem Rasen. Und das geht natürlich auch in Iserlohn.
Selbst ausprobieren
Erst kürzlich wurde die Ortlohnhalle zur „Titanenschmiede“ umfunktioniert. Die TuS Iserlohn Titans und die Power Bolts Iserlohn luden zum offenen Training – dem Tryout – ein. Dabei konnten die etwa 60 Neugierigen zeigen, was in ihnen steckt und sich in Fitnesstests, American-Football-Übungen oder auch dem Cheerleading ausprobieren.
Dabei unterteilten die beiden TuS-Abteilungen mit Start um 12 Uhr die Anwärter in mehrere Gruppen und mehrere zweistündige Durchgänge ein. Zeiten wurden gestoppt, Weiten gemessen, Eindrücke gesammelt und schon nach dem ersten Durchgang gegen 14 Uhr wurden die ersten Einladungen zum Training durch die Trainer ausgehändigt.
Begeisterung
„Da sind heute wirklich einige Kandidaten dabei, die wir uns gerne noch näher angucken möchten. Ich bin begeistert, mit welcher Motivation die Anwärter hier aufgetaucht sind und sich richtig ins Zeug legen.“, freut sich Sascha Vogel, der Abteilungsleiter der TuS Iserlohn Titans. Egal welche Statur oder körperliche Verfassung, niemand wollte sich etwas schenken lassen und dementsprechend viel Lob und Anerkennung gab es durch den Trainerstab.
Auch bei den Power Bolts Iserlohn, den Cheerleadern, war der Andrang groß und auf einem Trampolin konnten die mitunter recht jungen Interessentinnen erste Figuren ausprobieren. Einen Vorgeschmack des höchst athletischen Sports gab es dann auch durch die Profis der Power Bolts. Die Cheerleader-Abteilung des TuS Iserlohn freut sich auch weiter über Zuwachs, gerne auch Männer, für die Basis der spektakulären Figuren.
Spielstättenfrage noch ungeklärt
Demgegenüber steht aber die aktuelle Situation bezüglich der Spielstätte der Titans. Die Footballer würden am liebsten auf dem Rasenplatz des Hembergstadions ihre Ligaspiele austragen. Doch bei der vergangenen Sportausschussitzung wurde ein entsprechender Antrag zunächst einmal abgelehnt. In der Begründung heißt es: „Aus Sicht der Sportrasenunterhaltung ist jede weitere Belastung des Rasens duch Spielbetrieb zu vermeiden.“
Da selbst eine intensivere Rasenpflege keine Besserung, des ohnehin schon arg in Mitleidenschaft gezogenen Rasens bringen würde heißt es weiter: „Vor dem Hintergrund der erläuterten Rahmenbedingungen spricht der SIH sich gegen die Freigabe einer zusätzlichen Nutzung aus.“
Alternative Spielstätten sind den Titans bereits angeboten worden, doch Abteilungsleiter Vogel sieht die Lösung eher im Umstrukturieren der Belastung. „Wir sollen nicht zusätzlich auf den Rasen, sondern es wäre eine Möglichkeit, die Trainingseinheiten vielleicht auf einen anderen Platz zu verlegen und so wieder Kapazitäten auf dem Hauptplatz zu eröffnen.“
Friedliche Koexistenz
Als Spielstätte wäre der Platz für die Footballer sicherlich am besten geeignet, da auch das TuS ImPuls die Heimat der Titans ist. Und die weiteren Rahmenbedingungen, wie Stadion und Tribüne würden auch vollkommen den Ansprüchen der Waldstädter genügen. Trotz des rasant wachsenden Publikums (die Mitgliederzahl der Titans verfünfachte sich in den vergangenen beiden Jahren), steht der Football im Schatten der anderen Sportarten.Aber ob an anderer Stelle für die Titans investiert wird oder ob der Hemberg in den kommenden Jahren für Fußball und Football gleichermaßen attraktiver gemacht wird, ist fast einerlei. Geld muss in die Hand genommen werden. Und damit würde die Stadt vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.