Freibadcheck: Der frühe Vogel schwimmt voran

Egal ob im Freibad am Schleddenhof

Egal ob im Freibad am Schleddenhof, gleich neben dem Seilerseebad, im Freibad Am Damm in Hemer oder im Heidebad in Iserlohn: vor allem zu früher und später Stunde tummeln sich v Hobby-­Schwimmerinnen und -Schwimmer im kühlen Nass. Auch die Profis trainier

Iserlohn./Schwerte. (lz) Das Wetter zeigt sich in diesem Sommer nicht unbedingt von seiner strahlendsten Seite. Unbeständig mit Temperatur­schwankungen von bis zu zehn Grad, weiß der daheim­gebliebene Urlauber oft nicht, wie und wo er die Sommer­ferien mit wenig Aufwand, aber viel Spaß und Action verbringen kann.
Dass sich das Wetter auch auf die Unternehmungslust auswirkt, merken auch die örtlichen Freibad-­Besitzer. Dennoch: Jeden Morgen herrscht reger Betrieb, wenn sich die örtlichen Frühschwimmer-Gruppen treffen, um gemeinsam ein paar Bahnen zu ziehen.
Ein sonniges Plätzchen
Im Heidebad in Iserlohn ist am Dienstagmorgen um 8 Uhr schon einiges los. Gegen Mittag soll es regnen. Das hält die meisten der täglichen Frühschwimmer nicht davon ab, sich ins 24 Grad warme, beheizte Nass zu stürzen. Neben Steinsitzbänken seitlich des 33 Meter langen Wasserball-­Beckens, gibt es auf der anderen Seite eine Schwalldusche, also eine Art Wasserfall, der zum Entspannen einlädt.
Am Ende des 50 Meter Beckens befindet sich auch die Rutsche, die um diese Uhrzeit noch keine Kinder anlockt. „Generell ist es schwierig, Familien ins Bad zu locken“, sagt Ute Tretschok. Sie ist Schwimm­meisterin im Heidebad und arbeitet gerne an dem Ort, an dem besonders früh morgens noch eine idyllische Stille herrscht, während die Sonne das Wasser zum Schimmern bringt. Hinter den Steinbänken befindet sich das Clubheim des SV Iserlohn 95.
Die Umkleiden im orange-farbenen Retro-Style sind klein, aber ausreichend. Farbenfrohe Blumenkübel laden schon am Eingang zum Genießen und Entspannen ein. Ute Tretschok hofft darauf, dass trotz des schwankenden Wetters wieder mehr Kinder und Familien ihren Weg ins Heidebad finden, statt „nur noch auf ihren Smartphones rumzutippen.“ Neben dem neu angelegten Volleyballplatz, soll es bald auch Schaukeln auf der Wiese hinter den beiden Becken geben.
Blick aufs kühle Nass
Auch im Freibad Schleddenhof ist vor allem die ältere Generation beim Frühschwimmen im beheizten Freibadbecken unterwegs. „Jeden Morgen ziehe ich von 8 bis 9 Uhr meine Bahnen“, erzählt eine Besucherin. „Wir sind immer richtig viele, die so früh hierher kommen“, fügt sie an.
Unmittelbar neben dem Seilerseebad gelegen, hält Matthias Lukat die Stellung. Seit dem 1. August ist er der neue Bademeister im Freibad am Seilersee. Er passt auf, dass von früh bis spät in den insgesamt vier Schwimmbereichen nichts passiert. Im Freizeit­becken startet der Strudel. Alle vorhandenen Strudel- und Duschquellen sind in einem zeitlichen Intervall geschaltet. Zwei Volleyballplätze laden zum Spielen außerhalb des Wassers ein. Von der Wiese seitlich der Becken sind es nur wenige Meter ins kühle Nass. Außerdem hat man durch die Steigung einen direkten Blick auf die 50-Meter-Bahn und die insgesamt acht Startblöcke. Hier ist das Wasser ganze 2,80 tief. Eine Rutsche sorgt im niedrigeren Freizeitbecken auch bei den Kleineren für Badespaß.
„Vereinsmitglieder haben bei uns freien Eintritt“, erzählt Matthias Lukat. Auch ohne Mitgliedsbeitrag kann man hier für gerade mal drei Euro früh morgens seine Bahnen ziehen oder für vier Euro den ganzen Tag genießen. Ähnlich wie Ute Tretschok sieht auch er das Problem bei der „Generation Smartphone“. „Wenn man die Leute aus dem Wasser bittet, weil es nach Regen aussieht und diese einen dann mit ihrer Smartphone-App belehren wollen, dass das Handy keinen Regen anzeigt, dann fragt man sich schon, wieso man nicht mehr im Hier und Jetzt lebt“, erzählt er und lacht dabei.
Ferienschwimmen in Hemer
Im Freibad „Am Damm“ im Hemer ist an diesem Mittwochmorgen noch alles ruhig. Es ist bewölkt, immer mal wieder traut sich die Sonne hinter den Wolken hervor. Nachdem zwei ältere Frauen das Becken verlassen haben, kommen zwei junge Mädchen in das Bad.
Es sind Ferien und für die beiden ein guter Grund morgens gemeinsam ein paar Bahnen zu schwimmen. Das Wasser ist angenehme 25 Grad warm. Das Beckenwasser wird mit einer Solar­absorberanlage erwärmt. Neben sechs Startblöcken auf der 25-Meter-Bahn wird ein Teil des Beckens durch eine Brücke indirekt getrennt. Liegewiesen laden zum Verweilen um das Becken.
Auch für die ganz kleinen gibt es einen Bereich zum Planschen, gleich daneben gibt es einen kleinen Spielplatz. Für Mutige wartet neben dem Ein-Meter das Drei-Meter-Sprungbrett. „Die meisten Besucher haben wir derzeit morgens“, sagt Dirk Große, Schwimmmeister im Freibad „Am Damm“. „Schon um 6.30 Uhr geht es hier los. Stoßzeiten sind von 6.30 bis 8 Uhr. Und Dauerkartenbesitzer haben so oder so freien Eintritt“, fügt er an.
Gut was los im Elsebad
Auch in Schwerte-Ergste geht es morgens um 9 Uhr schon rund. Zahlreiche Frühschwimmer treffen sich hier zum Klönen und gemeinsamen Schwimmen. Der skandinavische Stil des Elsebads lässt Urlaubsstimmung aufkommen. Als hätte das Wetter an diesem Fleckchen Erde eine Ausnahme gemacht, scheint die Sonne und lässt auch die Gemüter erstrahlen. Und dabei ist das alles nur durch eine Bürgerstiftung entstanden. Für das Elsebad hat man sich zusammen getan und arbeitet auch jetzt ehrenamtlich und Hand in Hand.
Besondere Öffnungszeiten
Geöffnet ist das Elsebad immer montags bis freitags von 5.30 bis 18.15 Uhr. „Nicht an Feiertagen oder am Wochenende“, sagt mir Mohammad Anari, der nun in der vierten Saison, Schwimmmeister im Elsebad ist. „Auf den Wiesen wird oft und gerne ein Picknick gemacht.“„Kinder bis sieben oder acht Jahren kommen meist mit Familien“, sagt er. „Ab 14 Uhr machen sich dann auch die Jugendlichen auf den Weg.“ Idyllisch und wie Urlaub fühlt sich dieser Ort an. Drei Liegewiesen laden zum Verweilen rund um das große Sportbecken ein. Da lässt es sich bei 23,7 Grad Wassertemperatur gut aushalten.