Fünf Fragen an Wahlsieger Thorsten Schick (CDU)

In den Schatten gestellt: Thorsten Schick eroberte das Direktmandat im Märkischen Kreis

In den Schatten gestellt: Thorsten Schick eroberte das Direktmandat im Märkischen Kreis, hingegen muss Michael Scheffler aus dem Landtag ausziehen. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) Die Landtagswahl 14. Mai brachte den Wahlsieg für die CDU. Sie wird aller Voraussicht nach mit Armin Laschet den neuen Ministerpräsidenten des Landes Nord­rhein-Westfalen stellen.
Aus heimischer Sicht schaffte es überraschend Thorsten Schick, sich das Direktmandat im Wahlkreis 121, Märkischer Kreis I, zu sichern. 23.415 Menschen gaben ihm ihre Erststimme, das entspricht 39,4 Prozent. Bisher war Michael Scheffler (SPD) der direkt gewählte Vertreter des Märkischen Kreises. Er verlor allerdings knapp 4.800 Stimmen und kam folgerichtig mit 34,9 Prozent nur auf Position zwei. Auch über die Landesliste der Sozialdemokraten schaffte er nicht die Rückkehr in den Landtag nach Düsseldorf.
Der Wochenkurier hat Wahlsieger Thorsten Schick im Anschluss gebeten, fünf Fragen zu beantworten.
Herr Schick, Sie haben die Wahl gewonnen. Ist die CDU als „Protestpartei“ nun eher Rock‘n’Roll oder darf man sich auf die klassischen Töne verlassen?

Schick: Eine gute Landesregierung muss ein harmonisches Auftreten haben. Die Dissonanzen bei Rot-Grün waren es am Ende, die viele Wähler gestört haben. Um die Frage der musikalischen Ausrichtung für die kommenden fünf Jahre zu beantworten: Der Koalitionsvertrag muss auch schwungvolle Marschmusik enthalten, damit NRW in vielen Bereichen wieder nach vorne kommt.
Bei der Diskussionsrunde „Talk im Turm“ in der Bits sprachen Sie von der FDP als Wunschpartner für eine Koalition. Nun würde es knapp für eine Mehrheit reichen. Klappt es mit „Schwarz-Gelb“?
Da die SPD eine Regierungsbeteiligung ausgeschlossen hat, ist die FDP nicht nur Wunschpartner, sondern auch die einzig verbleibende Option. Ich gehe davon aus, dass es keine unüberwindbaren Hindernisse gibt. Alles weitere werden erst die Koalitionsverhandlungen zeigen.
Das Thema Innere Sicherheit gehörte zu den Kernpunkten im Landtagswahlkampf. Wie will die CDU, vor allem gemeinsam mit der FDP, die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit schaffen?
Wir brauchen eine Polizei, die die gleichen Befugnisse wie in anderen Bundesländern hat. Daran muss die zukünftige Regierung arbeiten. Unsere Forderungen zum Thema Schleierfahndung und Videoüberwachung liegen auf dem Tisch. Ich hoffe, dass es uns gelingt, hier schnell Akzente zu setzen.
Bildungspolitik war ebenfalls ein heißes Thema. Wie sehen die konkreten Pläne aus, wenn das G9 zurückkommt? Stichwörter sind hier Lehrermangel, Unterrichtsausfall, doppelter Abiturjahrgang und die Qualität der Lehre an Schulen und an Hochschulen.
Die CDU hat ein klares Konzept zu G8/G9 vorgelegt. In den Koalitionsverhandlungen müssen wir das jetzt mit den Vorstellungen unseres Regierungspartners abgleichen. Wichtig ist als erstes, die Schließung weiterer Förderschulen zu verhindern. Außerdem muss dringend der hohe Unterrichtsausfall bekämpft werden. Da nicht unbegrenzt qualifizierte Lehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind, wird dies eine der großen Herausforderungen der Wahlperiode.
Die Bürgerinnen und Bürger haben Ihnen das Direktmandat zugesprochen. Welche Akzente wollen Sie daher für Iserlohn setzen?
Ich möchte das Thema Infrastruktur angehen. Das gilt sowohl für den Bereich Straßen als auch für den Bereich von Datenautobahnen. Gute Verkehrsanbindungen und schnelles Internet sind für die Attraktivität unserer Region sehr wichtig. Außerdem möchte ich mich in den Regionale-Prozess einbringen. In den kommenden fünf Jahren werden die Grundlagen für große Förderprogramme gelegt. Davon sollten wir profitieren können.