Fußball-Fusion in Iserlohn?

Iserlohn. (carat/as) Mit einem sportlichen Paukenschlag traten jetzt Verantwortliche der drei heimischen Vereine Sportfreunde Oestrich-Iserlohn, Borussia Dröschede und TuS Iserlohn an die Öffentlichkeit: Sie planen eine Fußball-Fusion. Was Jahre, gar Jahrzehnte lang von Sportkennern höchstens hinter vorgehaltener Hand angeregt wurde, kann nun Wirklichkeit werden. Wenn die Mitglieder aller drei Vereine zustimmen, könnte der neue Fußballverein mit gebündelten Möglichkeiten tatsächlich bald die nordrhein-westfälische Spitze stürmen, die Nachwuchsarbeit könnte optimiert werden, und der Breitensport hätte diesen Namen wahrlich verdient.

Sind auf einem guten Weg: (v.l.) Herbert und Jörg Pantring (beide Sportfreunde Oestrich-Iserlohn), Andreas Friedberg (Borussia Dröschede), Ralf Schamp (Sportfreunde Oestrich-Iserlohn) und Bernd Krehle (TuS Iserlohn). (Foto: Claudia Ratay)

Doch noch ist es nicht so weit: Zunächst gilt es, für eine Fusion zu werben. Das geschieht am kommenden Mittwoch, 30. November 2011, um 19.30 Uhr im Goldsaal der Schauburg. Dort können sich alle Mitglieder über das Fusionskonzept informieren. Ernst wird es am Donnerstag, 15. Dezember 2011, um 19.30 Uhr. Zeitgleich sind Mitgliederversammlungen der Sportfreunde Oestrich, der Borussia Dröschede und des TuS Iserlohn anberaumt. Abgestimmt wird über die Zukunft der Vereine. Gelingt die Fusion? Oder werden die drei in Iserlohn dominanten Clubs weiterhin allein arbeiten?

Viel Herzblut haben die Mitglieder in der Vergangenheit in ihre jeweiligen Vereine investiert. Tolle Erfolge wurden gefeiert. Auch wenn der Oestricher gerne Oestricher bleiben möchte und die Dröscheder eigentlich gar nichts mit den anderen Clubs zu tun haben mögen – es spricht dennoch spricht viel für eine Fusion. Ein großer Fußball-Verein kann unter Beibehaltung aller Standorte neue Maßstäbe setzen in der Jugendförderung. Warum sollten heimische Jugendteams künftig nicht in der Bundesliga spielen?

Ähnliches gilt für die Senioren. Eine Bündelung der Möglichkeiten könnte die erste Mannschaft in die höchste nordrhein-westfälische Spielklasse katapultieren.

Spitzensport, das ist bei einem immer stärkeren Wegbrechen des ehrenamtlichen Engagements klar, ist nur noch in größeren Gemeinschaften möglich. Und Spitzensport ist immer auch ein Signal für den Nachwuchs.

Wie ist das Niveau zu halten?

Natürlich könnte man auf den Spitzensport pfeifen. Aber will man das wirklich? Die Vertreter der drei Vereine, die jetzt das Fusionskonzept bekannt gaben, möchten garantieren, dass die Sportart Nummer eins in der Sportstadt Iserlohn auch künftig eine bedeutende Rolle spielt. Ein Scheitern dieser Fusion könnte hingegen bedeuten, dass selbst das aktuelle Niveau nicht zu halten ist.

Unterstützung erhalten die Fusions-Befürworter von einigen Iserlohner Unternehmern. Das Engagement seitens der Wirtschaft habe erste Ideen zu einem tragfähigen Fusionskonzept zusammen geschmiedet.

Die Vorstände der drei Clubs sind bereit, den Weg künftig gemeinsam zu gehen. Jetzt sind die Mitglieder gefragt. Wie und ob es zu einer Fußball-Fusion in Iserlohn kommt, werden die kommenden Wochen zeigen. Abend der Wahrheit ist der 15. Dezember 2011. Falls sich die Mitglieder für einen Zusammenschluss entscheiden, könnte der neue Vereine bereits in der Saison 2012/13 an den Start gehen.