Garantiert

Immer wenn der Lotto-Topf mal wieder so richtig überzukochen droht, wird irgendein Institut damit beauftragt, die Leute zu befragen, was sie denn eigentlich glücklich macht.

An erster Stelle steht dabei immer die Gesundheit. Sicher,  je älter die Leute sind, umso klarer ist ihnen das geworden: Ohne Gesundheit taugt ja alles andere Glück nur wenig.

Gut. Und dann? Was kommt auf Platz zwei? Na, wenn man den Befragern glauben kann, möchten sie „die eigenen Wünsche verwirklichen können“ (67,5 Prozent), „genügend Zeit für die Familie haben“ (65,6 Prozent) und „finanziell abgesichert sein“ (56,2 Prozent).

Freizeit und Freundschaft werden als starke Glücksfaktoren genannt. Von Frauen etwas mehr als von Männern.

Überraschend: Das Verliebt-Sein ist zwar noch für die magere Hälfte der Rheinland-Pfälzer ein Glück, aber nur für 40,5 Prozent der Deutschen allgemein und gar nur für 30,4 Prozent der offenbar völlig unromantischen Mecklenburg-Vorpommern. Auch gute Zukunftsaussichten für die eigene Nachkommenschaft können glücklich machen. Wie sehr, das kommt darauf an, ob man etwa Hamburger (25 Prozent) oder Bremer (63,6 Prozent) ist.

Wo bleibt das Glück im Beruf? – Nun, weit abgeschlagen. Nur schlappe 18,8 Prozent macht eine berufliche Karriere glücklich, in Brandenburg gar nur 13,8 Prozent und jämmerliche neun Prozent im Saarland.

Junge, Junge! – Liebe Eltern, da haben wir es wieder mal: Zeugnisse, Beruf, Karriere – das wird ja alles nur grandios überbewertet. Bringt doch Euren Kindern lieber gleich das Lotto-Spielen bei!
Das möglicherweise größte Glück auf Erden fehlte in den Antworten der Befragten aber ganz. Vielleicht weil wir eben schon so lange in einem Schlaraffenland lebe: Die Freiheit.

Na gut, Wasser und Brot hat ja auch keiner als ein Glück genannt. Dabei ist keins dieser köstlichen Drei selbstverständlich. Und auch nicht garantiert. Garantiert ist sowieso nur der Tod.

Schönen Sonntag.