Gegen Rassismus und Terror

Oestrich. (as) Der Terror in Paris hat Spuren hinterlassen. Angst geht um. Ratlosigkeit. Wie kann man sich verhalten angesichts der Gräuel in der Nachbarschaft? Vielleicht so wie Harald Gutmeyer. Der Textilfachmann aus Oestrich möchte ein Zeichen setzen. Er hat ein Logo entwickelt. Zwei lachende Eierköpfe in unterschiedlichen Farben sind darauf zu sehen. Verbunden sind sie mit einem schwarz-rot-goldenen Schal. „No racism“ ist darunter zu lesen.

Harald Gutmeyer tritt gegen Rassismus und religiöse Intoleranz an. Ein eigenes Logo hat er auf T-Shirts, Aufkleber, Tassen und Taschen drucken lassen. (Foto: A. Schneider)
Harald Gutmeyer tritt gegen Rassismus und religiöse Intoleranz an. Ein eigenes Logo hat er auf T-Shirts, Aufkleber, Tassen und Taschen drucken lassen. (Foto: A. Schneider)

Der Rassismus, gegen den sich Harald Gutmeyer ausspricht, ist umfassend. Er setzt sich für ein Miteinander ein. Er wehrt sich gegen die Unterdrückung und Ausgrenzung von Menschen anderer Hautfarben und Herkunftsländer. Er wehrt sich aber auch gegen religiöse Intoleranz, eben die Größen- und Überlegenheitsfantasien, die mit dem islamistischen Terror einher gehen.

Harald Gutmeyer stammt aus dem Rheinland. Lange hat er im Textileinkauf für eine Kaufhauskette gearbeitet. Dann zog es ihn nach Spanien. „Ich habe viele Jahre im Ausland gelebt“, sagt Harald Gutmeyer. Und: „Ich weiß, wie man sich als Ausländer fühlt.“ Als Mensch, der sich in einem anderen Land ein Zuhause auf Zeit aufbauen wollte. Als Mensch, der anfangs immer wieder über die neue Sprache stolperte.

Natürlich, im Vergleich zu anderen Ausländern war er privilegiert. Er wurde nicht als Hilfesuchender an die spanische Küste gespült. Aber dennoch spürte auch er die Ressentiments. Kleinigkeiten, die ihm deutlich machten, dass er eigentlich nicht dazu gehört. Aber er erlebte auch Hilfsbereitschaft und Herzenswärme.
Genau die möchte er weitergeben.

Die Jahre im Ausland, bevor er nach Iserlohn kam, haben Spuren hinterlassen. Sie helfen ihm, genauer hinzuschauen. Er ist schockiert über fremdenfeindliche Aussagen. Darüber, dass allwöchentlich irgendwo in Deutschland Notunterkünfte oder Asylbewerberheime brennen. Er schüttelt den Kopf angesichts der politischen Debatte, ob es sich bei all den Menschen, die vor dem Terror nach Deutschland flüchten, um eine Lawine oder Welle oder was auch immer handelt. „Wir sind doch alle Menschen“, sagt er.

Deshalb hat er sich hingesetzt und gezeichnet. Eine junge Frau aus der Nachbarschaft hat ihm geholfen, indem sie Willkommens-Worte in viele Sprachen übersetzt hat.
Nun ist es fertig, das Logo gegen den Rassismus. Auf T-Shirts hat er es drucken lassen. Auf Tassen, Taschen und Aufkleber. Und nun? „Vielleicht findet sich jemand, der all diese Sachen zum Selbstkostenpreis weitergibt.“ Vereine, Verbände oder große Firmen könnten das sein, die ihre Kunden, Mitglieder oder andere Interessierte mit den „No racism“-Produkten ausstatten. Das wäre sein Traum. Viele Menschen, die mit ihren T-Shirts, mit Aufklebern, Tassen oder Taschen ein Zeichen gegen Rassismus und religiöse Intoleranz setzen. So wie er es getan hat.