Gegen Verdrossenheit: „ifi“ krempelt Ärmel auf

Iserlohn. (as) Alle reden von Politikverdrossenheit. Es wird gejammert und gestöhnt. In Iserlohn hingegen wird gehandelt. Nach „Gemeinsam für Iserlohn“ (GfI) hat sich mit „Initiativ für Iserlohn“ (ifi) bereits die zweite Wählergemeinschaft gegründet, die sich vorgenommen hat, vor Ort Flagge zu zeigen. Man trifft sich zu einem offenen Erfahrungsaustausch an jedem ersten Montag eines Monats abends im Vereinsheim des FC Borussia Dröschede, Am Südenberg in Dröschede.
Die Wiege von „ifi“ liegt in einer Bürgerinitiative. Gemeinsam mit vielen Anwohnern hatten sich Dieter Zeh und Uwe Albert, die beiden Motoren der neuen Gemeinschaft, einst gegen das neue Baugebiet „Auf der Emst“ und für den Erhalt des kleines Urwalds vor der Haustür stark gemacht. Durchaus mit Erfolg: Zwar konnte die Initiative das Baugebiet nicht verhindern, doch schließlich wurden nur 59 von den ursprünglich geplanten 110 Wohneinheiten gebaut.
Uwe Albert und Dieter Zeh hatten sich eingemischt. Sie hatten den Anwohnern eine Stimme verliehen. Das kam an: „Wir wurden häufig angesprochen: Macht weiter, hört nicht auf“, sagt Uwe Albert. „Die Leute haben erstmals mitbekommen wie das in der Stadt und im Rat läuft.“ Begeistert, so die ifi-Gründer, seien sie von diesen Einblicken nicht gewesen.
Nein, ifi will keine Partei sein, vor allem keine, die ihre Mitglieder auf eine Meinung einschwört. „Die Mitglieder von ifi verstehen sich als eine unabhängige Bürgervereinigung. Sie sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und stehen in keiner Abhängigkeit zu politischen Parteien“, sagt Uwe Zeh. Uwe Albert ergänzt: „Wir verstehen uns jetzt in der außerparlamentarischen Opposition.“ Die APO von Iserlohn. Doch wenn es nach den Mitgliedern von „Initiativ für Iserlohn“ geht, soll das kein Dauerzustand sein: „Wir möchten in den Rat“, sagt Dieter Zeh.
„ifi“ wurde zwar in Dröschede gegründet. Doch die Mitglieder verstehen sich als Initiative von Iserlohnern für Iserlohn. Mit ihren offenen Treffen möchte „ifi“ demnächst auch in Sümmern, Hennen, Kesbern oder in der Innenstadt Menschen für Politik vor Ort gewinnen.
Die Themen von „ifi“ sind so vielfältig wie die Stadt. Das Haushaltsdefizit gehört dazu: „Wir vermissen Sparanstrengungen“, sagt Uwe Albert. „Die Verwaltung plant und plant – ein neues Parkhaus für die Eissporthalle, neue Ampeln, neue Fuß- und Radwege und sogar eine neue Brücke allein für die Gesamtschule Seilersee“, zählt er auf. „Nur, wer soll das alles zahlen?“
Die Gesamtschule am Seilersee ist immer wieder ein Thema für „ifi“: die Kosten natürlich. Aber auch der Blick auf die Nachbarschaft der Gesamtschule. „Schwimmbad, Gastronomiebetriebe, BiTS und auch die Roosters wurden bei den Planungen gar nicht bedacht“, sagt Dieter Zeh.
Wenn bei „ifi“ vom städtischen Sparen die Rede ist, werden auch sehr unbequeme Fragen gestellt: Benötigt Iserlohn vier Beigeordnete in der Verwaltung? Oder können es auch weniger sein? Muss die Sparkasse mit drei Vorständen ausgestattet sein oder reichen vielleicht auch zwei?
Wer sich über die freie Wählergemeinschaft informieren möchte, ist bei den Treffen am ersten Montag eines Monats im Vereinsheim von Borussia Dröschede willkommen.