Eigentlich wollte Barbara Rohe (2.v.l.) nur den Wunsch ihrer Tochter erfüllen und über den Segen von Organtransplationen aufklären. Doch in Gesprächen mit Carola Knode (l.) und Ugur Ünal (2.v.r.) schwappte ihr eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. „Wir Iserlohner schaffen das“, meint Ugur Ünal und hat gemeinsam mit Carola Knode eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Familie, die durch die Jahre lange schwere Erkrankung der Tochter nun in finanzielle Not geraten ist, ein wenig zu entlasten. Auf dem Foto rechts: Daniel Rodrigues (GfI).
Eigentlich wollte Barbara Rohe (2.v.l.) nur den Wunsch ihrer Tochter erfüllen und über den Segen von Organtransplationen aufklären. Doch in Gesprächen mit Carola Knode (l.) und Ugur Ünal (2.v.r.) schwappte ihr eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. „Wir Iserlohner schaffen das“, meint Ugur Ünal und hat gemeinsam mit Carola Knode eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Familie, die durch die Jahre lange schwere Erkrankung der Tochter nun in finanzielle Not geraten ist, ein wenig zu entlasten. Auf dem Foto rechts: Daniel Rodrigues (GfI). (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. (as) Sie hat einen Traum. Irgendwann einmal möchte sie mit einer Isetta durch Deutschland kurven. Was vielen vielleicht nur ein müdes Lächeln entlockt, ist für Monique Rohe eine große Verheißung. Denn sich diesen Traum verwirklichen zu können, bedeutet, gesund zu sein, es bedeutet, atmen zu können, den beruhigenden Herzschlag hören zu können.

Genau das aber ist für die Iserlohnerin keine Selbstverständlichkeit. Seit ihrer Geburt ist die 26-jährige Iserlohnerin schwer krank. Sie leidet an einer seltenen Generkrankung, die auf viele Bereiche des Körpers einwirkt. Lunge und Herz waren stark angegriffen. Eine Lungentransplantation am 25. Mai, also vor gut drei Wochen, rettete ihr das Leben. Das Herz, davon gehen die Ärzte in der Klinik in Hannover, in der Monique Rohe operiert wurde, aus, werde sich nun wieder erholen können.

Selbst jetzt, sie hat kaum das Fieber nach der schweren Operation überwunden, möchte Monique Rohe anderen Menschen helfen. Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleiden wie sie und auf ein Organ angewiesen sind. Sie wirbt für den Organspenderausweis.

Die lange Erkrankung, das immerwährende Ringen mit Kranken- und Pflegekassen, aber auch mit anderen Institutionen haben auch die Eltern an ihre Grenzen gebracht. nun auch an die finanziellen Grenzen. Mutter Barbara Rohe hatte und hat sich oft und lange von ihrem Arbeitgeber freistellen lassen, um ihrer Tochter beistehen zu können. Jetzt geht es an die allerletzten Reserven, die eigentlich dafür zurückgelegt worden waren, Monique einen Traum erfüllen zu können.

In ihrer Heimatstadt Iserlohn erlebte die Familie nun eine Welle der Hilfsbereitschaft, mit der sie nicht gerechnet hat. Eigentlich wollte Barbara Rohe ausschließlich ihre Tochter unterstützen und in ihrem Namen auch in Iserlohn für Organtransplationen werben. Doch daraus wurde mehr. Carola Knode, Geschäftsführerin des Filmpalasts in Iserlohn, und Ugur Ünal, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Iserlohn (GfI), spürten sofort, dass sie mehr machen wollten, als ausschließlich auf das selbstlose Anliegen hinzuweisen.

„Iserlohn steht für Monique zusammen“ haben beide eine Spendenaktion überschrieben, mit der sie der Familie über die schlimmsten finanziellen Klippen helfen möchte. „In dieser Stadt sollte jeder für jeden einstehen“, sagt Ugur Ünal. Er ist selbst Papa und kann so gut nachfühlen, wie es ist, wenn es einem Kind schlecht geht. Dass man alles aufgeben würde, nur damit dieses Kind eine Zukunft hat. Er appelliert an den Solidargeist jedes Einzelnen: „Jeder kann spenden, jede Summe, so klein oder groß sie auch sein mag, ist willkommen.“ Und weiter: „Jeder kann selbst einmal in eine Situation kommen, in der die Gemeinschaft vielleicht helfen kann.“

Deshalb hat die GfI ein Spendenkonto (IBAN: DE 76 4455 004501 000551 77) eröffnet. Der Verwendungszweck lautet „Iserlohn steht für Monique zusammen“. Das Geld das auf diesem Konto eingeht, soll der Familie, wie es Carola Knode formuliert, „ein bisschen den finanzellen Druck nehmen“. Es soll die finanziellen Sorgen lindern, damit sich die Familie um Monique kümmern kann.

Weil die beiden Initiatoren der Spendenaktion mit gutem Beispiel vorangehen wollen, hat Ugur Ünal im Namen der GfI bereits 250 Euro überwiesen. Auch Carola Knode war nicht untätig. Beim jüngsten Seniorenkino informierte sie im Vorfeld der Vorführung über Organtransplationen und über das Schicksal der 26-jährigen Iserlohnerin. Das Ergebnis: In den aufgestellten Spendenbüchsen landeten 550 Euro.

Am Mittwoch, 20. Juni, um 19.45 Uhr möchte Carola Knode solche eine Aktion wiederholen. Allerdings mit Unterstützung von Barbara Rohe und einem jungen Mann, der bereits zweimal ein Spenderherz bekommen hat und nun auf eine Niere wartet.

„Am Mittwoch gibt es ein ganz besonderes Vorprogramm für die Ladies-Preview-Besucherinnen. Vor dem hochkarätig besetzten Blockbuster ‚Ocean’s 8‘ gibt es diesmal kein Film-Quiz. Statt dessen wird einer ganz besonderen Lady ihr Herzenswunsch erfüllen“, wirbt Carola Knode. „Moniques Wunsch ist es, auf ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen und über die Bedeutung der Organspende aufzuklären. Stellvertretend für Monique wird ihre Mama, Barbara Rohe vor dem Film über das Schicksal ihrer Tochter berichten. Unterstützt wird sie dabei von Sven Krechting, der sein Leben ebenfalls der Organspende verdankt. Die Ausführungen werden sehr private Einblicke geben und auch die Argumente der Kritiker beleuchten. Sowohl vor dem Film als auch im Anschluss freuen sich beide auf eure Fragen!“

Zwei Euro von jeder verkauften Eintrittskarte werden gespendet. Selbstverständlich können die Besucherinnen auch weitere kleine oder größere Beträge in die Spendendosen aufstellen.

Gespendet werden kann auch an äußerst ungewöhnlicher Stelle. Wenn sich in der kommenden Woche ab Donnerstag der Alte Rathausplatz in einen großen Sandkasten verwandelt hat, wenn Liegestühle, Cocktails und heiße Rhythmen zu Iserlohn karibisch locken, werden die Gäste auch über den Wert von Organtransplationen informiert. „Wir werden natürlich auch hier unsere Spendendosen aufstellen“, sagt Ugur Ünal, der mit der GfI diese Veranstaltung in die Stadt geholt hat.

Wer sich über Monique, ihr Schicksal und vor allem ihren unbändigen Wunsch, zu helfen und über Organtransplantationen aufzuklären, informieren möchte, kann dies jederzeit aus erster Hand. Monique Rohe hat eine eigene Facebookseite, in der sie über sich und ihre schwere Erkrankung erzählt. Zu finden ist sie unter Atemlos/Transplantation.