Geschafft! Wunschbaum bleibt Flüchtlingshilfe übernimmt Projekt von Johannitern

Die Weihnachtswunschbaum-Beauftragten der Johanniter Jutta Voß (l.) und Jutta Beißner (r.) suchen im Gespräch mit Christine Schulte-Hofmann

Die Weihnachtswunschbaum-Beauftragten der Johanniter Jutta Voß (l.) und Jutta Beißner (r.) suchen im Gespräch mit Christine Schulte-Hofmann, Pressesprecherin der Stadt Iserlohn, nach einer Lösung für die Zukunft der Beschenk-Aktion. Während hier noch heiß

Iserlohn. (as/clau) Die Nachricht schlug zu Beginn der Woche ein, wie der sprichwörtliche Blitz. Der Weihnachts-Wunschbaum, das hatten die Johanniter bekannt gegeben, könne in diesem Jahr nicht aufgestellt werden. Keine Wunschzettel zum Pflücken. Keine strahlenden Kinderaugen. „Das darf nicht sein“, sagte sich Sylvia Olbrich von der Flüchtlingshilfe Iserlohn. Als Mutter eines kleinen Kindes kennt sie Familien, für die der Wunschbaum in den vergangenen Jahren viel mehr als nur eine schöne Geste, sondern eine anrührende Freude zur Weihnachtszeit war. Das Team der Flüchtlingshilfe grübelte und diskutierte.
 Die Entscheidung fiel nicht schwer: „Wir machen das.“ Wie? Das wird in diesen Tagen festgezurrt. In der kommenden Woche lesen Sie mehr darüber auf unserer Internetseite www.wochenkurier.de und natürlich auch in Ihrer gedruckten Wochenkurier-Ausgabe. Doch zurück zu den Johannitern.
Die Organisatoren hatten sich die Entscheidung, den Weihnachts-Wunschbaum in diesem Jahr nicht zu betreiben, nicht leicht gemacht und bis zuletzt immer noch auf eine Lösung gehofft. Vergeblich. Der Bedarf an gespendeten Weihnachtsgeschenken für bedürftige Kinder ist riesig und steigt ständig an. Als der Weihnachtswunschbaum 2010 vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Iserlohn ins Leben gerufen wurde, meldeten 350 Kinder einen Wunsch an, der ihnen zu Hause nicht erfüllt werden konnte. Zuletzt waren es bereits über 800 Wünsche. Die Wünsche wurden registriert und anonym als Baumschmuck in der Öffentlichkeit aufgehängt, um von irgendjemandem gepflückt zu werden, der sich ein Herz fasst und einen Kindertraum wahr werden lässt. Die Organisation der Aktion übernahmen ab 2011 „Die Johanniter“. Noch im vergangenen Jahr hat ein Team aus 25 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern über 500 Arbeitsstunden aufgebracht, um unterstützt von hauptamtlichen Mitarbeitern die Flut der Wünsche und Geschenke zu bewältigen. „Diese Menschen haben von Anfang Oktober bis zum 20. Dezember oft ganztags und mit großer Hingabe gearbeitet“, berichtet Jutta Beißner, Pressereferentin der Johanniter.
Jutta Voß als Fachbereichsleiterin Soziale Dienste bei den Johannitern in Iserlohn weiß genau, wie viel Arbeit darin steckt von den ersten Terminplanungen im Sommer über das Erstellen der Flyer und deren Verteilung, über die Annahme und Registrierung der Wünsche bis hin zur tatsächlichen Übergabe der Geschenke an die Kinder. „Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer fühlten sich immer gerührt durch die Freude der beschenkten Kinder und für ihre Mühen belohnt“, sagt sie. Aber Mühen bleiben es eben doch. Und zwar so erhebliche, dass die Johanniter sich der gewaltigen Aufgabe nicht mehr stellen können. In den letzten Monaten haben sie bereits gemeinsam mit der Stadt Iserlohn fieberhaft nach einer kurzfristigen Lösung gesucht, aber keine gefunden. Dass nun die Iserlohner Flüchtlingshilfe einspringt, ist ein Segen. Ob der engagierte Verein es schafft, in so kurzer Vorbereitungszeit gleich in die großen Fußstapfen der Johanniter treten zu können, ist offen. „Vielleicht wird es wegen der Kürze der Zeit in diesem Jahr ein ‚Wunschbaum light‘“, sagt Sylvia Olbrich, eine der Sprecherinnen der Flüchtlingshilfe. Den Kindern wird das egal sein. Denn ganz gleich, wie groß oder klein die Aktion in diesem Jahr betrieben werden kann. Fest steht nun, dass auch in dieser Weihnachtszeit wieder Kinderaugen strahlen werden.