Gesichter für die Südstadt in Iserlohn

Stefan Dressler schmückt IGW-Häuser mit Graffiti

IGW Mühlentor - Stefan Dressler und Daniel Tries
Ein Saxophonspieler in einem ehemaligen Hauseingang. „Das war die kleinste Kneipe der Welt“, sagt Stefan Dressler (l.). Der ungenutzte Eingang verleitete zum Sitzen, Trinken und durchaus auch Grölen. Jetzt zieht er die Blicke auf sich, wie Stadtentwickler Daniel Tries von der IGW weiß. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. Die südliche Innenstadt in Iserlohn bekommt ein neues Gesicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im Auftrag der Iserlohner gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (IGW) verzaubert Stefan Dressler die Gebäude Kurt-Schumacher-Ring 23, 25 und 27 und das Haus am Mühlentor 8 mit seiner Kunst. Insgesamt sieben großformatige Graffiti werden in den nächsten Wochen entstehen und die Blicke auf sich ziehen. Sie alle zeigen Bilder von Menschen, Gesichter.

Das Kunstprojekt ist ein vielleicht kleiner, aber auf jeden Fall sehr charmanter Teil der Quartiersentwicklung südliche Innenstadt. Die Jahrhunderte haben ihre Spuren hinterlassen an den genannten Gebäuden, bevor sie kürzlich von der IGW übernommen worden sind. Sie sind zum Teil einsturzgefährdet, müssen aber auf jeden Fall von Grund auf saniert werden. Dies ist natürlich kein Projekt, das von heute auf morgen bewältigt werden kann. Daniel Tries, Diplom-Ingenieur und Stadtentwickler bei der IGW, kündigt einen Architektenwettbewerb an.

IGW Mühlentor - Stefan Dressler
Stefan Dressler liebt Graffiti. Seit 30 Jahren setzt er mit Sprühdosen künstlerische Akzente. Dieses Portrait und sechs weitere Arbeiten werden zukünftig die südliche Innenstadt in Iserlohn verschönern.(Foto: A. Schneider)

Denn die Wohnungsgesellschaft möchte nicht jedes Gebäude allein herrichten, sondern ein Konzept für das Ensemble Kurt-Schumacher-Ring / Mühlentor entwerfen. Ein in die Zukunft gewandtes Konzept, nachhaltig und innovativ. Die südliche Innenstadt, davon träumt auch Künstler Stefan Dressler, könnte wieder zum Herzen Iserlohns werden. Hier könnten sich Künstler niederlassen, Gastronomen, und gleichzeitig wäre das Quartier Wohnort für junge oder alte Menschen, die das Leben der kurzen Wege in der Innenstadt genießen.

Doch zurück zur Kunstaktion. Insgesamt sieben Graffiti werden in diesen Wochen am Kurt-Schumacher-Ring und am Mühlentor entstehen. Sie werden Menschen zeigen. Noch sind die Bilder schwarz-weiß. Doch sie sollen farbliche Akzente bekommen. Und anschließend nicht einfach so verschwinden. Daniel Tries ist überzeugt, dass die Bilder auch während der Sanierungspühase und vielleicht auch in dem später neu gestalteten Ensemble einen Platz erhalten können. Und wer weiß? Vielleicht ziehen auch andere Eigentümer in der südlichen Innenstadt nach und entwickeln kreative Ideen für leerstehende Ladenlokale oder Wände, die vielleicht eine Schönheitskur benötigen könnten.