Glänzende Aussichten: SIHK-Bildungsstätte in Hemer schafft Zukunft

Bürgermeister Michael Heilmann (v.l.); Bodo Jacobsen und Claudia Schulte-Berg (beide GWG) lassen sich vom Leiter der Technischen Bildungsstätte Jürgen Knuhr erklären

Bürgermeister Michael Heilmann (v.l.); Bodo Jacobsen und Claudia Schulte-Berg (beide GWG) lassen sich vom Leiter der Technischen Bildungsstätte Jürgen Knuhr erklären, wie die rund 230.000 Euro teure fünf-achsige Fräs-Maschine arbeitet. Sie kann, mit entsp

Hemer. (clau) Unter dem einfachen Namen „Lehrwerkstatt“ kennt den traditionsreichen Betrieb Am Ballo 12 in Westig heute noch fast jeder Hemeraner. Offiziell aber heißt es längst „Technische Bildungsstätte der SIHK zu Hagen“. Mit Beginn des neuen Lehrjahres starten hier 80 neue Auszubildende im Bereich Metall- und Elektro-Technik ins Berufsleben. Unter dem Dach der Bildungsstätte lernen jährlich etwa 150 Menschen an verschiedenen Standorten.
Fachkräfte dringend gesucht
Wenn sie demnächst als fertige Fachkräfte die Bildungsstätte verlassen, wird die heimische Wirtschaft sie mit offenen Armen empfangen. Sie werden händeringend gesucht, um die Region wettbewerbsfähig und lebendig zu erhalten. Die hohe Wertschätzung drückt sich oft auch deutlich im Gehalt aus: Nicht selten bringt ein gut ausgebildeter Facharbeiter ähnlich viel Geld nach Hause wie ein Akademiker, wobei er jedoch deutlich früher als dieser für seine Arbeit überhaupt bezahlt wird.
Solide Ausbildung
Ausbildung oder Umschulung: Auch das Jobcenter und die Agentur für Arbeit schicken Menschen in die Lehrwerkstatt, um sie mittels einer Bildungsmaßnahme auf neue Berufswege zu führen und so fit für die Zukunft im ersten Arbeitsmarkt zu machen.
Jürgen Knuhr, Leiter der Bildungsstätte, führte Anfang dieser Woche Hemers Bürgermeister Michael Heilmann und Vertreter des Aufsichtsrates der Grundstücks- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Stadt Hemer (GWG) durch den laufenden Betrieb. „Feilen, Bohren, Drehen, Fräsen, CNC-Technik… bei uns erhalten die jungen Menschen eine solide Grundausbildung“, so Jürgen Knuhr. „Die Betriebe erwarten von uns, dass wir den Nachwuchs so vorbereiten, dass man im Arbeitsalltag zuverlässig etwas mit ihnen anfangen kann.“
Fundierte Grundkenntnisse, selbstständiges Arbeiten, Mitdenken, mathematisch-technisches Verständnis, Vertrautheit mit den Maschinen und Werkzeugen, hohe Motivation – all das gehört dazu. „In puncto CNC-Technik mischen wir als Bildungsträger ganz weit vorne mit“, zeigt sich Jürgen Knuhr selbstbewusst. „Wir arbeiten hier mit einem ganzen Stab an Ausbildern in jedem Fachbereich, die alle eine Meis­ter- oder Technikerprüfung und oft sogar ein Studium vorweisen können.“
Brücken bauen
Die Ausbildung muss geradlinig verlaufen. Das Leben selbst verläuft aber oft anders. Da bewähren sich die zwei Sozialarbeiter der Bildungsstätte: Sie finden Wege, wenn das Leben unwegsam wird, sie bauen Brücken, stärken Rücken, fangen auf und geben Hilfestellung.
Masse und Mathe
Dass das Konzept aufgeht, zeigt die minimale Abbrecher-Quote von nur einem Prozent. Die Frauen-Quote liegt aber inmitten dieser Männer-Domäne immer noch bei nur fünf bis zehn Prozent. „Wobei heute hier niemand mehr schleppen und Massen bewegen muss. Das machen längst Kräne“, ergänzt Jürgen Knuhr. „Nur Mathe-Kenntnisse muss wirklich jeder haben. Denn wenn sich einer verrechnet, dann knallt es unweigerlich in der Maschine.“
Lokal gut aufgestellt
Wie wichtig die Arbeit der Bildungsstätte ist, wie unverzichtbar der Faktor Ausbildung überhaupt ist, um Hemer und die Region dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten, weiß auch Bürgermeister Michael Heilmann: „Den Fachkräftemangel spüren wir mittlerweile schon deutlich in der Stadtverwaltung. Der Bedarf ist enorm. Die Zusammenarbeit mit der SIHK-Werkstatt stellt uns aber lokal gut auf.“
„Karriere im MK“
Mehr zum Thema Studium und Ausbildung – längst nicht nur im Bereich Metall- und Elektro-Technik – erfahren die Besucher der Messe „Karriere im MK“, die am Dienstag, 19. September, im Grohe-Forum im Sauerlandpark stattfindet.