Grenzerfahrungen: Vom Umgang mit der Demenz

Die Mitglieder des Demenznetzwerks stellten das Iserlohner Programm rund um den Welt-Alzheimertag vor. (Foto: Stadt Iserlohn)

Iserlohn. (Red.) Der frühere US-Präsident Ronald Reagan litt an der Alzheimer-Demenz. Zu Beginn des Jahres erschütterte die Mitteilung, dass Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer ebenfalls an Alzheimer erkrankt ist. Doch oft tröstet man sich damit, dass all die betroffenen Menschen in weiter Ferne leben. Doch das Thema Demenz geht uns alle an. Das gilt auch für die Alzheimer-Demenz. Um auf die Anliegen von Erkrankten und auch Angehörigen aufmerksam zu machen, wurde bereits vor 18 Jahren der Welt-Alzheimer-Tag ins Leben gerufen. Er wird am 21. September 2012 begangen. „Demenz: zusammen leben“ ist der Welt-Alzheimer-Tag in diesem Jahr überschrieben. Das Iserlohner Demenznetzwerk, ein Zusammenschluss von Einrichtungen und Diensten der Seniorenhilfe in Iserlohn unter dem Dach des Initiativkreises „Senioren in der Stadt 2020“, hat in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde ein interessantes Programm erarbeitet, um auf die vielfältigen Möglichkeiten für ein positives Zusammenleben mit Alzheimer-Betroffenen aufmerksam zu machen.

Die Idee hinter dem Motto „Demenz: zusammen leben“ fußt auf der Überlegung, dass überall und täglich Begegnungen mit Demenz-Kranken und deren Angehörigen vorkommen können: in der Familie, in der Nachbarschaft, im Hausflur oder aber auch im Supermarkt. Für ein Miteinander ist es deshalb wichtig, betroffene Menschen ernst zu nehmen und ihnen mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und der notwendigen Geduld zu begegnen. Das Angebot, das unter der Koordination von Brigitte Manthey-Radzuweit und Eckhardt Liesche von der Abteilung „Senioren und Menschen mit Behinderung“ der Stadt Iserlohn zusammengestellt wurde, umfasst vier Termine, die in den Tagen vor und nach dem 21. September in der barrierefrei zugänglichen Reformierten Kirche, Wermingser Straße 9, stattfinden.

Fotografien und einfühlsame Texte

Den Auftakt macht am Sonntag, 16. September 2012, um 17 Uhr die Eröffnung einer Fotoausstellung von Bernhard Weiland mit dem Titel „Der Weg der Demenz – Fotodokumentation einer Grenzerfahrung“. Weiland dokumentierte mit seiner Bilderreihe vier Jahre lang den Lebensweg seiner Eltern, die beide an Demenz erkrankt sind. Das Fortschreiten des demenziellen Prozesses wird über die Fotografien hinaus durch einfühlsame Texte von Jochen Manske, Enkel des betroffenen Ehepaares, chronologisch begleitet. Zudem besteht die Möglichkeit, sich im Anschluss mit dem Fotografen über persönliche Erfahrungen auszutauschen. Die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober während der regulären Öffnungszeiten in der Reformierten Kirche zu sehen.

Eine Gesprächsrunde unter dem Titel „Kraftquellen für Demenzkranke (und ihre Angehörigen)“ steht am Donnerstag, 20. September, um 19 Uhr auf dem Programm. Hier sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, richtig mit Demenzkranken Menschen zu kommunizieren. Erläutert wird, welche Mittel helfen können, eine „Brücke in die Vergangenheit“ zu errichten. Referentinnen sind die Pastorin Karin Schlemmer-Haase und die Diplom-Sozialpädagogin Christel Voßbeck-Kayser.

Ein Gottesdienst mit ökumenischem Charakter und Abendmahl unter der Leitung der Pastorinnen Karin Schlemmer-Haase und Brigitte Zywitz wird am Sonntag, 23. September, um 11 Uhr angeboten. Hierzu sind alle Menschen mit und ohne Demenz herzlich eingeladen. Anschließend findet ein gemeinsamer Mittagsimbiss im angrenzenden Sozialzentrum „Lichtblick“ statt. Die Verpflegung ist kostenlos, um eine kleine Spende für das Sozialzentrum wird gebeten.

„Wo seid ihr denn alle?“

Eine Lesung mit Barbara Niemann aus ihrem Buch „Wo seid ihr denn alle?“ mit musikalischer Umrahmung und anschließender Gesprächsrunde (Moderation: Manfred Schoofs, Heimleiter „Tersteegen Haus“) steht am Dienstag, 25. September 2012, um 19 Uhr auf dem Programm. Die Autorin erzählt in ihrem Buch, wie sie lernte, ihre an einer Demenz erkrankten Mutter in Liebe zu begleiten.

Neben den oben genannten Angeboten steht außerdem von Montag bis Freitag, 17. bis 21. September, während der Öffnungszeiten ein Vertreter des Iserlohner Demenznetzwerkes in der Reformierten Kirche zur Verfügung, der Informationen „rund um das Thema Demenz“ gibt und die Fragen der Besucher beantwortet.