Größere Klinikverbünde in Hemer und Iserlohn?

Wie wird sie aussehen, die Krankenhaus-Versorgung in Iserlohn und Hemer nach dem Jahr 2015? Bis zu diesem Zeitpunkt soll der neue NRW-Krankenhausplan greifen. (Foto: Lamers)
Wie wird sie aussehen, die Krankenhaus-Versorgung in Iserlohn und Hemer nach dem Jahr 2015? Bis zu diesem Zeitpunkt soll der neue NRW-Krankenhausplan greifen. (Foto: Lamers)

Iserlohn/Schwerte. (Red./as) Wie wird sie aussehen, die Krankenhausversorgung der Zukunft in Hemer und Iserlohn? Fest steht nur, dass sie sich mit dem NRW-Krankenhausplan 2015 verändern wird.

Eine „qualitätsorientierte Krankenhausplanung“ möchte das Land allen nordrhein-westfälischen Kliniken verordnen. Von den Kassenärztlichen Vereinigungen gibt’s bereits Lob: Solch ein Konzept wird „nachdrücklich befürwortet“. Doch was genau versteht man unter „qualitätsorientierter Krankenhausplanung“? Gab es die bislang nicht? Und: Wie wirkt sie sich aus auf die medizinischen Disziplinen in den Krankenhäusern in Hemer und Iserlohn? Wie wird die Notfallversorgung in Zukunft aussehen? Wer wird sie sicherstellen?

Fragen über Fragen: Die hat auch die CDU in Iserlohn. Sie beantragt kurzfristig die Aufnahme eines zusätzlichen Tagesordnungspunktes in die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung. Sie fordert die Einrichtung eines Arbeitskreises „Gesundheitsversorgung“.

Verlässliche Krankenhausplanung

Wegen der politischen Diskussion zum „Krankenhausplan NRW 2015“ und der sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen für den Krankenhausstandort Iserlohn sieht die Iserlohner CDU-Fraktion dringenden Handlungsbedarf.

Eine verlässliche Krankenhausplanung im Sinne der Patientinnen und Patienten sowie eine langfristige Krankenhausversorgung in der Stadt Iserlohn habe oberste Priorität. Die weitere Entwicklung der Krankenhauslandschaft sollte daher in enger politischer Begleitung und Abstimmung mit allen Beteiligten sowie auch der Nachbarstädte erfolgen. Wichtig für die Unions-Parlamentarier: die zeitnahe Einrichtung eines Arbeitskreises „Gesundheitsversorgung“.

Die Diakonie Mark-Ruhr als einer der Krankenhausbetreiber in Iserlohn hat bereits erste Schritte in Richtung Zukunft unternommen. Sie beabsichtigt mit dem Evangelischen Krankenhaus Schwerte und dem Bethanien-Krankenhaus in Iserlohn auf einen größeren Klinikverbund zuzugehen. Das kann, so heißt es weiter, einen Trägerwechsel für die Krankenhäuser bedeuten. „Der neue NRW-Krankenhausplan 2015 zwingt uns zum Umdenken“, sagt Superintendentin Martina Espelöer, Vorsitzende des Verwaltungsrates. „Eine medizinische Versorgung muss aber auch im ländlichen Raum für die Menschen zur Verfügung stehen. Um das in Zukunft sicherzustellen, haben wir nach einer Lösung gesucht, die sich sowohl für die Patienten und die Mitarbeiterschaft als auch für das gesamte Diakonische Werk zum Vorteil auswirken wird.“

Eine Marktanalyse und deren Erkenntnisse

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hat die Diakonie Mark-Ruhr vor diesem Hintergrund eine Marktanalyse in Auftrag gegeben, deren Erkenntnisse nunmehr dazu geführt haben, einen Schritt der Schwerpunktverlagerung zu gehen. Nachdem die Häuser sich in den letzten zehn Jahren im Verbund der Diakonie gut entwickeln konnten, werden für die Zukunft größere Verbünde im Gesundheitswesen notwendig. „Dieser Veränderungsprozess bringt große Herausforderungen mit sich, denen wir uns stellen wollen. Die Häuser leben von gut ausgebildeten Ärzten, Schwestern und Pflegern. Nur mit unserem motivierten und qualifizierten Personal kann die Versorgung der Patienten in der Region weiter gut gewährleistet werden“, betont Espelöer.

Auf dem Weg der Neuausrichtung wird es einen Wechsel in der Leitung der Krankenhäuser in Iserlohn und Schwerte geben. Bernd Löser, Geschäftsführer beider Krankenhäuser, scheidet zum 30. Juni aus der Geschäftsführung aus. Für die Phase der Neuausrichtung konnte Dr. Dietmar Stephan gewonnen werden, der als Geschäfsführer im Krankenhauswesen und durch seine Beratertätigkeit seine Kompetenzen zur Verfügung stellt.

Weiter für die Menschen da sein

Bernd Löser, der in Bochum wohnt, wird sich beruflich neu orientieren. „Ich habe mich die letzten Jahre gerne bei der Diakonie Mark-Ruhr engagiert. Jetzt ist der Zeitpunkt, neue Wege zu gehen“, kommentiert Löser die Entscheidung des Verwaltungsrates. „Bernd Löser war seit 2006 beziehungsweise 2009 in der Geschäftsführung unserer Krankenhäuser“, sagt Volker Holländer. „Er war maßgeblich an der Zusammenführung der beiden Krankenhäuser Iserlohn und Schwerte und dem erfolgreichen Aufbau der Kadiologie in Iserlohn beteiligt.“

Der Auftrag, für die Menschen da zu sein, bleibt für alle Beteiligten die wichtigste Ausrichtung. „Die große Herausforderung des kirchlich-diakonischen Auftrages ist es heute, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig die ökonomischen Rahmenbedingungen zu bewältigen“, bringt der Geschäftsführer und Diakoniepfarrer Martin Wehn zum Ausdruck.