Härtere Strafen für Verkehrssünder gefordert

Mit einem Dummy werden Unfallfolgen im Auto berechnet. Wer langsamer fährt

Mit einem Dummy werden Unfallfolgen im Auto berechnet. Wer langsamer fährt, hat größere Chancen. (Foto: Dekra)

Iserlohn. Endlich Führerschein. Um sich auszuprobieren, wagen manche Fahranfänger auch den etwas zu kräftigen Druck aufs Gaspedal. Doch Vorsicht. Nicht jeder ist der geborene Sebastian Vettel. Sieht man von der Gefahr ab, der die Schnellfahrer sich selbst und andere aussetzen. Rasen kann auch ein ganz schön teures Vergehen sein. Und es kann noch teurer werden.
Denn: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet härtere Strafen für Verkehrssünder – aber nur, wenn es der Verkehrssicherheit dient. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts „forsa“ im Auftrag der Dekra. So sind etwa acht von zehn (81 Prozent) der Meinung, dass bei gefährlichen Verkehrsverstößen schneller als bisher Fahrverbote verhängt oder Führerscheine eingezogen werden sollten.
Ähnlich verhält es sich mit der Forderung nach mehr Verkehrskontrollen und Blitzern. So sprechen sich rund zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten für mehr Kontrollen aus, wenn diese an gefährlichen Stellen wie vor Schulen und Kindergärten oder an Unfallschwerpunkten stattfinden. Nur eine Minderheit (27 Prozent) ist dafür, dass flächendeckend mehr kontrolliert und geblitzt wird. Nur fünf Prozent sind komplett gegen mehr Kontrollen
Die Höhe von Bußgeldern betrachten die Befragten durchaus differenziert: Neun von zehn (89 Prozent) halten 20 Euro Bußgeld für das Nicht-Bilden der Rettungsgasse für zu niedrig. Eine Mehrheit von 56 Prozent hält 60 Euro für die Handynutzung am Steuer für zu niedrig. 33 Prozent halten dies für angemessen, nur neun Prozent für zu hoch. Andererseits hält eine Zwei-Drittel-Mehrheit (65 Prozent) 25 Euro Strafe für Geschwindigkeitsüberschreitungen von 11 bis 15 km/h innerorts für „angemessen“. Nur 27 Prozent wollen hier höhere Strafen.
Alles in allem halten 43 Prozent das Niveau der Bußgelder für Verkehrsverstöße für zu niedrig. Nur wenig mehr (45 Prozent) halten das Niveau für angemessen. Lediglich sieben Prozent der repräsentativ Befragten denken, die Bußgelder seien allgemein zu hoch.
Höhere Strafen können durchaus Einfluss auf die Fahrdisziplin haben: Zwei Drittel (65 Prozent) der Führerscheininhaber unter den Befragten geben an, dass sie im Ausland vorsichtiger und langsamer fahren, wenn sie wissen, dass dort die Strafen höher sind.