„Hemer-Koalition“ mit dickem Sparplan

Hemer. (clau) Im „Säckel“ der Stadt Hemer befindet sich derzeit nicht
genug Geld, um für das nächste Jahr einen zukunftssicheren Haushalt aufstellen
zu können. Was tun?

Müssen die Einnahmen erhöht oder die Ausgaben gesenkt werden? Der Entwurf von
Bürgermeister Michael Heilmann (UWG) sieht für 2018 Erhöhungen bei der
Grundsteuer vor. Steuererhöhungen aber treffen die Bürger unmittelbar. Allein
schon ihre Ankündigung sorgt für Missstimmung. Konträr dazu steht der Vorschlag
der „Hemer-Koalition“, bestehend aus den Fraktionen von CDU, SPD und FDP.
Sie wollen Veränderungen und Einsparungen am Haushaltsplan vornehmen, um vor
allem das strukturelle Defizit zu verringern und so eine Erhöhung der
Grundsteuer für die Bürger abzuwenden.
29-Punkte-Sparplan
Anfang dieser Woche konnten sie ihren gemeinsamen Einsparungsplan vorlegen.
Er umfasst insgesamt 29 Punkte. Dabei ging es den drei Fraktionen nicht um ein
„Kaputt-Sparen“ um jeden Preis, sondern um tragbare Lösungen. Rund 400 „Köpfe“
zählt allein die Stadtverwaltung. Wer einmal dazugehört, bleibt auf Dauer ein
Kostenfaktor. Besonders den Punkt der städtischen Neueinstellungen sieht die
„Hemer-Koalition“ also mit kritischen Augen und vermutet hier ein großes
Sparpotenzial.
Am Thema „Flüchtlinge“ will sie dagegen auf keinen Fall den Rotstift
ansetzen. Ein falsches Sparen hier könnte am Ende richtig teuer werden, so sehen
es CDU, SPD und FDP. Und auch der städtische Nachwuchs soll nicht unter den
Einsparungen zu leiden haben: Es sollen weiter junge Menschen in der
Stadtverwaltung ausgebildet und anschließend auch übernommen werden.
Den 29-Punkte-Einspar-Plan der drei Fraktionen, der das städtische Finanzloch
stopfen soll, hat nun der Kämmerer in Zahlen umgerechnet. Am Dienstag, 20.
Dezember, wird sich zeigen, ob eine breite Mehrheit im Rat der Stadt dem
Vorschlag zustimmen kann. Dann wäre die drohende Grundsteuererhöhung noch einmal
vom Tisch.