Historische Ansichten zum Weltspartag

Weltspartag
Michael Haupt, Direktor Privat- und Geschäftskundenbetreuung der Sparkasse Iserlohn (li.), und Rico Quaschny, Leiter Stadtarchiv Iserlohn, präsentierten in dieser Woche die neuen Kalender mit historischen Ansichten. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. Seit 2012 ist es gute Tradition, dass die Sparkasse Iserlohn in Zusammenarbeit mit dem Iserlohner Stadtarchiv einen Kalender mit historischen Ansichten herausbringt. 8.000 Stück wurden in diesem Jahr produziert – und werden bereits sehnsüchtig von den Iserlohnern erwartet, wie Stadtarchivar Rico Quaschny weiß. „Ich habe von mehreren Fällen gehört, in denen sich Iserlohner im Ausland die Kalender haben schicken lassen.“ Die tolle Qualität und die abwechslungsreichen Motive sind weit über die Stadtgrenzen bekannt und begehrt. So sehr, dass Michael Haupt, Direktor Privat- und Geschäftskundenbetreuung der Sparkasse Iserlohn, fest damit rechnet, „dass die Kalender bis zum Jahresende restlos weg sind.“

2019 werden wieder Postkartenmotive die einzelnen Monatsblätter zieren. Aus der Sammlung des Stadtarchivs wurden Motive aus den Jahren 1905 bis 1935 ausgewählt. „Man glaub gar nicht, wie viel ‚neue‘ Karten in jedem Jahr auftauchen“, berichtet Quaschny. Zu den Aufgaben des Stadtarchivars zählt nämlich auch die Beschaffung „frischen“ Materials. So kommen bis zu 300 weitere Postkarten pro Jahr ins Archiv. Einige mit alten, bekannten Motiven, andere mit völlig neuen Blickwinkeln. Manche Fundstücke werden von Iserlohnern abgegeben, manche in Online-Auktionshäusern „erstöbert“.

So kann man die Waldstadt aus neuen Perspektiven erblicken, alte Erinnerungen wieder auffrischen und vor allem der jungen Generation einmal zeigen, wie Iserlohn vor knapp einem Jahrhundert aussah. Eifrige Sammler der Kalender werden sich eventuell daran erinnern, dass Postkarten bereits einmal Thema waren. 2013 wurde allerdings mit farbigen Karten im Druckverfahren der Lithografie gearbeitet. Der aktuelle Jahresplaner zeigt dagegen überwiegend Fotoansichten und Kartendrucke.

Warum Postkarte?

Die Frage, die beim Betrachten des Kalenders auf der Hand liegt, ist: „Warum wieder Postkarten?“ Das ist relativ einfach zu beantworten. Die Postkarte – oder früher auch „Correspondenz-Karte“ ist seit der Einführung im Jahr 1970 eine Erfolgsgeschichte, die erst durch E-Mail und SMS abgelöst wurde. Die Postkarten hatten einen enormen Vorteil gegenüber den handelsüblichen Briefen: Die Motive. Das führte zu einem echten Boom um 1900. Mehr als eine Milliarde Karten kamen pro Jahr im Umlauf – also 83,3 Millionen pro Monat. Daher war es nicht verwunderlich, dass teilweise mehrmals am Tag die Postkarten verteilt werden mussten. Bis in die 1930er Jahre hielt dieser Trend an.

Schwierige Aufgabe: Motivwahl

Als eine kniffelige Aufgabe stellte sich einmal mehr die Motivauswahl dar. Denn: Bei der Auswahl der Karten sollten möglichst alle aktuellen Stadtteile Iserlohns dargestellt werden – also auch die, die 1935 noch nicht zur Waldstadt gehörten.

Heimatlich sind die Produzenten einiger Karten. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden in ganz Deutschland Verlage gegründet, um Postkarten zu produzieren. Aus dem Iserlohner Verlag Ernst Bischoff zum Beispiel stammen einige Motive. So auch das Titelbild, dass einen Blcik vom Dördel auf die Baarstraße und das Villenviertel auf dem Tyrol zeigt.

Übrigens: Erstmals wurde 1986 ein Fotokalender der Sparkasse Iserlohn herausgegeben.

Ausgabe zum Weltspartag

Erster Ausgabetermin der Kalender ist traditionell der Weltspartag am Dienstag, 30. Oktober. Da in einigen Bundesländern der Reformationstag ein Feiertag ist, hat man sich darauf geeinigt, den Termin, wie bereits im vergangenen Jahr, einen Tag nach vorne zu ziehen.
Damit bricht man mit einer Tradition, die bereits seit 1925 Bestand hatte. Da wurde nämlich erstmals am 31. Oktober zum Sparen aufgerufen.

Der Weltspartag ist aus Sicht von Michael Haupt ein ganz wichtiger Tag, vermittelt er jungen Menschen doch, dass es sich lohnt, Geld zu sparen. „Natürlich kann man nicht mehr so sparen wie vor 30 oder 40 Jahren“, erklärt er. In Zeiten von Niedrigzinsen ist das traditionelle Sparbuch für viele nicht unbedingt verlockend. „Eltern, die ihren Kindern sagen: ‚Sparen lohnt sich nicht‘ muss man erwidern ‚Sparen lohnt sich doch!‘.“

Positive Erfahrung

Damit Kinder die positive Erfahrung machen können – Geld sparen und dafür eine Belohnung erhalten –, gibt es wieder viele attraktive Prämien von der Sparkasse. Für jugendliche Sparer gibt es einen Kinogutschein für einen Film nach Wahl. „Die sind sehr begehrt, manchmal müssen sogar die Eltern oder Großeltern kommen, weil die Kinder lange Schule haben und dann befürchten, keinen Gutschein mehr zu bekommen“, erzählt Haupt. „Man merkt aber auch, dass sich die Zeiten für den Andrang verschieben. Während früher ab 13 Uhr die Kinder und Jugendlichen gekommen sind, verschiebt sich das nun nach hinten, auf Grund der längeren Schulzeit“, so Haupt.

„Flocke“ macht Sparer happy

Die jüngsten Sparer werden dagegen eher auf „Flocke“ abfahren. Das Stofftier, in diesem Jahr ein Eisbär, gehört zu den beliebtesten Geschenken bei den Sparern und macht dabei vor keinem Alter halt. Vielfach sieht man im Iserlohner Stadtgebiet noch auf den Hutablagen einiger Autos die Kuscheltiere aus den Vorjahren sitzen oder stehen.
Der Weltspartag – ein Tag für die ganze Familie.