Historischer Ortskern von Oestrich soll (noch) schöner werden

Stefan Baumann, Thorsten Grote und Britta Marscheider stellten das Fassadenprogramm für Oestrich am vergangenen Dienstag vor. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) 200.000 Euro – so viel Geld steht bis zum Jahr 2021 den Oestrichern im historischen Ortskern aus dem Fassadenprogramm zu Verfügung. Mit der Förderung beteiligt sich die Stadt mit bis zu 50 Prozent an der sichtbaren Verschönerung der Fassaden. Stefan Baumann, Abteilungsleiter Stadtentwicklung, erklärt: „Dazu gehören nicht nur die Fassaden, auch die historischen Mauern, die zur Einfriedung gebaut wurden, sind förderfähig.“ Hinzu kommen auch Fenster, wenn sie in das Gesamtkonzept passen.
Das Fassadenprogramm ist Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts für den historischen Ortskern Oestrich. Ebenso gehört die Planung der Umgestaltung des Herbert-Nolte-Platzes (Dorfplatz) zu diesem Konzept. Dort soll eine vollumfängliche Sanierung realisiert werden. Wie die Gestaltung aussieht, das konnten die Oestricher im Rahmen einer Planungswerkstatt ein Stück weit mitentscheiden. Da der Kindergarten einer der Hauptnutzer des Platzes ist, waren vor allem die jüngsten Bewohner Oestrichs gefragt. Mit viel Liebe zum Detail wurden einige Vorschläge präsentiert für Spielgeräte und Flächen. Diese Anregungen aufgreifend wurde das Konzept nun erstellt. „Wir bauen unsere Spielplätze nicht immer nur mit den Standardgeräten. Es wird auch immer etwas Spezielles gebaut, was es in keinem Katalog der Welt gibt“, erklärt Baudezernent Thorsten Grote.

Ergebnisse werden zusammengetragen

Derzeit befasst sich ein externes Planungsbüro mit den Ergebnissen der Planungswerkstatt. Parallel dazu wurde in der vergangenen Woche der Verkehr in diesem Bereich unter die Lupe genommen. Denn: Bereits nach den ersten Gesprächen wurde klar, dass die Verkehrsführung durchaus noch Optimierungspotential hat. Alle Ergebnisse zusammen geben die Basis für einen Förderantrag, der nach derzeitigem Stand noch in 2018 gestellt werden soll. Wann allerdings mit der konkreten Umsetzung begonnen werden kann, das liegt nicht in der Hand der Stadt. Das angepeilte Ziel ist 2020. „Das werden wir auch schaffen“, erklärt Grote. Nur, ob es zu den Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag Oestrichs reicht, das vermag der Baudezernent nicht vorhersagen. „Kommt der Förderbescheid früh im kommenden Jahr, dann können wir logischerweise früher beginnen. Kommt er erst im November, dann ist der Start wohl erst im darauffolgenden Jahr.“

Anträge für Fassaden

Ab sofort können dagegen bereits die Anträge für das Fassadenprogramm gestellt werden. Schnell sein lohnt sich, denn die maximale Förderhöhe ist variabel und wird im Einzelfall entschieden. So sind die Anreize zum Beispiel für Fachwerkshausbesitzer etwas größer, sich mit dem Thema zu beschäftigen, da auch höhere Summen gefördert werden.
Wer Interesse hat, der sollte sich bei der Abteilung Stadtentwicklung und Grundstücke der Stadt Iserlohn melden. Die Ansprechpartnerin dort ist Stadtplanerin Britta Marscheider (E-Mail: britta.marscheider@iserlohn.de oder Tel. 02371 / 2172421).

Ablauf der Antragstellung

Nach der Kontaktaufnahme, kommt ein Mitarbeiter der Verwaltung und schaut sich die Gegebenheiten vor Ort an. Sollten sich dabei Chancen auf eine Förderung ergeben, muss der Antragsteller drei Vergleichsangebote einholen, von Firmen, die die Arbeiten auch tatsächlich ausführen können und die teilweise spezielle Eignung für dieses Aufgabengebiet haben. Erst danach wird mittels einer Prüfung durch die Stadtveraltung über eine positive Förderung entschieden. Der Ablauf für diese Förderung ist detailliert auf der Homepage der Stadt Iserlohn (www.iserlohn.de) unter dem Suchbegriff „Fassadenförderung Oestrich“ beschrieben.
„Die Erfahrungen aus dem Fassadenprogramm der südlichen Innenstadt haben gezeigt, dass Privatleute eher diese Förderung im ‚vorbeigehen‘ mitnehmen, weil sie sich schon vorher für eine Sanierung oder Renovierung entschieden haben. Andere Besitzer bekommen durch diese Förderungen aber vielleicht einen zusätzlichen Anreiz, die Fassade in Angriff zu nehmen“, so Grote.
„Wir werden gezielt auf Personen zugehen, deren Häuser wir für besonders Erhaltenswert für das Stadtbild halten“, erklärt Baumann, dass der erste Schritt auch von der Stadt gegangenen werden kann.

Keine doppelte Förderung

Einziger Wermutstropfen: Eine Förderung für eine energetische Sanierung ist nicht mit dem Angebot der Fasadenförderung kombinierbar. „Auch diese Erfahrung haben wir mit der südlichen Innenstadt gemacht und deshalb in Oestrich im Vorfeld darauf verzichtet“, erklärt Grote. Natürlich ist dennoch eine Sanierung nach den neuesten Energiestandards möglich – dann allerdings ohne zusätzliche Fördergelder. „In diesem Programm wird nur gefördert, was nach Außen sichtbar ist“, erklärt Britta Marscheider eine einfach Faustregel für potentielle Antragsteller.