Hochzeit mal anders: Letmather Ja-Markt für guten Zweck

Lydia (Mitte) und Mike Kowalski sammelten bei ihrem „Ja-Markt“ Geld für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Kleine Raupe“. Bettina Wichmann (r.) war beeindruckt von dem Engagement. (Foto: Andrea Schneider)

Letmathe. (as) Wer heiratet, denkt nicht unbedingt ans Sterben. Die rosarote Brille blendet den Blick auf Vergänglichkeit und Tod erst einmal aus. Lydia und Mike Kowalski hingegen haben die Endlichkeit des Lebens ganz bewusst in den schönsten Tag ihres Lebens eingebaut. Sie wollten schwer kranken und sterbenden Kindern helfen.

Für ihre 280 Gäste hatte das Paar gleich eine ganze Schützenhalle in einen „Ja-Markt“ verwandelt. Inklusive Kinderkarussell, Rodeoreiten, Schießbude, Boxautomat, Maßkrugstemmen und eben einem Stand, an dem die zwei, die gerade Ja gesagt hatten, selbstgemachte Marmeladen, Liköre, gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und Herz-Kirschkernkissen angeboten hatten. „Nehmt euch und spendet, was ihr mögt“, hatten die Frischvermählten ihre Gäste aufgefordert. Sie nahmen und spendeten – 1.200 Euro für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Kleine Raupe“.

Lydia Kowalski hatte eine Bedingung gestellt, als ihr nun Angetrauter um ihre Hand angehalten hatte. „Ohne Karussell heirate ich nicht“, soll sie gesagt haben.

Mike Kowalski, Marketingleiter der Stadtwerke Iserlohn, ließ sich nicht lumpen. Die Festhalle wurde ausgemessen, ein Karussell organisiert. Mehr noch. Er und seine Frau verwandelten die Halle nicht in einen Jahr-, aber in einen dem Anlass angemessenen Ja-Markt.

Für beide stand schnell fest, dass sie nicht nur feiern, sondern auch Menschen helfen wollten, die es schwer haben. Gerade Lydia Kowalski weiß als Krankenschwester auf der Intensivstation der Lungenklinik, wie schmal der Grat des Lebens sein kann. Beide entschieden sich, den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Kleine Raupe“ zu unterstützen.

Bettina Wichmann, Koordinatorin des Hospizdienstes, war begeistert von der Idee. Und sie war bass erstaunt, dass beim Hochzeits-Ja-Markt die stolze Summe von 1.200 Euro zusammengekommen war. „Das Geld ist ein Segen“, sagt sie. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hilft solch eine Summe, Herzenswünsche der schwer kranken Kinder zu erfüllen.