Höhere Stromkosten in Iserlohn und Hemer ab 2015

Iserlohn/Hagen. (Red./as) Eigentlich sollte der Strom in Iserlohn billiger werden. Und dann das: In einem aktuellen Schreiben an seine Netzkunden kündigt Stromnetzbetreiber „Enervie Asset Network“ (EAN) aus Hagen erheblich steigende Entgelte für das EAN-Netz zum 1. Januar 2015 an. EAN speist auch in das Iserlohner Stromnetz ein.

„Als Grund für diese Kostensteigerung wird uns das Abschaltverbot und somit der zwangsweise Einsatz von Kraftwerken des Versorgers in Hagen genannt. Dieser Einsatz sei notwendig, um Engpässe im Übertragungsnetz der Amprion-GmbH auszugleichen. Nur auf diese Weise sei die Versorgungssicherheit aller Netzkunden gewährleistet“, ist Berichten der Bundesnetzagentur und der Enervie-Gruppe zu entnehmen.

Unabhängig vom Stromlieferanten sind alle Verbraucher in Iserlohn betroffen. Eine jährliche Mehrbelastung von circa 30 Euro für den privaten Durchschnittshaushalt ist damit wahrscheinlich und muss zunächst von den Stadtwerken an die Verbraucher weitergegeben werden. „Da hilft auch die von der Bundesregierung gelobte Reduzierung der EEG-Umlage nicht mehr. Sie würde den zitierten Durchschnittshaushalt auf das Jahr gerechnet um nur sage und schreibe 2 Euro entlasten“, rechnet Bürgermeister Dr. Peter-Paul Ahrens vor.

Angeblich führt eine so genannte Inselnetzsituation dazu, dass die Kraftwerke weiterlaufen müssen. Andernfalls sei keine sichere Stromversorgung gewährleistet. „Das ist aber kein Grund, die Kosten auf die Endverbraucher abzuwälzen. Unseren Kunden faire Strompreise zu bieten, hat für uns höchste Priorität“, sagt Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn. Stadtwerke und Stadt werden jetzt alle rechtlichen Schritte prüfen, um gegen die Entscheidung vorzugehen.

Bürgermeister Dr. Ahrens gibt zu bedenken, dass die erhöhten Stromkosten insbesondere für die Industriekunden in der Region erheblich sein werden – ein eklatanter Standort- und damit Wettbewerbsnachteil für die in der Waldstadt beheimateten Unternehmen und darüber hinaus. „Warum sollen hier in Südwestfalen andere Regelungen gelten als in der übrigen Republik? Was ermutigt die Bundesnetzagentur, einen so erheblichen Wettbewerbsnachteil für diese Region auszusprechen?“ Diese Frage stellt sich nicht nur der Bürgermeister von Iserlohn. Auch seine Kollegen aus Schwerte, Hemer und Nachrodt-Wiblingwerde sind fassungslos über diese Ungerechtigkeit.