Hohes Suchtpotenzial

Aktionen am Tag der Glücksspielsucht

Caritas Suchtberatung am Tag der Glücksspielsucht
Uta von Holten und Thomas Kreklau von der Caritas-Suchtberatungsstelle erhoffen sich großes Interesse und viele hilfreiche Beratungsgespräche am „Aktionstag Glücksspielsucht“. (Foto: Caritas)

Iserlohn. Um auf das hohe Suchtpotenzial von Glücksspielen aufmerksam zu machen, haben sich die 16 Bundesländer darauf verständigt, einmal im Jahr, jeweils am letzten Mittwoch im September, den bundesweiten „Aktionstag gegen Glücksspielsucht“ durchzuführen. Mit unzähligen Aktionen im gesamten Bundesgebiet machen am Mittwoch, 26. September, Einrichtungen der Suchthilfe mit unterschiedlichen Aktionen auf die oftmals unterschätzten Gefahren der Glücksspielsucht aufmerksam.

Die Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes bietet am Mittwoch, 26. September, eine spezielle offene Sprechstunde an, in der sich Betroffene und Angehörige ohne vorherige Terminabsprache persönlich informieren und beraten lassen können. Uta von Holten und Thomas Kreklau sind im Caritashaus in der Karlstraße 15 in Iserlohn an dem Tag in der Zeit von 13.30 bis 17 Uhr durchgängig im Rahmen der speziellen Glücksspiel-Sprechstunde erreichbar. Außerdem stehen sie telefonisch unter 02371 / 8186-19 oder -20 oder per E-Mail über www.caritas-iserlohn.de zur Verfügung.

Nach Angaben der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW gibt es in Deutschland rund 275.000 Menschen, die problematisch spielen und etwa 245.000 Menschen, die eine Glücksspielsucht aufweisen. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, denn eine Glücksspielsucht ist von außen nicht erkennbar. Auf jede glücksspielsüchtige Person kommen acht bis zehn Menschen aus dem nahen Umfeld, die mehr oder weniger stark mit betroffen sind.

Glücksspielsucht ist eine unauffällige und von außen nur sehr schwer erkennbare Erkrankung.
Die Betroffenen verlieren die Kontrolle über ihr Spielverhalten, können die Dauer und den Umfang des Spielens immer schlechter kontrollieren und spielen meist so lange, bis kein Geld mehr zur Verfügung steht oder die Spielhalle schließt.

Glücksspielsucht führt zu tiefgreifenden psycho-sozialen Veränderungen, Problemen und Konflikten. Oft kommt es im Verlauf der Erkrankung zu Zerrüttung von Freundschaften, Partnerschaften und Familien, Verarmung, Wohnungs- und Arbeitsplatzverlust, Beschaffungskriminalität und zusätzlichen schweren Depressionen.

Im Vergleich zu anderen Suchterkrankungen weisen glücksspielsüchtige Menschen die höchste Verschuldung und eine vergleichsweise hohe Selbstmordrate auf. Leider nehmen Betroffene und deren Angehörige oftmals erst zu einem sehr späten Zeitpunkt ihres Krankheitsverlaufs professionelle Hilfe in Anspruch.