„Horrido“ und Fähnchen beflügeln beim Festzug Iserlohn

In Christian Stampes Leben spielt der Iserlohner Bürger-Schützen-Verein eine große Rolle. Seinen Königsbecher aus dem Jahr 2009 hält er hohen Ehren. Zum 19. Mal organisiert er nun schon den Schützen- und Festzug seines Vereins. (Foto: Claudia Eckhoff)

In Christian Stampes Leben spielt der Iserlohner Bürger-Schützen-Verein eine große Rolle. Seinen Königsbecher aus dem Jahr 2009 hält er hohen Ehren. Zum 19. Mal organisiert er nun schon den Schützen- und Festzug seines Vereins. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. (clau) Die Vorbereitungen für den Iserlohner Schützen- und Festzug am ersten Juli-Wochenende laufen auf Hochtouren. Christian Stampe von der Festzugkommission meldet, dass der Zug so gut wie steht.

„Mit achttausend Teilnehmern wird der Iserlohner Zug wieder der größte Festzug in ganz Deutschland sein, der von einem einzigen Verein gestemmt wird“, sagt er. Für ihn ist es seine 19. Festzug-Saison. Mit erst 24 Jahren war er zum ersten Mal mit in die Organisation des riesigen Projektes eingebunden. Schon lange sucht er mittlerweile – bisher immer noch vergeblich – nach einem Nachfolger im Amt.
Der Iserlohner Schützen- und Festzug ist eine ganz große Nummer, die weit und breit ihresgleichen sucht. Allein 15 Kutschen und rund 50 Pferde werden wieder im Zug zu sehen sein. „Das macht was her. Das ist etwas fürs Auge“, sagt Christian Stampe. „Allein dieses Kutschen-Paket kostet aber den Verein schon an die 14.000 Euro.“
Klasse statt Masse
Grundsätzlich gilt weiter Stampes Wahlspruch: „Klasse statt Masse“. Und das hat seinen Grund. Er erklärt: „Wir sind ja zeitlich gebunden. Am Samstag beginnt im Anschluss an den Zug das Vogelschießen und am Sonntag die Kapellen-Verabschiedung. Da kann sich der Festzug nicht unendlich hinziehen.“ Deshalb kann eben auch nicht jeder mitmachen, der gern beim Zug dabei wäre.
Stadt und Verein
Trotzdem haben es auch in diesem Jahr einige Neulinge geschafft, in die Zugfolge aufgenommen zu werden: Die Spieler der Iserlohn Titans, die Senioren-Fußballer der Iserlohner Turnerschaft und der Kreis junger Unternehmer ziehen erstmals auf der gewohnten Strecke mit durch die Stadt. Das Team des Iserlohner Kreisanzeigers wird das 175-jähriges Bestehen der Zeitung darstellen.
„Der Wagen des Stenner-Gymnasiums wird wieder am Zug­ende rollen“, verrät Christian Stampe. „Aus den Lautsprechern wird es ordentlich Party-Sound geben, aber eben auch klassische Schützenmusik.“
Allein an diesem kleinen Detail zeigt sich, dass der Zug im besten Sinne das zivile moderne Leben in der Stadt und den Schützenverein im Besonderen gleichermaßen feiert und darstellt. Dabei reicht die Anziehungskraft des Zuges weit über die Grenzen der Waldstadt hinaus. Und das gilt nicht nur für die Zuschauer. Freundschaftliche Bande führen dazu, dass sogar Schützen aus Bochum, Ober- und Niederdollendorf und Celle sich dem Iserlohner Zug anschließen.
Thema Sicherheit
Das Thema Sicherheit aber beschäftigt die Zugkommission aus Christian Stampe, Horst Krewett, Manfred Dirkling, Reiner Trebschuh und Bastian Weiß stark. Seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurden die Sicherheitsbestimmungen nochmals verschärft.
„Sicherheitsfahrzeuge hinter jedem Marschblock hatten wir schon“, sagt Christian Stampe. „Neu sind nun die Straßensperren. Die Firma Lobbe stellt zwölf große Fahrzeuge zur Verfügung, die an den Hauptkreuzungen quer aufgestellt werden.“
Bitte beflügeln
Der Zugorganisator hofft auf gute Stimmung am Straßenrand: „Es beflügelt richtig, wenn die Straßen geschmückt sind, wenn die Leute IBSV-Fahnen raushängen oder Fähnchen schwenken. Die Zugteilnehmer freuen über jedes anfeuernde Horrido auf ihrem langen Weg.“
Für Christian Stampe wie für alle anderen IBSV-Mitglieder ist es trotz aller Arbeit, die sie in das Schützenfest investieren, selbstverständlich, dass sie an der Festpforte ihr Eintrittsgeld entrichten wie jeder andere Besucher auch. Nur so kann es gelingen, dass auch in diesem Jahr wieder die Eintrittspreise stabil bleiben.