IBSV würdigt „775 Jahre Iserlohn“

Iserlohn. (clau) Hinter den Kulissen wird fieberhaft gewerkelt und gebastelt. Nicht mehr lange, dann „wälzt“ sich der 2012er Fest-„Lindwurm“ zum IBSV-Schützenfest durch die Straßen der Waldstadt. Wie jedes Jahr? – Nicht ganz…

Denn immerhin feiert die zweite Kompanie in diesem Jahr ihr 275. Bestehen. Und: Es ist der Festzug im Jubiläumsjahr „775 Jahre Stadt Iserlohn“. Das soll gewürdigt werden.

Für Zug-Organisator Christian Stampe ist das selbstverständlich: „Der IBSV weiß, was sich gehört! Wir denken an unsere Stadt Iserlohn. Jede Einheit wird eine Kleinigkeit zum Thema Stadtgeschichte beitragen. Nichts Spektakuläres wird das sein wie im Jahr 1987, aber doch Ansehnliches.“

Genaueres will Christian Stampe nicht verraten: „Ein bisschen Überraschung muss sein.“

Werkeln mit Herzblut

Leicht war es anfangs nicht, die Mitglieder für das Thema Stadtjubiläum zu erwärmen, vor allem, weil die Stadt selber gar keinen eigenen Beitrag leistet und auch keine finanziellen Hilfsmittel aus der leeren Stadtkasse springen lässt. „Das kostete zunächst einige Überredungskünste“, schmunzelt Christian Stampe. „Der IBSV muss die Extra-Kosten selbst tragen. Aber das ist uns unsere Stadt wert. Jetzt ziehen alle richtig mit. Jede Kompanie versucht das Möglichste. Ich weiß, dass mancherorts schon seit Tagen mit viel Herzblut gewerkelt wird und sich die Leute mächtig ins Zeug legen.“

Naheliegend: Auch das Schauspielensemble wird sich der Stadtgeschichte annehmen.

Die zweite Kompanie dagegen bastelt zum eigenen 275. Jubiläum an einem speziellen Festwagen.

Spiegelbild der Stadt

Der Festzug selbst wird am Samstag, 7. Juli 2012, um 10.30 Uhr in kleiner Form und dann am Sonntag, 8. Juli 2012, um 15 Uhr in ganzer Länge und Pracht seine übliche Strecke durch die Stadt nehmen. Mit dabei sein wird wie erstmals im vergangenen Jahr die Fermo-Körner-Compagnie. Wer da letztendlich im roten Cadillac mitfahren wird, entscheidet sich erst am Tag vor dem Zug.

Wieder werden neben den Kompanien, den Gastvereinen und den Kapellen viele Gruppen mitziehen, die das Leben der Stadt wiederspiegeln.

„Wir sind eben ein echter Bürger-Schützenverein“, betont Christian Stampe. „Und das will auch der Festzug zeigen.“

Qualität ist mehr als Länge

Rund 6.000 Teilnehmer wird der Zug mit sich ziehen. Geschätzte 80.000 Zuschauer werden ihn flankieren.

Zugorganisator Stampe musste etlichen Gruppen, die mitziehen wollten, eine Absage erteilen. „Länge ist eben nicht gleich Qualität“, sagt er. „Was unseren Zug ausmacht, ist Vielfalt, ist Abwechslung. Irgendwann muss auch Ende sein. Es darf nicht passieren, dass um 17 Uhr schon oben die Kapellen verabschiedet werden, während unten noch der halbe Zug unterwegs ist.“

Saubere Sache

Trillerpfeifen, Wasserpistolen und Alkohol in Behältern jeglicher Art haben im Zug nichts zu suchen! Das feierliche Festzugbild soll nicht getrübt werden. Benimm ist „in“. PKW lassen sich im Zug nicht ganz vermeiden, allerdings kann so mancher Sprudelkasten ansehnlicher und ganz ohne Abgase mit einem Bollerwagen transportiert werden. Die Zuschauer werden es danken. Die LKW im Zug sollten nicht größer sein als 7,5-Tonner.

Trotzdem: Vorsicht, Eltern! Zwar soll das Wurfmaterial möglichst weit in die Menge fliegen, aber gerade kleine Kinder sind beim Aufsammeln der Bonbons am Zugrand stark gefährdet.

Das Ende hat sich bewährt: Schlusslicht sollen wiederum einige knatternde Trecker und als Hingucker ein paar Trikes bilden, bevor die Kehrmaschinen nachrücken.

Den Weg frei machen

„Ein großer Dank geht schon jetzt an die Blaulichter, an die Stadtbetriebe, an die Polizei und das Ordnungsamt. Die machen alle ihre Sache hervorragend und räumen dem Zug den Weg frei“, lobt Christian Stampe. „Ganz zu schweigen vom Festzugkomitee selbst.“

Nach 14 Jahren als Festzugorganisator sei die Frage erlaubt, ob Christian Stampe den Job noch lange weitermachen will. Er lächelt: „Da antworte ich mit einem entschiedenen ,Jein‘. – Langsam sollte ich mich mal nach einem jüngeren Nachfolger umsehen, der wiederum bereit ist, sich dieser schönen Aufgabe lange zu widmen. Mir liegt viel am Festzug. Ich möchte ihn nur in gute Hände abgeben.“