„Ich bin der Wein“

Der Bibelgarten an der Letmather Friedenskirche wird am Samstag, 9. Juli 2011, im Rahmen des Gemeindefestes eingeweiht. Er öffnet Christen, Juden und Moslems ein grünes, duftendes Tor in die Welt der Bibel. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. (clau) Im Schatten der Letmather Friedenskirche ist ein kleines Wunder geschehen. Hier hat sich eine einstige Wildnis aus Gestrüpp in einen sonnendurchfluteten, duftenden Bibelgarten verwandelt, der weit und breit einzigartig ist. Erläutert von kleinen Texttafeln gedeihen hier nur Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden.

Den Anstoß zum Bibelgarten gab Gemeindemitglied Brigitte Wiedkamp, die in einem Bremer Kloster solch einen Bibelgarten gesehen hatte und von der Idee begeistert war. Es gelang ihr leicht, auch Pfarrer Burckhardt Hölscher und viele andere Gemeindemitglieder für die Sache zu gewinnen. Die evangelische Kirche Letmathe hat dann das Grundstück bereitgestellt, das im Frühjahr 2009 mit großem Einsatz von einer Gruppe evangelischer und katholischer Jugendlicher zunächst einmal gerodet werden musste.

Großer Einsatz

„Ich bin der Wein, ihr seid die Reben“ - so lautet eins der wichtigsten Christusworte. Der Wein im Letmather Bibelgarten ist gut angegangen. Er hat Zukunft. (Foto: Claudia Eckhoff)

Seither ist viel passiert. Unendliche Stunden Arbeit und viele gespendete Euro später steht der Bibelgarten, den das ehrenamtliche Bibelgarten-Team rund um den Gartenarchitekten Dietmar Eggeling konzipiert hat, nun kurz vor seiner Vollendung. Etliche Letmather haben sich mittlerweile vom Bibelgarten-Projekt mitreißen lassen und es unterstützt durch tatkräftige oder finanzielle Hilfe.

Wenige Schritte in eine andere Welt

Der Einsatz hat sich gelohnt. Wer hier her kommt, betritt nur wenige Schritte abseits der alltäglichen Straßen eine stille andere Welt. Auf mit Sandsteinen ausgelegten Wegen entlang für den Mittelmeerraum typischen Trockensteinmauern kann der Besucher durch eine kleine biblische Landschaft wandern. Hier plätschert ein Quell, dort leuchtet der Mohn, von drüben duften Lavendel. Sieben Weinstöcke haben begonnen, die Kirchenmauer zu beranken.

Die frisch gesetzten Bäume sind noch jung und schmal, aber bedeutungsschwer: 11 Apfelbäume und ein Judasbaum für die 12 Apostel, 4 Platanen für die 4 Evangelisten und drei Maulbeerbäume für die heilige Dreifaltigkeit. Fünf über 100 Jahre alte Ölbäume aus Portugal gehören zum Bibelgarten. Sie sind gut angegangen und treiben schon frische Blätter.

Getragen von Hoffnungen

Am kommenden Samstag, 9. Juli 2011, soll der Bibelgarten nun im Rahmen des Gemeindefestes um 18 Uhr feierlich eröffnet werden.

Seine Zukunftsaussichten sind getragen von den Hoffnungen seiner Schöpfer: Hier sollen Christen jeglicher Ausrichtung genauso wie Juden und Moslems willkommen sein, Bibelluft zu atmen. Der Konfirmandenunterricht der Gemeinde soll hier draußen stattfinden. Die Kinder des nahen Arche-Noah-Kindergartens dürfen den Garten nutzen. Und irgendwann wird es auch die erste Hochzeit geben im anschließenden „Hochzeitsgarten“.