In Barendorf ist die Nadel daheim: Bereits der 10. Nadelmarkt steht vor der Tür

10. Nadelmarkt in Barendorf – zum Jubiläum steht Buchbinden im Mittelpunkt des Rahmenprogramms des Markts mit 40 Ausstellern.(Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) Es gibt Orte auf dieser Welte, die werden mit einem ganz bestimmten Produkt in Verbindung gebracht – oder auch anders herum. Fuschl am See ist bekannt für ein Getränke, das „Flügel verleiht“, Wolfsburg gäbe es ohne einen großen Autohersteller nicht und ein deutscher Software-Riese kommt aus Mannheim. Im Laufe des 19. Jahrhunderts war Iserlohn so etwas ähnliches für die Nadelindustrie. In den Gebäuden der ehemaligen Fabrikanlage Maste-Barendorf ist folgerichtig das Iserlohner Nadelmuseum beheimatet. Kaum eine Schülerin oder ein Schüler aus der Waldstadt dürfte um einen Besuch im „Dörfchen“ an der Baarstraße herumkommen. Und da die Faszination Nadeln an diesem Ort weiter ungebrochen ist, gibt es bereits zum zehnten Mal einen Nadelmarkt an Ort und Stelle..

Am 17. und 18. März jeweils von 11 bis 18 Uhr treffen sich zahlreiche Handwerker, Designer und Manufakturen aus Nah und Fern. 40 Aussteller werden dann auf zahlreiche Besucher warten und die komplette Bandbreite der Nadelnutzung zeigen. Denn: Wer Nadeln „nur“ mit Nähen in Verbindung bringt, der sollte unbedingt einmal beim Nadelmarkt vorbeischauen.

Neben den Ausstellern, deren Zahl seit der Premiere 2009 stetig gewachsen ist, wird es auch ein umfassendes Rahmenprogramm geben.

Seiten nähen

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Buchbinden. Experten aus Frankfurt werden diese besondere handwerkliche Kunst vorführen und mit Nadel und Faden die Seiten der Bücher aneinanderheften – eine aufwändige, aber sehr wertige Arbeit. Mitmachen kann man anschließend auch. Thekla Ahrens aus Amsterdam bietet in der Buchbindewerkstatt die Möglichkeit selbst ein kleines Büchlein zu machen.

Auftakt zum Markt wird übrigens bereits am Freitag im Stadtmuseum, Fritz-Kühn-Platz 1, sein. Dort findet unter dem Titel „Iserlohn im Spiegel preussischer Wirtschaftspolitik – Schwerpunkt Nadelfabrikation“, ein Vortrag mit Führung statt.

In Barendorf selbst wird am Samstag um 11 Uhr durch Christel ross ein Einblick in „Die Geschichte der Nadel – Vermarktung und Verpackung“ gegeben. Welche Rolle spielte die Verpackung beim Marketing in dieser Zeit? Ist zum Beispiel eine frage, die in dem Vortrag geklärt wird.

Ebenfalls am Samstag steht „Sei auf Draht“ mit Peter Häusser auf dem Programm. Von 14 bis 16 Uhr können Groß und Klein in der Stickwerkstatt mit buntem Draht Figuren oder Buchstaben sticken.

Jährliches Treffen

Apropos Sticken. Der Nadelmarkt hat sich für Stick-Fans zu einem festen Termin im Kalender gemacht. Dort kann in aller Ruhe geschaut, aber auch gefachsimpelt werden. „Es ist nicht nur ein Ort der Demonstration, sondern auch der Kommunikation“, fasst Museumsleiter Gerd Schäfer zusammen.

Der Eintritt zum Nadelmarkt ist frei. Wer mit dem Auto anreißt, der kann auf den Besucherparkplätzen in Barendorf parken, allerdings gibt es dort nur stellplätze in begrenzter Zahl. Die Verantwortlichen empfehlen daher die Anreise mit dem Bus, zum Beispiel vom Hemberg-Parkplatz.