Iserlohn – find‘ ich klasse

Claudia Eckhoff, wochenkurier-Redakteurin, bekennt sich zur Waldstadt. Iserlohn hat eine Menge einzigartiger Stärken, aus denen sich Kraft schöpfen lässt, meint sie. (Foto: ME)

Von Claudia Eckhoff

Iserlohn. Jahr für Jahr das Ringen um einen augeglichenen städtischen Haushalt, Knatsch um den zweiten Gesamtschul-Standort, Tauziehen um den geeigneten Platz für einen Windpark im Grüngürtel, der heraufkommende demografische Wandel, die sich eintrübende Konjunkturlage – Iserlohn hat ein gerütteltes Maß an Problemen und Streitthemen, über die gesprochen und berichtet wird.

Der wochenkurier will für deren Bewältigung im Laufe des Jahres nun zum Auftakt eine gute, eine positive Grundlage schaffen. Wie macht man das? – Indem man sich besinnt auf die eigenen Stärken.

Was macht Iserlohn aus? Was ist unverwechselbar und einzigartig an dieser Stadt? Was macht sie liebenswert? Warum lebt es sich gut in ihr?

Das Stadtvideo

Die Stadt selbst hat erst kürzlich auf solcherlei Fragen eine frische Antwort entworfen. Das Stadtvideo auf der offiziellen Internetseite unter www.iserlohn.de zeichnet in etwa dreieinhalb Minuten das sympathische Gesicht einer mittelgroßen Stadt im Grünen, die alles hat, was das Leben bunt, bequem und damit erstrebenswert macht.

In der Einleitung zum Stadtvideo heißt es „Iserlohn – liebevoll auch die ,Waldstadt‘ genannt – genießt den Ruf, einen hervorragenden Wohn- und Freizeitwert zu haben. Am Nordrand des Sauerlandes in waldreicher, landschaftlich reizvoller Umgebung gelegen, ist Iserlohn mit rund 96.000 Einwohnern die größte Stadt im Märkischen Kreis und bietet mit der Nähe zum angrenzenden Ruhrgebiet gute Verkehrsanbindungen, ist Fachhochschul-Standort und regionaler Mittelpunkt der Wirtschaft. Ein vielseitiges Kultur- und Sportangebot erhöht den Wohnwert Iserlohns.“

Schrullige Hühner

Stimmt das? – Das kann zuletzt nur jeder für sich beantworten. Als Redakteurin des wochenkuriers nehme ich das gern persönlich.

Seit fast zehn Jahren arbeite ich für die wk-Redaktion in Iserlohn – und mag die Stadt.

Was mich jeden Tag aufs Neue freut, ist neben der herrlichen Waldlage die angenehme Größe der Iserlohner Innenstadt. Fast alles lässt sich bequem zu Fuß erreichen. Mich fasziniert, wie grün und ländlich still die Iserlohner selbst nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt wohnen können.

An einigen Stellen des Stadtkerns hört man sogar buchstäblich noch die Hühner gackern und den Hahn krähen. Das finde ich gleichermaßen schrullig wie liebenswert.

Sogar der diesjährige Winter zeigt Herz für die Waldstadt! Zu Recht, denn Iserlohn ist ein „starkes Stück“ mit hoher Lebensqualität – das meint wk-Redakteurin Claudia Eckhoff in ihrem heutigen Bekenntnis zu der Stadt, für die sie seit Jahren gerne arbeitet. (Foto: wk-Archiv)

Geschichte und Geschichten

Durch die Stadt zu gehen, ist für mich immer eine Freude: Statt spiegelglatter, ewig gleicher Massenarchitektur, die andernorts das Stadtbild dominiert, verfügt Iserlohn immer noch über einen großen Schatz an Gebäuden, die Geschichte und Geschichten erzählen. Viel Bausubstanz aus unterschiedlichen Epochen in buntem Mix, historische Gebäude und regionaltypische Fachwerkbauten – all das hat seinen Charme, das lebt, das hat etwas zu erzählen, das schafft Lebensqualität. Motive für die Redaktions-Kamera tun sich bei fast jedem Gang durch die Stadt ganz nebenbei auf.

Geschichte und Geschichten – davon ist Iserlohn voll. Es ist spannend, dem nachzugehen.

Die Stadtmauer am Westertor, die Bauernkirche, der Alte Rathausplatz, die Obere Mühle – all das sind solche Orte, die mich immer wieder anziehen.

So viel Kultur

Das kulturelle Angebot der Waldstadt schlägt sich Woche für Woche auf dem Redaktionsschreibtisch nieder, fügt sich da zum wochenkurier-Veranstaltungskalender zusammen und verblüfft immer wieder neu mit seiner Vielfalt und auch mit seinem Umfang. Iserlohn hat nicht nur viel Vergangenheit, sondern auch eine quicklebendige Gegenwart. Das kulturelle Leben der Waldstadt vibriert zwischen „Rock in Barendorf“, dem Jazzclub Henkelmann, dem Parktheater, den Konzerten des Kantorats an der Obersten Stadtkirche, den Vorträgen des Fördervereins Iserlohner Museen, den Gerlingser Sonntagskonzerten, „Genuss pur“ und den Iserlohner Sommernächten bis hin zu den spektakulären Ausstellungen in der Städtischen Galerie oder im Stadtmuseum.

Freizeit in Wallung

Für regelmäßige Hitzewallungen sorgen natürlich die Kufencracks in der Eishalle am Seilersee. Nebenan im Seilerseebad mal selbst genüsslich „die Welle zu machen“ oder entschleunigt über den See zu rudern oder zu trampeln hat auch noch keinem geschadet.

Iserlohn kann feiern – wer wüsste das besser als wir Redakteure, die wir uns über fast jedes Fest im Vorfeld die Finger wund schreiben.

Neben den Groß-Veranstaltungen wie IBSV-Schützenfest und Friedensfestival, dem internationalen Liedermacher-Festival Wortklang oder der Reihe „Rock in Barendorf“ begeistern mich vor allem auch die vielen handverlesenen kleineren Veranstaltungen wie das Gitarrensymposium oder der „Drahtsaitenakt“.

Das alles – und noch viel mehr

Hervorragende Schul-, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, über 50 Sportarten in 180 Vereinen, über 200 Kilometer Wanderwege rund um NRWs ersten „Wanderbahnhof“ – und das alles nur einen Katzensprung von der großen weiten Welt entfernt im Spannungsfeld zwischen herbem Sauerland, pulsierendem Ruhrgebiet und ländlichem Münsterland, welche andere Stadt kann dergleichen bieten?

„Iserlohn – find‘ ich klasse“, kann ich persönlich nur sagen. Und dabei haben wir noch gar nicht von denen gesprochen, die diese Stadt erst lebendig machen, den Iserlohnern. Aber das wäre eine Fortsetzung wert …