Iserlohn kämpft um seine Flüchtlinge

Iserlohn. „Wie lange wird es noch dauern, bis wir unsere Schulen und Sporthallen wieder nutzen können?“ Das war eine der dringlichsten Fragen, die rund 90 Bürgermeister aus Städten mit Notunterkünften für Flüchtlinge am Mittwoch, 12. August 2015, Innenminister Ralf Jäger gestellt hatten. Die Antwort war unverblümt: Die Notunterkünfte werden wohl bis Ende des Jahres benötigt. Jäger begründete dies mit dem dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen in den letzten Wochen und Monaten. Das Land beginne jetzt damit, so genannte Zelthallen zu errichten, die als Erstaufnahmeeinrichtungen vorgesehen seien. Erst dann könne sich die Lage entspannen.

Zur Sprache kam auch das Anliegen Iserlohns: Die Stadt möchte die Flüchtlinge, die in der Almelohalle untergebracht sind, behalten und auf das Aufnahmesoll anrechnen lassen. Die Menschen hätten erste Kontakte geknüpft, Freundschaften geschlossen. Sie seien willkommen und auf dem besten Weg zu einer Integration. Diese Menschen müssen doch nicht weitergeschickt werden.

Hier machte der Innenminister jedoch wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung. Das Zuweisungsverfahren sei sehr komplex und es bedürfe einiger Gesetzesänderungen, um so verfahren zu können. „Ich werde dennoch einen weiteren Vorstoß unternehmen und unser Anliegen, dass die Flüchtlinge aus der Almelohalle in Iserlohn bleiben können, nunmehr schriftlich beim Innenministerium einreichen“, sagt Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens.

Was die Belegung der Almelo-Sporthalle betrifft, bleibt der Bürgermeister dabei, dass sie so schnell wie möglich wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen soll. Zurzeit werden verschiedene Alternativen für die Verlegung der Notunterkunft geprüft.