Iserlohn Kangaroos: Ziring unterschreibt für drei Jahre, Dahmen neuer Kapitän

Für Viktor Ziring beginnt nicht nur sportlich ein neues Kapitel

Für Viktor Ziring beginnt nicht nur sportlich ein neues Kapitel, auch privat wird er mit der Aufnahme eines Studiums einen neuen Weg beschreiten. (Foto: Iserlohn Kangaroos) Joshua Dahmen setzte seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag bei den „Beutelt

Iserlohn. Passend zu den warmen Temperaturen geht auch die Kaderplanung für den Basketball-Zweitligisten Iserlohn Kangaroos in die heiße Phase. So gaben die „Beuteltiere“ gleich zwei Personalentscheidungen in dieser Woche bekannt. Zum einem wechselt der erst 19-jährige Viktor Ziring für gleich drei Jahre in die Waldstadt und Joshua Dahmen führt die Iserlohn Kangaroos als Kapitän in die Saison 2017/18. Er übernimmt das Amt von Kristof Schwarz, der seine aktive Laufbahn nach der vergangenen Spielzeit beendet hat. Trotz seines jungen Alters von gerade einmal 24 Jahren ist der Iserlohner ein echtes Urgestein im Kader der Beuteltiere. Vor knapp zehn Jahren holt Dragan Torbica als Coach der ersten Mannschaft der Kangaroos den damals 15-jährigen Joshua als Nachwuchsspieler in den Kader des damaligen Regionalligisten. „Ich erinnere mich noch immer an seinen glücklichen Gesichtsausdruck, nachdem er zum ersten Mal beim Warmup gedunkt hat“, sagt Torbica heute. Mittlerweile sind mehr als neun Jahre vergangen, Torbica ist wieder Chef-Trainer der Kangaroos.Und Joshua Dahmen mittlerweile ein wichtiges Puzzleteil im Teamgefüge.
Verlängerung für zwei Jahre
Entsprechend freut er sich darüber, dass er sein Team als Kapitän anführen darf. Und das mit Perspektive: Er hat seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre (ein Jahr garantiert mit Option für eine zweite Spielzeit) bis 2019 verlängert.
„Die Fußstapfen, die Kris als Kapitän hinterlassen hat, sind groß. Aber ich konnte mir einige Sachen von ihm abschauen. Es ist mir eine Ehre, Kapitän dieser Mannschaft sein zu dürfen“, sagt der 24-Jährige. Er sieht es als seine Aufgabe an, das Team zusammenzuhalten. „Wir wollen gemeinsam eine gute, erfolgreiche Zeit haben“, sagt Joshua Dahmen. Entsprechend wichtig ist es, dass die Teamchemie stimmt. „Ich denke, dass die Teamchemie ein wichtiger Schlüssel zum Spiel und damit auch zum gemeinsamen Erfolg ist“, so der Student der Wirtschaftswissenschaften.
Große Vorfreude
Er sei schon jetzt „superbereit für die neue Saison“. „Die Vorfreude auf eine Saison war selten so groß wie jetzt“, sagt der Flügelspieler.
Und das zeige sich auch an der Intensität der Trainingseinheiten, die das Team aktuell drei Mal wöchentlich absolviert. Diese seien durchaus ein Vorgeschmack auf das, was auf die Spieler zukommt, sobald die Vorbereitung Anfang August wirklich beginnt. „Dragan wird nicht zimperlich mit uns sein“, sagt der 24-Jährige.
Als Spieler hat er die komplette Entwicklung der Kangaroos hautnah miterlebt. Von Spielen vor rund 150 Zuschauern in der alten Hemberghalle bis hin zur aktuellen Euphorie mit ausverkauftem Haus in den Play-offs. „Die Atmosphäre in unserer Halle ist einfach einzigartig. Als Spieler lässt sie einen in sich eintauchen, macht selbstbewusst, ohne, dass Druck auf deinen Schultern lastet“, sagt Dahmen.
Mit dem zu großen Teilen neu zusammengestellten Team will er wieder in die Play-offs einziehen. Und auch persönlich möchte er sich entwickeln.
Das gilt sowohl für seine neue Rolle als Kapitän als auch für sein Spiel. „Persönlich möchte ich konstanter spielen, ohne große Schwankungen. Und der Rest ergibt sich gemeinsam mit dem Team von ganz allein“, so der Small Forward.
Headcoach Dragan Torbica musste bei der Kapitänsfrage nicht lange überlegen: „Joshua ist ein fantastischer Spieler und Mannschaftskamerad. Jemand, auf den man sich zu jeder Zeit verlassen kann. Er ist die Seele des Teams – und immer bereit, jedem seiner Mitspieler unter die Arme zu greifen, damit gemeinsame Ziele erreicht werden können. Ich bin wirklich froh, Joshua in der kommenden Saison als Kapitän in meiner Mannschaft zu haben.“
Perspektivspieler
Viktor Ziring kommt aus dem NBBL-Team der Gießen 46ers. Erste Erfahrungen im Senioren-Bereich hat er bei den Gießen Pointers in der 2. Regionalliga gesammelt. Seine Verpflichtung ist eine Verpflichtung mit Perspektive. Sowohl für die Kangaroos als auch für Ziring.
Iserlohn statt USA
Eigentlich hatte der 1,87 Meter große Point Guard überlegt, ob er nach dem Abitur aufs College gehen soll. Diesen Gedanken hat er jetzt allerdings verworfen – und sich für ein Engagement bei den Kangaroos entschieden. Seine Entscheidung beinhaltet auch, dass er sich von seiner hessischen Heimat lösen wird. Er wird in Iserlohn seine erste eigene Wohnung beziehen, ein Studium in Bochum oder Dortmund aufnehmen. Für ihn beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Trotzdem hat er schon jetzt das Gefühl, in Iserlohn gut aufgehoben zu sein. „Die Atmosphäre ist sehr familiär, entspannt und angenehm“, sagt der Aufbauspieler. „Ich finde es extrem wichtig zu wissen, dass jemand in der Nähe und für mich da ist. Und das ist in Iserlohn der Fall.“
Sportliche Perspektive
Aber nicht nur das Drumherum hat Ziring überzeugt. Auch die sportliche Perspektive, die ihm Manager Dahmen und Cheftrainer Torbica aufgezeigt haben, findet Ziring für sich und seine persönliche sowie sportliche Entwicklung „extrem reizvoll“. „Dragan will mich fördern – und ich mich verbessern. Und ich glaube, dass das mit seiner Hilfe und seiner Art mit mir zu arbeiten definitiv möglich ist“, so der junge Gießener. Auch er schätzt die Liebe fürs Detail von Torbica. Und er arbeitet schon jetzt hart an sich – in einer Trainingsgruppe bestehend aus Gießener und Bayreuther Nachwuchs- und Profi-Basketballern.
„Ich arbeite viel im individuellen Bereich – Ballhandling, Wurf, Beinarbeit. Eigentlich das gesamte Paket. Ich will auf jeden Fall fit und bereit sein, wenn wir in Iserlohn starten“, so Ziring. Er selbst bezeichnet sich weniger als Scorer, sondern als Arbeiter. „Ich mache das, was es braucht, um dem Team zu helfen. Sei es Vollgas in der Defense zu geben. Oder meine Mitspieler mit guten Pässen zu füttern“, so der angehende Sportstudent.
Die Begeisterung für die Arbeit des jeweils anderen ist nicht nur einseitig vorhanden, sondern beruht auf Gegenseitigkeit: „Ich mag junge, hungrige Spieler, die bereit sind, hart zu arbeiten, um besser zu werden. Und Viktor ist genauso ein Spieler“, sagt Dragan Torbica. Für den Kangaroos-Coach ist die Position des Aufbauspielers die Wichtigste auf dem Feld. „Diese Rolle will Viktor ausfüllen. Er hat zweifelsfrei alles, was es braucht, um eine Mannschaft führen zu können. Und daran, dass er dieses Ziel erreichen kann, werden wir in den kommenden drei Jahren arbeiten“, so der 48-Jährige.
„Wir sind begeistert, einen sehr jungen Spieler wie Viktor, länger an uns binden zu können. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch mit Familie Ziring und waren uns einig, dass ein Mehrjahresvertrag die beste Option für beide Parteien ist“, sagt Kangaroos-Manager Michael Dahmen. Und verspricht: „Wir werden alles dafür tun, dass sich Viktor gut in Iserlohn einlebt und wohlfühlt.“
Auch Oberliga
Spielpraxis wird Ziring aber nicht nur in der ProB-Mannschaft der Kangaroos sammeln. Er soll auch im Oberliga-Team zum Einsatz kommen, um die die Spielminuten zu kriegen, die es für seine Entwicklung braucht.