Iserlohn Kangaroos: Zu Besuch bei einer Wundertüte

Nur hauchdünn haben die Kangaroos in der Hinrunde gegen Würzburg gewonnen. Nun treffen sie auf ein womöglich erstarktes fränkisches Team.(Foto: Daniela Fett)

Iserlohn. Bei den Iserlohn Kangaroos gibt es vor dem ersten Spiel des neuen Jahres ein Tabu. Der Blick auf die Tabelle der Südstaffel der 2. Basketball-Bundesliga ProB ist verboten. Denn: Vor dem Gastspiel beim Farmteam von s.Oliver Würzburg am Sonntag, 7. Januar, (18 Uhr, TGW-Sportzentrum Feggrube, Heiner-Dikreiter-Weg 1, 97074 Würzburg) könnte selbst ein flüchtiger Blick aufs Tableau trügerisch sein.

Die Würzburger stehen auf Rang elf, haben erst zwei Spiele gewonnen. Aber: Das Team von Coach Liam Flynn kämpft um den Klassenerhalt. Und im Vergleich zum Hinspiel, das die Kangaroos nach Verlängerung knapp mit 77:76 für sich entscheiden konnten, hat sich das Gesicht der Gastgeber verändert. Mit Garrett Jackson steht ein zweiter US-Amerikaner im Aufgebot der Würzburger. In seinen bislang fünf Partien im Dress der TG legte der 26-jährige Small Forward bislang durchschnittlich 19,2 Zähler und 7,8 Rebounds auf und entlastet damit Miles Jackson-Cartwright (15,3 Punkte, 5 Rebounds, 5,5 Assists).

Zum Auftakt gegen „Twin Towers“?

Zudem kann es passieren, dass die Unterfranken mit ihren „Twin Towers“ Leon Kratzer (2,11 Meter) und Dejan Kovacevic (2,08 Meter) auflaufen und die Kangaroos so unter dem Korb vor Probleme stellen könnten. „Ich gehe davon aus, dass sie gegen uns ihr stärks­tes Team aufs Feld schicken werden“, sagt Kangaroos-Manager Michael Dahmen. Das bedeutet, dass im Vergleich zum Hinspiel drei neue Starter für Würzburg auf dem Parkett stehen könnten.
Als Warnung haben sich Kan­garoos-Coach Dragan Torbica und seine Schützlinge den lockeren Erfolg der Würzburger gegen die Bayer Giants Leverkusen (87:74) angesehen. „Das war eine starke Vorstellung“, sagt Dahmen. Die Kangaroos wissen also, was sie am Sonntag erwarten könnte. Und entsprechend intensiv war die Vorbereitung auf das erste Spiel des Jahres. „Fest steht, dass vor uns ein hartes Stück Arbeit liegt, wenn wir in Würzburg erfolgreich sein wollen“, sagt Dahmen.

Und auch aus dem Hinspiel haben die Iserlohner Korbjäger ihre Lehren gezogen. Gegen den „Rumpfkader“, der ihnen Mitte Oktober gegenüberstand, haben sich die Kangaroos extrem schwergetan. Und konnten das Spiel erst in der Overtime denkbar knapp für sich entscheiden. „Wir sind gut beraten, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt Dahmen. Auch, weil Würzburg das Farmteam in der ProB halten will, um so Talente an das Bundesliga-Team heranführen zu können.

Würde Würzburg den Klassenerhalt nicht als Ziel haben, hätten sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen zweiten US-Amerikaner verpflichtet. Und würden wahrscheinlich auch auf die Dienste der Doppellizenzspieler wie Kratzer, Kovacevic oder Julian Albus verzichten. „Trotzdem bleibt es immer eine Wundertüte. Es ist im Vorfeld nur schwer abzusehen, wer in den Farmteams auflaufen wird“, sagt Dahmen. Legt man jedoch die Spielpläne der ProB Süd und der Basketball-Bundesliga nebeneinander, sieht es so aus, als könnte sich Dahmens Prognose am Sonntag bewahrheiten.

Aboubakar kein Kangaroo mehr

Personell sieht es bei den Kangaroos vor dem ersten Spiel des Jahres gut aus. Die Knieverletzung, die sich Nikita Khartchenkov beim Spiel gegen die KIT SC Gequos zugezogen hatte, ist auskuriert, er trainiert bereits wieder voll mit der Mannschaft. Einzig der Einsatz von Kristof Schwarz ist noch ungewiss. Der 30-Jährige hat Probleme mit dem Daumen seiner Wurfhand. Ob er spielen kann, wird kurzfristig entschieden.
Nicht mehr zum Aufgebot der Iserlohn Kangaroos gehört indes Sharik Aboubakar. Der 19-Jährige wechselt zurück zu seinem Heimatverein SVD 49 Dortmund (2. Regionalliga). „Wir bedanken uns bei Sharik für seinen Einsatz und bedauern, dass er nicht die Geduld aufgebracht hat, um sich bei uns zu einem Zweitliga-Spieler zu entwickeln. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Werdegang alles Gute und viel Erfolg in und mit Dortmund“, sagt Michael Dahmen.