Iserlohn reagiert auf Windpark-Proteste

Schwerte/Ierlohn. (as) Keine Frage: Jeder will die Energiewende. Doch wenn sich plötzlich vor der eigenen Haustür gewaltige Rotoren im Wind drehen sollen, wird es schwierig, zu den ganz persönlichen Nachhaltigkeits-Überzeugungen zu stehen. Beispielsweise im Waldgebiet Schälker Heide. Hier wollen Stadtwerke Iserlohn und Schwerte einen kleinen Windpark anlegen. Acht Windräder, drei auf Schwerter, fünf auf Iserlohner Seite, könnten bis zu 18.000 Haushalte mit grüner Energie versorgen.

(Foto: Archiv)

Doch kaum haben Artenschutzuntersuchungen und Umweltverträglichkeitsüberprüfungen begonnen, formiert sich der Widerstand. Auf Schwerter Seite steht eine Bürgerinitiative bereits in den Startlöchern. „Uns hat der private Aufschrei überrascht“, sagt Mike Kowalski, Marketingleiter der Stadtwerke Iserlohn. Das Ergebnis: Sowohl Stadtwerke als auch Stadt Iserlohn möchten auf die Menschen zugehen. Beide planen in den Monaten August und September Bürgerversammlungen. Sie möchten aufklären, dass nichts geschieht, was Menschen, Tier- und Pflanzenwelt gefährden könne. Zurzeit kriechen beispielsweise Biologen auf der Schälker Heide durchs Unterholz, um Tiere und Pflanzen zu ermitteln. Deren Erkenntnisse werden ausschlaggebens sein, wenn es schließlich darum geht, den Flächennutzungsplan für das Gebiet zu ändern und damit den Weg frei zu machen für die Windräder. „Es wird nicht großflächig abgeholzt“, ergänzt Mike Kowalski. „Der Eingriff in die Natur ist überschaubar.“

Bei aller Fürsorge, die bereits in dem Verfahren zur Genehmigung von Windenergieanlagen steckt: Die Stadtwerke Iserlohn leisten bereits jetzt immense Vorleistungen für den möglichen Windpark. „Wir müssen Windmessungen durchführen. Und wir haben uns das Gebiet bereits vom Eigentümer gesichert“, sagt Mike Kowalski, Marketingleiter der Stadtwerke Iserlohn. Denn: Die Stadtwerke stehen unter Zugzwang. Bekannt ist, dass sich auch andere nationale und internationale Energieversorger für all die Gebiete interessieren, wo der Wind rauscht und sich laut Flächennutzungsplan künftig einmal Windräder drehen könnten.

Für den Bereich Schälker Heide gibt es konkrete Interessenten. Ob Stromerzeuger wie EON oder E-Mark einen genauso engen Dialog mit den Anliegern suchen würden, sei einmal dahin gestellt. Wichtig für die Stadtwerke Iserlohn ist, selbst zur Energiewende in der eigenen Stadt beitragen zu können. Oder, wie es im Verwaltungsdeutsch so schön heißt: Wchtig ist die „Sicherstellung der regionalen Wertschöpfung“. Denn: Warum sollen nationale oder internationale Unternehmen davon profitieren, dass der Wind auf den Höhen zwischen Iserlohn und Schwerte so schön bläst? Das Geld wäre besser in städtischen Kassen aufgehoben.

Immer noch setzen die Stadtwerke Iserlohn auf ein gemeinsames Projekt mit den Stadtwerken Schwerte. Die Iserlohner Pläne werden jedoch nicht gefährdet, wenn Schwerte aussteigt. „Dann werden wir eben alleine bauen“, sagt Mike Kowalski. Immer vorausgesetzt natürlich, dass die gesetzlichen Überprüfungen einen Windpark möglich machen. Das entscheidet sich Anfang nächsten Jahres. Gebaut werden könnte ab 2014. Kowalski: „Wir sehen uns in der Pflicht, unseren Teil zur Energiewende in der Region beizutragen. Dieser Windpark wäre nur ein Schritt in die Richtung, die Bürger mit regenerativem Strom zu versorgen.“