Iserlohner Galerie würdigt Gustav Müller

Arbeiten von Gustav Müller sind in der Städtischen Galerie Iserlohn zu sehen. (Foto: Galerie)

Arbeiten von Gustav Müller sind in der Städtischen Galerie Iserlohn zu sehen. (Foto: Galerie)

Iserlohn. (Red.) Manchmal mag man den Eindruck gewinnen, dass künsterlische Ausstellungen mit Titeln versehen werden, die verwirren sollen. Das gilt auch für die neue Ausstellung in der Städtische Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24. „Gustav Müller – ab wann / Installation_Malerei_Fotografie“ heißt sie. Hinter diesem Titel versteckt sich eine umfassende Werkschau von Installationen, Malereien und Fotografie des Iserlohner Künstlers aus den vergangenen Jahren.

Gustav Müller, 1955 in Lesch­kirch/Siebenbürgen geboren, stellte zuletzt vor 18 Jahren in der Städtischen Galerie Iserlohn aus. Der in Iserlohn lebende Künstler, vielen als beliebter und sympathischer Dozent an der Jugendkunstschule und der Volkshochschule bekannt, lotet als Grenzgänger zwischen den Medien die bildnerischen Möglichkeiten von Sprache, Bild, Objekt und Film aus und bewegt sich dabei zwischen formaler Strenge und lyrischer Abstraktion.
Dialog zwischen Betrachter und Bild
Mit dem Einsatz elementarer, geometrischer Formen folgt er den Pfaden der Konkreten Kunst. Nichts ist konkreter als eine einfache Linie, eine Farbe, ein Grauwert, eine Oberfläche.
Man würde den Arbeiten aber nicht gerecht werden, wenn man es bei diesem Stiletikett beließe. Die Werke erschöpfen sich nicht auf der formalen Ebene. Sie stellen vielmehr visuelle Erfahrungsmöglichkeiten dar und setzen gedankliche Prozesse in Gang, spannende Vexierspiele der Wahrnehmung.
Gustav Müller unterstreicht, dass im Sehen selbst schon ein Unterschied zwischen passivem Empfangen und aktivem Auffassen liegt. Bei dieser Form der Wahrnehmung unterliegt alles ständiger Bestätigung und Nachprüfung. Die Bilder wechseln, vervollständigen sich, korrigieren und vertiefen sich.
Dieser Prozess ist niemals abgeschlossen und das Sehen als individueller Blick auf die Welt wird letztlich immer auch ein Stück rätselhaft bleiben, ein meditativer Dialog zwischen Betrachter und Bild, den der Künstler bewusst einfordert, und der den Werken bei aller formalen Einfachheit eine poetische Tiefe verleiht. Wie selbstverständlich wechselt der Künstler dabei die Gattungen zwischen Malerei, Objekt, Installation, Video und Fotografie, ohne sich je stilistisch untreu zu werden.
Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni in der Städtischen Galerie zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Zur Ausstellung erscheint eine limitierte Edition des Künstlers.