Iserlohner Heimatfreunde in Sorge

Der drohende Abbruch eines historisch wertvollen, aber ziemlich ramponierten Gartenhauses bereitet Iserlohns Heimatfreunden weiterhin Kummer und Sorge. (Foto: Michael Eckhoff)

Iserlohn. (ego) Der drohende Abbruch eines historisch wertvollen Gartenhauses ruft weiterhin Iserlohns Heimatfreunde auf den Plan, zum Beispiel den weithin bekannten Forscher Hermann Holtmeier. Im wochenkurier erinnert er an den bereits vor Jahren erfolgten Abriss eines besonders wichtigen Bauwerks:

„In einem Leserbrief setzt sich Stadtführerin Marlis Gorki eindringlich für den Erhalt des Gartenhauses zwischen ’Schauburg’ und Baarstraße ein. Es handele sich um eines der letzten Zeugnisse der 100 ehemaligen Gartenhäuser, die seit dem 18. Jahrhundert von Iserlohner Bürgern in ihren Gärten außerhalb der Stadt errichtet worden seien.

Zu Recht erinnert Marlis Gorki an die bedauerliche Vernichtung des bedeutendsten aller historischen Gartenhäuser beziehungsweise Lusthäuser im Stadtgebiet. Bis 1991 stand das achteckige, aus massivem Untergeschoss und verschieferten Obergeschossen bestehende Kunstwerk an der Ecke Viktoriastraße/Nohlstraße. Seit 1829 war es in allen Iserlohner Stadtplänen eingezeichnet und trug – zuletzt als Wohnhaus genutzt – die Bezeichnung Gartenstraße 28a. Es stand im Garten des Heimatforschers und ersten Vorsitzenden des Förderkreises Iserlohner Museen, Carl Kraussoldt, Gartenstraße 28. Nach dessen Tod wurde dieses bemerkenswerte Gartenhaus leider abgerissen. Es musste dem Bau einer Wohnanlage weichen, und eine Verlegung an eine andere Stelle erschien zu kostspielig.

Ein kleiner Trost ist uns Heimatfreunden geblieben. Gemäß Iserlohn-Lexikon können wir an dem Wohnhaus Burgweg 43 (Ortsteil Dördel) einen Anbau bewundern, dessen fünf Seitenflächen unserem verlorenen Gartenhaus-Anbau nachempfunden wurden.“

Auch Sabine Risse, Vorsitzende des Verkehrsverein Iserlohns, hat sich inzwischen zum Thema Gartenhaus zu Wort gemeldet. Sie schrieb uns:

„Durch den Abriss des Hauses Giebe ist das letzte der mehr als 100 Gartenhäuser Iserlohns aus dem 18. Jahrhunderts sichtbar geworden. Zugegebenermaßen bietet es zur Zeit keinen schönen, aber durch die beiden wunderschönen Bäume einen sehr interessanten Anblick. Solche Garten- bzw. ’Lusthäuser’ gehörten ab dem 18. Jahrhundert nördlich der Innenstadt zum Stadtbild. Es wäre aus der Sicht des Verkehrsvereins und seiner Stadtführer/innen sehr schön, an Hand eines restaurierten und vielleicht einer kulturellen Nutzung zugeführten Gebäudes an die Gartentradition und damit auch an ’Villen und Gärten’ erinnern zu können.

Und auch für das Stadtbild würde das klassizistische Gartenhaus an der geplanten Grünfläche zusammen mit dem modernen Postgebäude und der hervorragend restaurierten Schauburg ein ausdrucksstarkes Ensemble sein.

Es ist schon viel zerstört worden in unserer Stadt – dem Gartenhaus sollte eine Chance gegeben werden.“