Iserlohner Kunstpreis geht an Pia Fries

Pia Fries erhält den Iserlohner Kunstpreis. (Foto: privat)

Iserlohn. (Red.) Den Iserlohner Kunstpreis der Bürgerstiftung der Sparkasse Iserlohn erhält in diesem Jahr die in der Schweiz geborene und in Düsseldorf lebende Künstlerin Pia Fries. Seit 2009 ist sie Professorin an der Universität der Künste in Berlin, wo sie zuvor bereits zwei Jahre als Gastprofessorin tätig war. Ausgezeichnet wird sie für ihr einzigartiges Werk im Bereich Malerei. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis vergibt die Bürgerstiftung alle zwei Jahre in enger Zusammenarbeit mit dem Iserlohner Verein Wilhelm Wessel/ Irmgart Wessel-Zumloh.

Der Kunstpreis der Bürgerstiftung knüpft an die Tradition der Iserlohner Kunstpreisvergaben der fünfziger und sechziger Jahre an. Mit der diesjährigen Verleihung kann die Bürgerstiftung, ähnlich wie die Sparkasse Iserlohn, ein Jubiläum feiern, denn nach erfolgreicher Einführung und Erstauflage in 2003 wird diese Auszeichnung nun bereits zum fünften Mal verliehen. Der Preis setzt einen Kontrapunkt zum Stipendium der Märkischen Kulturkonferenz, das an junge, noch am Anfang ihrer Karriere stehende Künstler vergeben wird. Der Kunstpreis der Bürgerstiftung dagegen setzt auf Künstler, die schon ein eigenes Profil entwickelt haben.

Keine Frage, die Herren von Sparkasse, Bürgerstiftung und Wessel-Verein sehen sehr zufrieden aus angesichts der Entscheidung, Pia Fries den Iserlohner Kunstpreis zuzusprechen: (v.l.) Manfred Schäfer, Dr. Christoph Krämer, Dr. Theo Bergenthal und Walter Torke. (Foto: Sparkasse Iserlohn)

Verbunden mit der Preisübergabe ist eine Ausstellung in der Iserlohner Galerie „Villa Wessel“. Die Vernissage findet am 25. November 2011 statt und die Ausstellung wird bis zum 22. Januar 2012 zu erleben sein. Bei der Vernissage wird auch die Künstlerin dabei sein.

Beim Auswahlverfahren hat sich die Bürgerstiftung durch Experten der örtlichen Kunstszene fachlich kompetent verstärkt. Eine lokale Kommission hat einen Kreis von in Frage kommenden Künstlern zusammengestellt, wobei nicht Namen und Wohnort sondern ausschließlich die künstlerischen Qualitäten im Vordergrund standen. Der Direktor des Museums Wiesbaden, Dr. Alexander Klar, wurde zudem um die Abgabe eines Votums gebeten.

Die diesjährige Preisträgerin Pia Fries (geb. 1955) war Meisterschülerin von Gerhard Richter und lehrt seit einigen Jahren selbst an der Universität der Künste in Berlin. Ihre Malerei changiert zwischen abstrakten Gesten und Gegenständlichkeit. Auf kräftige Holzplatten aufgegossen und mit Hilfe von Spachteln, Walzen und Pressen geformt, entwickelt die Farbe auf ihren Bildern ein Eigenleben als pastoses Relief, auf dem die Materialität der Farbe eine herausragende Rolle spielt. Seit 2000 integriert die Künstlerin Siebdrucke in ihre Werke und umspielt die grafischen Texturen mit pastos aufgetragenen Farbmassen. Dabei gelingen ihr überaus suggestive Bilder.