Bei der Preisübergabe. Meike Voß hat mit ihrem Projektkurs die Bayer-Stiftung überzeugt.
Bei der Preisübergabe. Meike Voß hat mit ihrem Projektkurs die Bayer-Stiftung überzeugt. (Foto: Bayer)

Iserlohn. Ob eine Substanz giftig ist, entscheidet allein ihre Menge. Das wusste im 16. Jahrhundert schon Paracelsus. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums an der Stenner geben sich damit nicht zufrieden. Sie untersuchen in einem Projektkurs, welche Substanzen sich schädlich auf Organismen auswirken und betrachten dabei auch Feuchtigkeitscremes und Lakritz.

Initiiert hat das Projekt Meike Voß, Studienrätin an der Iserlohner Schule. Sie möchte Jugendlichen auf diese Weise bewusst machen, wie vielfältig der Bereich der Toxikologie ist. Diese außergewöhnliche Initiative fördert die Bayer-Bildungsstiftung im Rahmen ihres Schulförderprogramms mit einem Betrag in Höhe von 2.000 Euro.

Neue Gebiete erschließen

Es geht in dem Kurs nicht nur darum, Experimente durchzuführen und wissenschaftliche Vorgänge nachzuvollziehen. Vielmehr wird speziell das Gesundheitsbewusstsein junger Menschen angesprochen – und das anhand von konkreten Beispielen aus dem täglichen Leben. Dr. Timo Fleßner, Leiter des Bayer-Standortes in Bergkamen, freut sich, das nachhaltige und zukunftsorientierte Programm unterstützen zu können: „Der Kurs ist eine sinnvolle Ergänzung zum Schulunterricht und vermittelt disziplinübergreifend Wissen über das Zusammenwirken von Biologie und Chemie in Alltagssituationen.“

Nicht nur der Forschungsgegenstand, auch die Herangehensweise ist speziell. Voß hat dafür eine besondere Systematik entwickelt, bei der lediglich ein übergeordnetes Dachthema vorgegeben ist: „Ich möchte die Projektarbeit bewusst offen gestalten, damit sich die Schülerinnen und Schüler während ihrer Recherche ermutigt fühlen, neue Gebiete zu erschließen.“ Diese offene Auseinandersetzung mit dem Thema baue Vorurteile ab und trage dazu bei, sich individuell zu entfalten. Ihre eigene Aufgabe sieht Voß darin, Beispiele für Substanzen mit schädlichen Wirkungen aufzuzeigen: Nitrate, Salmonellen und Nikotin.

Neben Experimenten, die auf klassischen Forschungsmethoden basieren, bietet das Projekt den Jugendlichen die Möglichkeit, Drogenberatungsstellen und Universitäten zu besuchen sowie Einblicke in die Arbeit von Pharmaunternehmen zu gewinnen.

Das soll einen differenzierten Zugang zur Toxikologie gewährleisten und verschiedene Berufsbilder in diesem Bereich aufzeigen. So kann der Kurs dabei helfen, Perspektiven zu schärfen und Disziplinen miteinander zu verknüpfen.

Der Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation wählte in der aktuellen Förderrunde 41 Initiativen aus den Einzugsgebieten der deutschen Bayer-Unternehmensstandorte aus.

Seit Programmstart 2007 wurden bundesweit bereits 509 Initiativen mit einem Gesamt-Fördervolumen in Höhe von rund fünf Millionen Euro ins Bayer-Schulförderprogramm aufgenommen. In Bergkamen und Umgebung wurden bisher 53 Projekte mit rund 285.000 Euro unterstützt.

Nächster Bewerbungsschluss für das Schulförderprogramm ist im Frühjahr 2019.