Iserlohner SPD für Auflösung des SIH

Iserlohn. Nach langer und intensiver Diskussion hat sich die SPD im Iserlohner Rat gegen eine Fortführung des Märkischen Stadtbetriebs Iserlohn / Hemer (SIH) entschieden. Die Fraktion ist einstimmig zur Auffassung gelangt, dass ihre Vertreter im Verwaltungsrat und die Ratsleute in der Sitzung in der kommenden Woche für eine Auflösung der Anstalt votieren sollen.

Demotivation und hoher Krankenstand

„Es gibt ein ganzes Bündel an Gründen, die uns zu dieser Auffassung kommen lassen“, er-klärt der Fraktionsvorsitzende Peter Leye. In Gesprächen mit Mitarbeitern des SIH machten diese deutlich, dass sie zurück zur Stadtverwaltung Iserlohn bzw. zu den Stadtwerken möchten. Die nachhaltige Demotivation lasse sich auch am hohen Krankenstand ablesen und sei in der bisherigen Struktur wohl nicht mehr beseitigen. „Außerdem beklagen sich Auftraggeber bei der Stadt über die mangelhafte Aufgabenerledigung und wünschen sich die einfachen Dienstwege zurück, die mit dem vormaligen Baubetriebshof möglich waren“, so der Sozialdemokrat weiter. Auch die Bürger beschweren sich zunehmend über den unbefriedigenden Zustand der Grünanlagen. Im Mittelpunkt müsse jedoch die Güte der Aufgabenerfüllung stehen.

„Die immer wiederkehrende Polemik aus Hemer in Richtung Iserlohn, die in den Netzwerken nachzulesen ist, setzt dem auch noch die Krone auf“, empört sich Leye. Der häufige Versuch, den Vorstand Klaus Weimar durch unangemessene und häufige Kontrollen bei der Rechnungsprüfung zu diskreditieren, belastet überdies das notwendige Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des SIH.

„Die Befürworter einer Fortsetzung der Zusammenarbeit haben eigentlich nur ein Argument: Sie setzen auf das Prinzip Hoffnung, wünschen also, dass ein neuer Vorstand alles besser machen wird“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Diese Hoffnung sei der SPD-Fraktion aber zu wenig, um für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu stimmen. „Außerdem ist nicht zu beobachten, dass die beiden Baubetriebshöfe zusammengewachsen seien. Die Kulturen der Vorgängerbetriebe werden in der jeweiligen Stadt auch weiterhin gepflegt“, sagt Leye.

Zufriedenheit wird steigen

Leye sieht in der Rückkehr der Iserlohner Mitarbeiter des SIH unter das Dach der Stadt die Möglichkeit einer völligen Neuaufstellung des Dienstleis­tungsbereiches: „Dann können wir selbst festlegen, welche Qualitäten zu leisten sind und welche Mittel wir dafür bereitstellen.“ Er geht davon aus, dass damit die Zufriedenheit der Mitarbeiter, der Auftraggeber in der Verwaltung und nicht zuletzt der Bürger der Stadt Iserlohn wieder steigen wird.