Iserlohner Stadtmuseum eröffnet wieder

Das Iserlohner Stadtmuseum war fast elf Monate lang wegen Umbau geschlossen. Ein Außenaufzug macht es nun barrierefrei. (Foto: Gerd Schäfer)

Das Iserlohner Stadtmuseum war fast elf Monate lang wegen Umbau geschlossen. Ein Außenaufzug macht es nun barrierefrei. (Foto: Gerd Schäfer)

Iserlohn. (clau) Es ist vollbracht. Das stattliche Haus am Fritz-Kühn-Platz, das Iserlohns Stadtgeschichte bewahrt, wurde buchstäblich „frisch ge-lift-et“.

Museums-Chef Gerd Schäfer atmet nach der elfmonatigen Umbau- und Sanierungsphase erleichtert auf. Nun brennt er darauf, der Öffentlichkeit alle Räume des Stadtmuseums in ihrem „neuen Gewand“ und natürlich den komfortablen Außenaufzug, der es barrierefrei macht, vorzustellen. Am Donnerstag, 30. März, um 19 Uhr wird die Ausstellung „Meisterwerke mittelalterlicher Buchmalerei“ eröffnet und damit der Museumsbetrieb wieder aufgenommen.
Projekt voller Überraschungen
„Es war mühsam und hat viel länger gedauert, als ich jemals gedacht hätte, aber es ist richtig gut geworden“, sagt Gerd Schäfer. „Nach 30 Jahren war eine Generalüberholung wieder dringend nötig.“ Das historische Gebäude ist selbst über dreihundert Jahre alt. Fast jeder vermeintlich einfache Schlitz in die Wand sorgte daher für Überraschungen und forderte die Umbau-Experten immer wieder neu heraus. Das Haus bekam eine neue Heizungsanlage. Das komplette Parkett wurde abgeschliffen. „Und das alles, während unser gesamter Bestand im Hause blieb“, gibt Gerd Schäfer zu bedenken. „Es war ein unglaublicher Kampf mit Dreck, Staub und Enge, aber jetzt sind wir da, wo wir immer sein wollten.“
Das Grundkonzept des Museums ist geblieben, aber in Sachen Ausstellungstechnik erfolgte ein wahrer Quantensprung. „Wir haben jetzt ein LED-Lichtsystem, ein neues Farbkonzept, komplett neue Beschriftungen und können mit Beamern arbeiten“, freut sich der Iserlohner Museums-Chef.
Die mittelalterlichen Buchmalereien, die zur Eröffnung gezeigt werden, sind eine Dauerleihgabe. „Es handelt sich um ganz besondere Kostbarkeiten“, freut sich Gerd Schäfer über den wertvollen Zuwachs der Museums-Exponate. „Wir werden sie in Zukunft immer mal wieder zeigen.“
Eintauchen ins Mittelalter
Durch die prächtigen Bilder können die Museumsbesucher bis zum 18. Juni tief in das Mittelalter eintauchen. Die Handschriften belegen, dass diese „finstere Epoche“ auch eine märchenhaft schöne Seite hatte: die Buchkunst. Bis in das 13. Jahrhundert hinein entstanden die Originale in den Skriptorien der Klöster. Der Dienst am Buch war den Mönchen zugleich Gottesdienst. Die Originale der 27 Faksimiles werden in vielen Ländern der Welt unter höchsten konservatorischen Sicherheitsmaßnahmen aufbewahrt und gehören zum Weltkulturerbe.
Siegfried Loob, der seine Jugend in der Waldstadt verbrachte, stellt dem Stadtmuseum Iserlohn die kostbaren Faksimiles zur Verfügung. Dank gilt Gustav Dieter Edelhoff, der die Initiative ergriff, diese Sammlung dauerhaft in Iserlohn verbleiben zu lassen und ihre Präsentation finanziell ermöglicht.
Die Einführung übernimmt am Eröffnungsabend der Leihgeber Siegfried Loob selbst.